1900 Jobs fallen weg

Porsche streicht Tausende Arbeitsplätze: Der Grund hinter dem Stellenabbau

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Angesichts rückläufiger Absatzzahlen setzt Porsche auf ein Sparprogramm. In den kommenden vier Jahren ist der Abbau von Stellen geplant, begleitet von Kürzungen der Boni und der Beendigung von Zeitverträgen.

Stuttgart – Die Nachrichten über Stellenstreichungen in der Automobilbranche nehmen kein Ende. Nun ist auch der Sportwagenhersteller Porsche betroffen. Wie das Unternehmen gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten bestätigte, sollen bis 2029 insgesamt 1.900 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Für die Mitarbeiter der Porsche AG besteht voraussichtlich bis 2030 eine Beschäftigungssicherung, sodass betriebsbedingte Kündigungen in diesem Zeitraum ausgeschlossen sind. Diese Mitteilung folgt nur wenige Wochen nach der Entscheidung, zwei Top-Manager aus dem Unternehmen zu entlassen.

Stellenabbau bei Porsche als Teil des Sparprogramms

Der Personalabbau erfolgt ergänzend zu den bereits beschlossenen Einsparmaßnahmen bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, keine befristeten Verträge mehr zu verlängern. Laut Porsche-Personalvorstand Andreas Haffner wurden seit 2024 an den Standorten Zuffenhausen und Weissach bereits 1.500 befristete Arbeitsverhältnisse beendet, weitere 500 sollen in diesem Jahr folgen.

Zusätzlich zum Stellenabbau sollen eine Altersteilzeitregelung für Beschäftigte ab Jahrgang 1970, eine zurückhaltende Einstellungspolitik sowie der Renteneintritt von Mitarbeitern zur Reduzierung der Belegschaft beitragen.

Deutlicher Rückgang der Prämien für 2024 erwartet

Die Stellenstreichungen allein sind nicht ausreichend. Der Bonus für die Beschäftigten soll ebenfalls begrenzt werden, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Im Geschäftsjahr 2023 lag dieser bei bis zu 9690 Euro. „Das wird sich ändern. Sie wird für das Geschäftsjahr 2024 deutlich niedriger ausfallen“, erklärte Haffner.

Auch das Management plant laut einer Sprecherin, einen großen Beitrag zum Sparvolumen zu leisten. Ob im Leipziger Porsche-Werk ebenfalls Stellen abgebaut werden, ist derzeit unklar. Der Standort gehört zur Porsche AG, wurde laut des Berichts jedoch in der aktuellen Ankündigung nicht erwähnt.

Porsche will rund 1.900 Stellen streichen. (Archivbild)

Porsche kämpft mit Absatzproblemen in China – Taycan-Verkäufe brechen drastisch ein

Während der weltweite Absatz von Porsche im Jahr 2024 weitgehend stabil blieb, zeigt sich im wichtigen chinesischen Markt eine deutliche Schwäche. Dort verzeichnete das Unternehmen einen dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, heißt es in der Stuttgarter Zeitung.

Ein wesentlicher Faktor: Der Hochlauf der Elektromobilität verläuft langsamer als erwartet – eine Entwicklung, die Porsche immer wieder betont. Besonders in China, wo Luxus-Elektroautos aus Europa bislang nur eine geringe Nachfrage erfahren, spürt der Autobauer die Auswirkungen. Davon betroffen ist vor allem der Taycan: Die Verkäufe des Elektro-Sportwagens brachen um 49 Prozent ein.

Die schwache Nachfrage hat bereits Konsequenzen für die Produktion. Im vergangenen Jahr musste Porsche die Fertigung des Taycan in Zuffenhausen offenbar zweimal drosseln. Inzwischen läuft nur noch eine einzige Schicht – und selbst diese ist nicht mehr voll ausgelastet.

Autobranche in der Krise – Stockender Umstieg auf Elektromobilität

Deutschlands einst stärkster Industriezweig schwächelt nicht erst seit gestern. Die vergangenen Jahre waren für die deutschen Autobauer eine nervenaufreibende Bewährungsprobe. Erstmals in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns stand sogar die Schließung von Werken zur Debatte. Der Aufsichtsrat stemmte sich lange gegen die Maßnahmen, doch trotz der vorläufigen Entscheidung, die Standorte zu erhalten, bleibt die Zukunft vieler Werke ungewiss.

Nicht nur die großen Automobilhersteller stehen unter Druck. Auch Zulieferer geraten zunehmend ins Straucheln. Unternehmen wie ZF Friedrichshafen und Bosch haben bereits im vergangenen Jahr angekündigt, Arbeitsplätze abzubauen und Produktionskapazitäten anzupassen. Der Grund: sinkende Verkaufszahlen und ein stockender Wandel zur Elektromobilität. Während sich die Branche auf eine nachhaltige Zukunft ausrichtet, bleibt die Nachfrage nach E-Autos hinter den Erwartungen zurück.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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