VonMarcel Reichschließen
Streiks und Blockaden könnten Deutschland ab dem 8. Januar lahmlegen. Ein „Horror-Start“ ins neue Jahr droht.
Kassel – Ab dem 8. Januar könnten drei wichtige Branchen vor massiven Streiks stehen: In Landwirtschaft, Eisenbahn und Transport drohen Blockaden. Es scheint, dass ein starker Widerstand gegen die Ampel-Koalition und die Leitung der Deutschen Bahn im Anmarsch ist. Die überwiegende Mehrheit der mehr als 80 Millionen deutschen Bürger könnte davon betroffen sein.
Transportbranche ärgert sich über die kürzlich erhöhte Lkw-Maut
Sven Schulze, Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt (CDU), äußerte gegenüber der Bild-Zeitung: „Es droht ein Horror-Start ins neue Jahr“. Die Landwirte ärgern sich über die steigenden Preise für Agrardiesel und die Kfz-Steuer. Der Bauernverband plant eine „Aktionswoche“ als Protest vom 8. bis 15. Januar, die mit einer Abschlusskundgebung in Berlin endet.
Die Lokführer der GDL verlangen eine Gehaltserhöhung (Monatslohn plus 555 Euro und einmalig 3000 Euro) und eine Reduzierung der Arbeitszeit (35 statt 38 Stunden pro Woche). Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft, hat Streiks von bis zu fünf Tagen ab dem 7. Januar angekündigt. Betroffen wären die Deutsche Bahn und die S-Bahnen.
Die Transportbranche ärgert sich unter anderem über die kürzlich erhöhte Lkw-Maut. Dirk Engelhardt, der Vorsitzende des Verbandes, äußerte gegenüber der Bild-Zeitung: „Es ist fünf nach zwölf. Klar ist: Die Bauern und die Transportbranche halten Deutschland am Laufen. Keine Landwirte und keine Lkw bedeuten keine Versorgung“.
Laut Minister Sven Schulze könnten sich möglicherweise auch Gastronomen den Protesten anschließen. Er fordert die Ampel-Koalition auf, „über Weihnachten Ergebnisse vorzulegen“, um einen umfangreichen Streik zu verhindern.
Im Verkehrsministerium wird die Streikdrohung bisher noch entspannt betrachtet. Es wurde darauf hingewiesen, dass ein Generalstreik verboten ist.
Rubriklistenbild: © Markus Matzel/imago

