VonPatrick Freiwahschließen
Trotz Sanktionen mischt Russlands Wirtschaft munter im Welthandel mit. Eine Auswertung über russische Containerhäfen zeigt: Nur die Geschäfte selbst haben sich verändert.
Moskau/München – Dass die vom Westen auferlegten Sanktionen für Russland teilweise ihre eigentliche Absicht verfehlen, zeichnet sich an mehreren Stellen ab und das seit geraumer Zeit. Ein weiteres Indiz für diese Erkenntnis liefert eine Auswertung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Demnach blüht in den drei größten Containerhäfen des Landes (wieder) das Geschäft: Es befindet sich offenbar sogar annähernd auf dem Niveau wie vor Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022.
Russlands Häfen florieren: Schiffsverkehr nahezu auf Vorkriegs-Niveau
„In Russlands Häfen steigt die Anzahl ankommender Containerschiffe sprunghaft an und liegt trotz Sanktionen und einem schwachen Rubel fast auf dem Niveau vor Ausbruch des Krieges“, erklärt das IfW im Rahmen des neuen „Trade Indicators“. Hierfür nimmt das Institut regelmäßig globale Handelsflüsse im Schiffsverkehr unter die Lupe und veröffentlicht eine Auswertung der Daten (auf Basis eines Algorithmus) auf seiner Website. Die jüngste Statistik bezieht sich auf August und verdeutlicht, dass sich Russlands Wirtschaft offenbar munter gegen die Sanktionen des Westens stemmt und sich rege am Welthandel beteiligt.
Zwar sind einst „verbrüderte“ Staaten wie Deutschland weitestgehend weggefallen, andere sind jedoch dazugekommen bzw. das Pensum wurde vergrößert. Konkret bezieht sich die Auswertung auf die drei größten Containerhäfen des Landes:
- Sankt Petersburg
- Wladiwostok
- Noworossijsk
Haupttreiber der russischen Ausfuhren ist dem Vernehmen nach der gewachsene Geschäftsumfang mit China.
Sanktionen gegen Russland: Handelsvolumen mit China vergrößert
Das Reich der Mitte gehört zu jenen Ländern, die Sanktionen gegen Russland nicht unterstützen und Energie sowie Rohstoffe weiter direkt aus Russland beziehen, statt teurer über Drittstaaten wie es zum Beispiel Länder der EU tun. Laut BusinessInsider war der Verkehr von Containerschiffen von und nach Russland aufgrund des Ukraine-Kriegs in Folge der Sanktionen zwischenzeitlich um etwa 90 Prozent eingebrochen, dieses Tief scheint mittlerweile überwunden. Die Analyse des Kieler Instituts bezieht sich auf entladene Güter, die vom deutschen Schifffahrtsdienstleister FleetMon aus Rostock erfasst wurden.
Dass die Geschäfte zwischen Russland und China besser denn je laufen, belegt eine Bekanntgabe des chinesischen Zolls, über die das Portal Bloomberg berichtet: Demnach wuchsen die Importe aus Russland im vergangenen Monat stärker denn je, das beruht jedoch auf Gegenseitigkeit: Umgekehrt sind die Exporte nach Russland im August 2023 um 63,2 Prozent nach oben gegangen, erläutert Agence France-Presse (AFP). (PF)
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