Lukrative Kooperation winkt

Rheinmetall sichert sich Bundeswehr-Deal – und hofft auch auf Italien

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Rheinmetall schließt einen lukrativen Millionendeal mit der Bundeswehr ab – ein weiterer könnte dank einer strategischen Übernahme in Italien folgen.

Düsseldorf – Rheinmetall steht kurz vor dem nächsten Mega-Geschäft in der Rüstungsindustrie: Die Bundeswehr hat dem Düsseldorfer Unternehmen einen Auftrag über mehr als 1000 Logistikfahrzeuge im Wert von über 770 Millionen Euro erteilt. Die Auslieferung dieser Fahrzeuge soll noch in diesem Jahr beginnen.

Mega-Deal für Rheinmetall: Mehr als 1.000 Logistikfahrzeuge über 770 Millionen Euro für die Bundeswehr

Bei den bestellten Militärfahrzeugen handelt es sich um 963 Einheiten mit Wechselladersystemen (WLS). Einige dieser Fahrzeuge sind mit geschützten Fahrerhäusern ausgestattet, um in gefährlicheren Einsatzgebieten Versorgungskonvois zu schützen. Die Fahrzeuge verfügen über austauschbare Ladeflächen und wetterfeste Plane-Spriegel-Aufbauten. Dank der WLS-Technologie können Einheiten vor Ort flexibel auf unterschiedliche Aufgaben reagieren, sei es für Materialnachschub oder Berge-Operationen. Zusätzlich wurden 425 ungeschützte Transportfahrzeuge (UTF) bestellt.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall mit seinem Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger hat sich einen Großauftrag der Bundeswehr gesichert – ein nächster in Italien könnte bald folgen.

Diese Bestellung ist Teil eines im Juli 2024 unterzeichneten Rahmenvertrags, der die Lieferung von bis zu 6500 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von bis zu 3,5 Milliarden Euro über sieben Jahre vorsieht. Dieser Auftrag ist der größte in der Geschichte von Rheinmetall im Bereich der logistischen Fahrzeuge.

Expansion bei Militär-Lkws: Rheinmetall leiste „Beitrag zur Mobilität und Einsatzbereitschaft der Streitkräfte“

André Barthel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV), äußerte sich zufrieden: „Als verlässlicher Partner der Bundeswehr freuen wir uns, weitere Fahrzeuge auszuliefern und damit einen Beitrag zur Mobilität und Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu leisten.“

Das Düsseldorfer Unternehmen plant zudem eine internationale Expansion im Bereich der Militär-Lkws. Der Konzern führt Gespräche mit dem italienischen Verteidigungsunternehmen Leonardo zur Übernahme des militärischen Lkw-Geschäfts der Iveco Defence Vehicles (IDV). Diese Gespräche erfolgen im Kontext der geplanten Aufspaltung des italienischen Nutzfahrzeugherstellers, bei dem Leonardo die Rüstungssparte IDV für 1,7 Milliarden Euro erworben hatte.

Kooperation mit italienischen Rüstungskonzern soll ausgeweitet werden – Rheinmetall vor Großauftrag

Rheinmetall soll nun in diese Zusammenarbeit eingebunden werden. Die Fahrzeuge von IDV werden von mehreren europäischen Streitkräften genutzt, darunter Deutschland, Spanien und Belgien. Seit Anfang 2025 betreiben Rheinmetall und Leonardo das Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV). Gemeinsam arbeiten sie am Bau des Kampfpanzers „Panthers KF51“ und des Schützenpanzersystems „Armoured Infantry Combat System (AICS)“ für die italienische Armee.

Die Aufträge des Joint Ventures haben ein Volumen von etwa 20 bis 25 Milliarden Euro und werden über einen Zeitraum von rund 15 Jahren abgewickelt. Erste Lieferungen sind bereits Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025 über die Bühne gegangen. Im Jahr 2024 trug IDV mit etwa 7,4 Prozent zum Gesamtumsatz der Iveco Group bei, was rund 1,13 Milliarden Euro entsprach. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bozen beschäftigt weltweit 2.000 Mitarbeiter und betreibt Werke in Deutschland, Rumänien und Brasilien. Laut dem Handelsblatt setzten sich Iveco und Rheinmetall mit ihrem gemeinsamen Angebot gegen den französisch-deutschen Panzerbauer KNDS und den tschechischen Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CG) durch.

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