Stellenabbau bei Daimler, ZF und Co.: Gewerkschafter macht „unfähige Manager“ verantwortlich
VonJulian Baumann
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Die Sparmaßnahmen deutscher Großkonzerne treffen aktuell vor allem die Mitarbeiter. Ein Gewerkschafter macht allerdings „unfähige Manager“ verantwortlich.
Mannheim - Die deutsche Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen und kaum ein Konzern kommt aktuell daran vorbei, auf die Kostenbremse zu drücken. Zuletzt hatte beispielsweise Siemens den Abbau von 6.000 Stellen angekündigt und auch bei den Unternehmen in Baden-Württemberg sieht die Lage – bis auf wenige Ausnahmen – mehr als düster aus. Durch den Stellenabbau, Auslandsverlagerungen und sogar Standortschließungen bekommen die Mitarbeiter die Sparmaßnahmen unmittelbar zu spüren. Laut einem Gewerkschafter sind aber die Manager verantwortlich.
Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr
Am 31. März hatte die IG Metall zur Delegiertenversammlung im Mannheimer Gewerkschaftshaus geladen. Bei dem Treffen ging es um den Personalabbau, der Mannheim und die Rhein-Neckar-Region und eben auch ganz Baden-Württemberg massiv betrifft. „Konzerne nutzen die wirtschaftliche Situation, um den Arbeitsplatzabbau voranzutreiben“, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall Mannheim.
Mannheims IG Metall-Chef macht Manager für drastische Sparmaßnahmen verantwortlich und erntet Beifall
Die genannten Unternehmen und viele andere nennen hohe Kosten, notwendige Investitionen und eine schwache Nachfrage nach E-Autos, Komponenten oder Bauteilen als Gründe für die Sparmaßnahmen. Thomas Hahl, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim, sieht noch einen anderen Grund. „Das Problem ist, dass wir es mit unfähigen Managern zu tun haben, die nicht zur Haftung gezogen werden!“, erklärte er laut Mitteilung unter lautem Beifall bei der Delegiertenversammlung. Ein Headhunter hatte gegenüber IPPEN.MEDIA ebenfalls erklärt, dass die Top-Manager Deutschland in die Krise stürzen würden.
IG Metall verweist auf Lage in den USA - „Angriffe auf Mitbestimmung, Lohnfortzahlung und Arbeitsplätze“
Die IG Metall verweist in der Mitteilung unter anderem auf die Lage in den USA, bei der zunehmend auch in der Wirtschaft oligarchische Strukturen das Ruder übernehmen. Auch deshalb sei es zwingend notwendig, das Selbstbestimmungsrecht in Deutschland zu verteidigen. „Denn die Angriffe auf die Mitbestimmung, auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auf unsere Arbeitsplätze können wir nur abwehren, wenn wir uns solidarisch als Beschäftigte aufstellen“, heißt es dort. Zuletzt hatte die IG Metall Warnstreiks in Kfz-Werkstätten gestartet, um in den andauernden Tarifverhandlungen Druck zu machen.