Starkes Wachstum: Deutscher Motorenbauer benötigt „hunderte Stellen in Deutschland“
VonJulian Baumann
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Rolls-Royce Power Systems auf Erfolgskurs: Der Großmotorenbauer prosperiert im ersten Halbjahr 2025 und will seine Belegschaft in Deutschland und international vergrößern.
Wie Rolls-Royce Power Systems am 4. August in einer Pressemitteilung erklärte, konnte das Unternehmen um die traditionsreiche Marke mtu Friedrichshafen den profitablen Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2025 fortsetzen. Bereinigt um das im vergangenen Jahr an die Deutz AG verkaufte Geschäft mit Motoren im unteren Leistungsbereich hat das Unternehmen seinen Umsatz um 20 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert. Das ermöglicht dem Großmotorenbauer weitere Investitionen und darüber hinaus die Besetzung von Stellen in den stark ausgelasteten Werken.
Rolls-Royce Power Systems will wegen hoher Auslastung der Werke hunderte Stellen neu besetzen
Als Hersteller von Großmotoren für Militärfahrzeuge und Schiffe profitiert Rolls-Royce Power Systems vom derzeitigen Boom in der Rüstungsindustrie. Die größten Wachstumstreiber sind laut der Mitteilung aber das Energie- und das Behördengeschäft. Das bereinigte Ergebnis konnte im ersten Halbjahr um ganze 89 Prozent zulegen. „Dass diese Entwicklung möglich ist, verdanken wir vor allem dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – an unseren weltweiten Standorten, in Deutschland und in Friedrichshafen“, erklärt RRPS-Chef Jörg Stratmann. „Sie treiben Innovationen voran, meistern komplexe Herausforderungen und leisten täglich Herausragendes. Dafür danke ich allen ausdrücklich.“
Name
Rolls-Royce Power Systems AG
Gründungsjahr
1909 (MTU Friedrichshafen), Januar 2014 (Rolls-Royce Power Systems)
Der Motorenbauer vom Bodensee beschäftigt weltweit bereits mehr als 10.000 Mitarbeiter und diese Zahl soll aufgrund der hohen Nachfrage und der deshalb stark ausgelasteten Werke national und international weiter steigen. In der Mitteilung werden konkret offene Stellen am Hauptsitz in Friedrichshafen und in den deutschen Werken Magdeburg (Sachsen-Anhalt), Augsburg und Ruhstorf (Bayern), aber auch im Zuge von Werkserweiterungen in Aiken und Mankato (USA) genannt. Aufgrund der hohen Auslastung seien „hunderte Stellen in Deutschland und international zu besetzen“.
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Stammsitz in Friedrichshafen soll Mitte 2026 modernisiert werden
Neben einem Stellenaufbau in mehreren Werken ermöglichen die guten Zahlen dem Großmotorenbauer noch weitere Investitionen. „Wir investieren so umfangreich wie nie zuvor: in neue Motorenplattformen, zukunftsweisende Technologien und den Ausbau unserer Werke“, erklärt Stratmann. „Damit schaffen wir die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und stärken unsere technologische Führungsposition.“ Neben dem bereits genannten Ausbau der US-Werke in Aiken und Mankato soll auch der Stammsitz in Friedrichshafen modernisiert werden.
„Mitte des Jahres 2026 wird ein Teil der groß angelegten Modernisierung der Produktionsanlagen in Friedrichshafen mit der Inbetriebnahme einer neuen Montagelinie für die mtu-Baureihe 4000 abgeschlossen“, heißt es dazu konkret in der Mitteilung. „Weitere Teile des Werks werden kontinuierlich modernisiert, um es den steigenden Absatzzahlen anzupassen und möglichst effizient nach dem neuesten Stand der Technik produzieren zu können.“ Zuletzt hatte Rolls-Royce Power Systems Mitarbeiter des kriselnden Nachbarn ZF auf Leihbasis eingestellt.