Insolvenz trifft weiteres deutsches Unternehmen: 161 Mitarbeiter eines Traditionsunternehmens aus Oberfranken bangen um ihre Existenz.
Oberkotzau – Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Insolvenzen in Deutschland rasant. Doch auch 2025 sieht es nicht gut aus: Gerade erst meldete eine der größten IT-Firmen in NRW Insolvenz an, Hunderte Mitarbeiter sind betroffen. Auch ein bedeutender Batterieproduzent schlitterte in die Pleite. Nun steht ein weiteres Traditionsunternehmen nach über 100 Jahren vor dem Aus: Die Spedition Leupold GmbH aus dem oberfränkischen Oberkotzau hat Insolvenz angemeldet. Der Dienstleister hat bereits am 16. Juni beim Amtsgericht Hof ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
Name
Spedition Leupold GmbH
Gründung
1918
Sitz
Oberkotzau, Bayern/Oberfranken
Branche
Logistik
Mitarbeiter
161
Nach über 100 Jahren: Fränkische Spedition ist insolvent – 161 Mitarbeiter bangen
Fachkräftemangel, steigende Kosten, schwächelnde Konjunktur – nach Aussage der Insolvenzverwalter gab es vielfältige Gründe für die Entscheidung zu diesem Schritt. Ursächlich verantwortlich sei die „angespannte Marktsituation der letzten Jahre im Speditions- und Logistikbereich“, wie unter anderem infranken.de berichtet. Tatsächlich brachte die kriselnde Konjunktur bereits andere Speditionen in die Bredouille.
Gemäß einer Pressemeldung des zum Generalbevollmächtigten bestellten Rechtsanwalts Gunther Neef der Anwaltskanzlei Neef, Schwarz + Kollegen habe die Spedition Leupold GmbH bereits am 16. Juni beim Amtsgericht Hof einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt, so TV Oberfranken.
Ein weiteres deutsches Unternehmen ist in die Insolvenz gerutscht. 161 Mitarbeiter eines Traditions-Unternehmens aus Oberfranken müssen nun um ihren Job bangen.
Spedition Leupold hofft auf Sanierung – nach über 100 Jahren Firmengeschichte
Besonders bitter: Das Unternehmen wurde vor über Hundert Jahren bereits 1918 gegründet – und von Friedrich und Florian Leupold bereits in der fünften Familiengeneration geführt. Der Betrieb wurde ursprünglich als klassisches Speditionsunternehmen für den regionalen Güterverkehr gegründet. Im Laufe der Zeit hat sich Leupold zu einem umfassenden Dienstleister in den Bereichen Logistik, Transport und internationaler Warenverkehr entwickelt. Die weiteren Gesellschaften der Leupold-Gruppe sind laut der Mitteilung von der Insolvenz-Antragstellung nicht betroffen.
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Mehr als 100 Jahre alt: Traditionsspedition meldet Insolvenz in Eigenregie an
„Das Unternehmen hat frühzeitig gehandelt und daher gute Voraussetzungen für eine Neuausrichtung im Rahmen der Eigenverwaltung“, erklärt Neef. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb nachhaltig zu stabilisieren und langfristig wirtschaftlich neu auszurichten. Dabei sollen möglichst viele der aktuell 161 Arbeitsplätze erhalten werden.
Das operative Geschäft der Spedition Leupold laufe trotz des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt weiter: „Unsere oberste Priorität ist es, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und verlässliche Zukunftsaussichten für unsere Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftspartner zu schaffen“, so der Generalbevollmächtigte Neef. Die informierten Kunden, Lieferanten und Spediteure hätten ihre Unterstützung bei der Betriebsfortführung bereits zugesagt. „Wir arbeiten in allen Bereichen des Unternehmens an unterschiedlichen Restrukturierungsmaßnahmen“.
Die Belegschaft sei über die nächsten Schritte in Kenntnis gesetzt worden, Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld gesichert. Nun solle in den kommenden Wochen soll ein detailliertes Sanierungskonzept erarbeitet werden.