VonDavid Freyschließen
Ein Umbruch bei Porsche bahnt sich an. Zwei Vorstände stehen vor dem Aus. Die Gründe sind vielfältig.
Stuttgart - Die VW-Tochter Porsche plant eine Umstrukturierung im Vorstand. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche wurde beauftragt, mit zwei Vorständen über ein einvernehmliches und vorzeitiges Ausscheiden zu verhandeln. Das gab der Sportwagenhersteller aus Stuttgart in einer Pflichtmitteilung an die Börse bekannt.
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Porsche kämpft mit schwachen Verkaufszahlen in China
Betroffen sind Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und verantwortlich für Finanzen und IT, sowie Detlev von Platen, Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing. Meschke hatte im vergangenen Jahr eine düstere Prognose gezeichnet, wonach das Verbrenner-Aus Deutschland zum „Armenhaus in Europa“ mache. Eine Begründung für den geplanten Schritt wurde in der Mitteilung nicht genannt. Eine Sprecherin des Autobauers wollte ebenfalls keine Details nennen.
Der Aktienkurs von Porsche hat in der Vergangenheit stark gelitten. Der Sportwagenhersteller hat unter anderem mit schwachen Verkaufszahlen in China zu kämpfen. Einem Bericht zufolge hat Porsche ein Sparprogramm festgelegt, dem eine vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen zum Opfer fallen könnte.
Meschke soll laut Bericht auf Vorstandsvorsitz bei Porsche schielen
Die geplante Auflösung des Vertrags des Finanzvorstands wird laut Bild auf Meschkes angebliche Ambitionen für den Vorstandsvorsitz bei Porsche zurückgeführt. Das Verhältnis zwischen dem 58-Jährigen und dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume scheint schon seit einiger Zeit angespannt zu sein. Dies gilt insbesondere, seit Blume auch die Leitung von Europas größtem Automobilhersteller Volkswagen übernommen hat.
Laut Informationen aus Aufsichtsratskreisen soll der Finanzvorstand nun auch die Unterstützung der beiden Eigentümerfamilien Porsche und Piëch verloren haben. Meschke gehört seit 2009 dem Vorstand an. Im Jahr 2015 wurde der Betriebswirt zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Gleichzeitig ist er im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE für das Beteiligungsmanagement verantwortlich.
Die Porsche SE hält die Mehrheit der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern und ist direkt am Sportwagenhersteller Porsche AG beteiligt. Ein Sprecher der Porsche SE wollte die Entwicklungen beim Sportwagenbauer und mögliche Konsequenzen für die Beteiligungsgesellschaft nicht kommentieren. (df mit dpa)
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