Rüstungskonzern schafft in Deutschland hunderte neue Stellen – „bekennen uns klar zur Region“
VonJulian Baumann
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Der deutsche Ableger eines US-Rüstungskonzerns hat in der Region große Pläne und investiert allein in zwei Standorte mehr als 20 Millionen Euro.
Kaiserslautern – Die Wirtschaft in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) hatte in den vergangenen Monaten vor allem Rückschläge zu verkraften. Eine geplante Gigafabrik mit rund 2.000 neuen Jobs liegt weiterhin auf Eis und vor wenigen Wochen kündigte das Traditionsunternehmen Pfaff an, rund die Hälfte der Arbeitsplätze in der Stadt abbauen zu wollen. Aus der Rüstungsindustrie gibt es nun aber gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort. Das Unternehmen General Dynamics European Land Systems (GDELS) ist auf Wachstumskurs und will in den kommenden Jahren hunderte neue Arbeitsplätze schaffen.
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GDELS ist der europäische Ableger des US-Rüstungskonzerns General Dynamics mit Hauptsitz in West Falls Church (Virginia). Die General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems GmbH (GDELS-Bridge, ehemals Eisenwerke Kaiserslautern) ist seit 1864 in Kaiserslautern und seit den frühen 1990er Jahren mit einem weiteren Standort im nahen Sembach (Kreis Kaiserslautern) vertreten, wie es in einer Mitteilung vom 23. September heißt. Eben in diese beiden Standorte will das Rüstungsunternehmen gezielt investieren. Auch ein deutscher Motorenbauer hat vor wenigen Wochen angekündigt, hunderte Stellen aufbauen zu wollen.
Rüstungsunternehmen GDELS will 2026 rund 20 Millionen Euro in Rheinland-Pfalz investieren
Der Mitteilung zufolge wurden, neben dem Aufbau von zwei neuen Standorten in Süddeutschland im Umland von München und im südlichen Baden-Württemberg, bereits im laufenden Jahr rund 10 Millionen Euro in die beiden rheinland-pfälzischen Werke investiert. Im kommenden Jahr soll diese Investition mit rund 20 Millionen Euro verdoppelt werden. „Wir bekennen uns klar zur Region und investieren gezielt in Infrastruktur, Fertigungskapazitäten und in die Schaffung flächentarifgebundener, unbefristeter, qualifizierter Arbeitsplätze“, betont GDELS-Bridge und -Deutschland-Chef Christian Kauth. Konkret sollen in Kaiserslautern und Sembach bis 2029 rund 400 neue Arbeitsplätze entstehen.
Name
General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems GmbH
Gründung
1864 als Eisenwerke Kaiserslautern
Sitz
Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz
Branche
Rüstungsindustrie
Mitarbeiter
550 (2025)
Teilkonzern
Gerneral Dynamics European Land Systems mit Sitz in Madrid, Spanien
Mutterkonzern
General Dynamic mit Sitz in West Falls Church, Virginia (USA)
Ein zentrales Element ist der Ausbau einer Produktionshalle für die Fertigung von Schwimmbrücken auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Kaiserslautern. Zudem soll die Produktionskapazität für das Amphibienfahrzeug M3 verdoppelt werden. Kauth, der neben seinem Posten bei dem Rüstungsunternehmen auch Präsident des Arbeitgeberverbandes Pfalzmetall ist, betont in der Mitteilung, dass die Investitionen nicht davon ablenken sollten, dass „die Politik weiter verpflichtet ist, die Standortbedingungen für die Industrie in Deutschland schnellstmöglich zu verbessern.“ Für die wirtschaftlich angeschlagene Region ist die Nachricht aber überaus positiv.
Ministerpräsident Schweitzer begrüßt Entscheidung – „stärkt den Industriestandort“
In der Mitteilung von GDELS zur Investition in Kaiserslautern und Sembach wird auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) zitiert. „Ich freue mich über die Entscheidung von GDELS–Bridge Systems zu einer Millionen-Investition an den Standorten Kaiserslautern und Sembach“, erklärte der Regierungschef. „Das stärkt den Industriestandort Rheinland-Pfalz und schafft rund 400 tarifgebundene Arbeitsplätze für die Region.“ Schon heute seien die amphibischen Brückensysteme von GDELS–Bridge Systems weltweit gefragt. Das Unternehmen selbst erklärt, dass bereits 90 Prozent der Schwimmbrücken-Kapazitäten der NATO aus Kaiserslautern stammen.
Was sind Brückensysteme und Schwimmbrücken?
Brücken-Systeme sind militärische Ausrüstungen, mit denen Soldaten schnell Gewässer, Schluchten oder andere Hindernisse überbrücken können. Die Pioniertruppe der Bundeswehr nutzt verschiedene Systeme je nach Einsatzzweck.
Schwimmbrücken sind spezielle Brücken, die auf dem Wasser schwimmen und aus einzelnen Pontons (schwimmfähigen Segmenten) zusammengebaut werden.