Präzisionswerkzeughersteller

Stellenabbau bei deutschem Weltmarktführer – Unternehmen nennt jetzt konkrete Mitarbeiterzahlen

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Groz-Beckert kämpft mit deutlichem Umsatzrückgang und ergreift Gegenmaßnahmen. Der Präzisionswerkzeughersteller hat sich bereits von 150 Mitarbeitern getrennt, weitere folgen.

Albstadt – Der Weltmarktführer für die Herstellung, Entwicklung und den Vertrieb von Präzisionswerkzeugen für die Textilindustrie, Groz-Beckert mit Sitz in Albstadt (Baden-Württemberg), hatte im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang zu verkraften und steuert mit Sparmaßnahmen gegen. Wie das Unternehmen zum Abschluss des Geschäftsjahres am 24. Februar mitteilte, hatte sich der Konzern mit 150 Mitarbeitern auf eine einvernehmliche Trennung geeinigt.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

In derselben Mitteilung betonte Groz-Beckert aber auch, dass weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion notwendig werden könnten und, dass man im ersten Quartal 2025 darüber entscheiden wolle. In einer aktuellen Mitteilung teilte das Unternehmen nun mit, dass bis Ende des Jahres 2025 weitere Mitarbeiter den Konzern verlassen werden. Im April hatte Groz-Beckert ein Tochterunternehmen wegen „drastischen Absatzrückgängen“ geschlossen.

Weltmarktführer Groz-Beckert will bis Ende 2025 insgesamt 250 Stellen abgebaut haben

Am Dienstag (13. Mai) erklärte Groz-Beckert in einer Pressemitteilung, dass das im November 2024 gestartete Freiwilligenprogramm mittlerweile abgeschlossen sei und man sich mit insgesamt 202 Mitarbeitern auf die Auflösung des Arbeitsvertrages geeinigt habe. Einige Austritte haben demnach bereits stattgefunden, ein Großteil soll aber im September und November erfolgen. „Mit der Höhe des Stellenabbaus sieht sich Groz-Beckert vor dem Hintergrund der volatilen Rahmenbedingungen für die kommende Zeit hinsichtlich der Personalstärke angemessen aufgestellt“, heißt es in der Mitteilung.

Name Groz-Beckert KG
Gründung 1852
SitzAlbstadt, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau, Textilindustrie
Mitarbeiter 9.419 (2024)
Umsatz 839 Millionen Euro (2024)

Durch die einvernehmliche Auflösung der Arbeitsverträge von 202 Mitarbeitern, die mit einer Abfindung verbunden ist, sowie der natürlichen Fluktuation durch Eigenkündigungen oder Renteneintritte baut Groz-Beckert bis Ende des Jahres 250 Stellen ab. „Der Stellenabbau betrifft die technischen und kaufmännischen Verwaltungsfunktionen“, heißt es in der Mitteilung. „In der Nadelproduktion findet hingegen kein Stellenabbau statt.“ Dort werde mit einem stabilen Personalbedarf gerechnet und aktuelle Nachfrageschwächen mit Kurzarbeit ausgeglichen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Groz-Beckert am Stammsitz auf Kurzarbeit gesetzt.

Das Traditionsunternehmen Groz-Beckert setzt für einen notwendigen Personalabbau auf Freiwilligkeit.

Probleme der Maschinenbaubranche und der Textilindustrie belasten Groz-Beckert

Als Gründe für den Umsatzrückgang im vergangenen Jahr und die notwendigen Sparmaßnahmen nannte Groz-Beckert zum einen die verschiedenen Krisen der vergangenen Jahre und zum anderen auch die aktuellen geopolitischen Herausforderungen. Im zentralen Geschäftsfeld Textil Tools, also der Herstellung von Präzisionsmaschinen für die Textilindustrie, macht sich sowohl die Krise in der Maschinenbaubranche als auch in der Textilindustrie bemerkbar. Zusätzlich zum geplanten freiwilligen Stellenabbau plant Groz-Beckert aber keine weitere Kostenreduktion.

Auch der Autozulieferer ElringKlinger hat ein Sparprogramm beschlossen, das mit einem Stellenabbau einhergeht.

Rubriklistenbild: © Groz-Beckert KG

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