Folgen der US-Sanktionen

Putins Öl von Handelspartner abgelehnt – Umschwung auf riesige Russland-Konkurrenz erwartet

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Sanktionen durch Trump vernichten Putins Ölhandel. Wesentliche Käufer meiden russisches Öl vollständig. Konkurrierende Länder erleben Aufschwung.

New York – Die westlichen Sanktionen vertreiben Russlands Handelspartner, möglicherweise ohne Chance auf Rückkehr. Indien galt lange als einer der wichtigsten Öl-Käufer Russlands, laut eigenen Angaben hat Russland 2024 90 Millionen Tonnen Öl nach Indien exportiert. Nach Verhängung der jüngsten Sanktionen machte Indien einen Schritt zurück. Statt russischem Öl will das Land aus anderen Quellen den Rohstoff beziehen.

Indien wendet sich von Russlands Wirtschaft ab – Tanker aus dem Nahen Osten gebucht

Anstelle von Russland könnte der Nahe Osten als Öllieferant für Indien einspringen. Unmittelbar nach den US-Sanktionen von Präsident Donald Trump hatten indische Raffinerien angekündigt, ihre Öllieferungen aus Russland einzustellen. Trump sanktionierte die russischen Raffinerien Rosneft und Lukoil und untersagte jeglichen Handel zu den Konzernen. Aus Sorge vor den Folgen der Sanktionen will Indien nun mehr Öl aus Brasilien und dem Nahen Osten beziehen.

Laut Bloomberg hat Indien angefangen, Tanker zu buchen, die Öl aus dem Nahen Osten nach Indien transportieren sollen. Das könnte ein Indiz für Indiens Bemühung sein, von Putins Öl endgültig loszukommen und mehr aus dem Nahen Osten zu importieren. Bloomberg zufolge wurden in der Woche vom 15. November bis 20. November 2025 rund ein Dutzend Schiffe gechartert, um Öl aus Saudi-Arabien, Kuwait, Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten über das Arabische Meer zu transportieren.

Die Sanktionen von Donald Trump schaden Putins Ölgeschäft zutiefst. 

Schiffsbroker berichten von Buchungen von Supertankern und kleineren Suezmax-Schiffen, die eine Verladung von Ende November bis Dezember 2025 sicherstellen sollen. Indische Käufer weiten laut Bloomberg ihre Suche aus, um noch mehr Tanker für diese Route zu gewinnen.

Nach Trump-Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft: Indien und China suchen sich andere Quellen

Indiens Schritt dürfte wenig überraschend kommen. Mitte November gab es bereits Berichte über mögliche Verhandlungen zwischen Indien und Vertretern arabischer Ölkonzerne. Am Rande einer Energiekonferenz in Abu Dhabi zeichneten sich offenbar Aussichten auf eine Zusammenarbeit ab. Ölproduzenten aus dem Nahen Osten haben laut Bloomberg-Informationen die Lieferung von Öl Mitte November 2025 zugesichert.

Neben Indien hat auch China angedeutet, Alternativen zum russischen Öl zu erwägen. Die chinesischen Staatskonzerne Sinopec und PetroChina haben einen Einfuhrstopp von Direktkäufen bei Lukoil und Rosneft angekündigt. Laut der Moscow Times haben sich ihnen kleinere private Raffinerien angeschlossen.

Wie dramatisch die Lage derzeit für russische Ölproduzenten ist, sieht man daran, wie schwer mit russischem Öl beladene Tanker ihre Fracht loswerden. Zwei Tanker, die mit rund 1,5 Millionen Barrel Ural-Öl beladen sind, finden laut Bloomberg keine Abnehmer. Reuters berichtete, dass einer der Tanker (Sikar) bereits am 6. Oktober 2025 beladen wurde und zum Port Said aufbrach. Allerdings hielt der Tanker vor dem Suezkanal an, genauso wie der Tanker Monte 1, der nur drei Tage später, am 30. Oktober 2025 anhielt.

Putins Ölgeschäft wankt wegen US-Sanktionen – bisher brachten sie für die russische Wirtschaft Milliarden ein

Das Ölgeschäft hat Putin im Jahr 2024 rund 107 Milliarden Euro Gewinn eingebracht. Mithilfe seiner Umgehungsmethoden konnte Putin sein Öl auf Schattentanker, also marode und schwer identifizierbare Schiffe, verladen und über den Seeweg an die Käufer transportieren lassen. Die westlichen Sanktionen könnten den Ölhandel allerdings immer weiter erschweren und die Umsätze schmälern. (Quellen: Bloomberg, Reuters (bohy))

Rubriklistenbild: © IMAGO / Russian Look

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