Von Patrick Freiwah
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Der Chip-Spezialist Wolfspeed steckt in der Krise. Ein Insolvenzverfahren in den USA soll helfen – für das hochgelobte Werk im Saarland kommt die Maßnahme zu spät.
Durham/Endorf - Wolfspeed galt einst als Musterbeispiel für den grünen Wandel in der Chipindustrie. Dann platzte jedoch ein deutsch-amerikanisches Milliardenprojekt – und nun kämpft der US-Hersteller von Leistungshalbleitern ums wirtschaftliche Überleben.
Hierfür hat der angeschlagene Konzern Wolfspeed einen drastischen Schritt angekündigt: Im Zuge eines Sanierungsplans will das Unternehmen in den Vereinigten Staaten die Insolvenz anmelden. Ziel sei es laut einer veröffentlichten Mitteilung , die Schuldenlast um rund 70 Prozent oder 4,6 Milliarden Dollar zu senken. Gleichzeitig ist den Angaben zufolge eine Finanzspritze von 275 Millionen Dollar vorgesehen. Stimmen alle Beteiligten zu, soll das Verfahren zur finanziellen Gesundung bereits im dritten Quartal 2025 abgeschlossen sein.
Wolfspeed und ZF planten Chipfabrik im Saarland als europäisches Vorzeigeprojekt Bitter ist die Entwicklung der vergangenen Monate für Deutschland: Gemeinsam mit dem Autozulieferer ZF Friedrichshafen wollte Wolfspeed in der saarländischen Gemeinde Ensdorf „die weltweit größte und modernste Fabrik für Halbleiter aus Siliziumkarbid“ bauen. 2,7 Milliarden Euro sollte Wolfspeed beisteuern, der deutsche Zulieferer rund 170 Millionen. Vom Staat waren Fördermittel in Höhe von einer halben Milliarde Euro eingeplant. Im Gegensatz zum gescheiterten Northvolt-Projekt flossen hier jedoch noch keine öffentlichen Gelder.
Wolfspeed und ZF Friedrichshafen wollten im Saarland eine Chipfabrik bauen. Das Vorhaben, das auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger beschäftigte, ist jedoch gescheitert.
© Imagn Images/BeckerBredel/Imago,Bildmontage: IPPEN.MEDIA
Das Werk galt als weiteres Schlüsselprojekt für die europäische Halbleiterstrategie und als Katalysator für den Umstieg auf Elektromobilität. Doch die finanziellen Probleme der beiden Unternehmen ließ die Pläne bereits 2023 ins Wanken geraten und noch vor der offiziellen Absage zog sich ZF aus dem Projekt zurück .
Wolfspeed: US-Zollpolitik und rote Zahlen belasten das Geschäft Hinzu kamen für Wolfspeed massive Probleme auf dem Heimatmarkt: Ein undurchsichtiges Zollregime in den USA behinderte den Chip-Export und verschärfte die wirtschaftliche Lage. Bereits vor wenigen Wochen hatte das US-Unternehmen deshalb die Fortführung des Geschäfts mit Halbleitern aus Siliziumkarbid infrage gestellt.
Dabei hatte der US-Hersteller erst im Herbst 2024 Hunderte Millionen Dollar aus dem US-Subventionsprogramm IRA unter Präsident Joe Biden erhalten. „Siliziumkarbid ist eine überlegene Alternative zu Silizium für Hochleistungsanwendungen“, zeigten sich die Wolfspeed-Manager damals überzeugt.
Das sind die wertvollsten deutschen Startups – einige kennen Sie bestimmt Omio, ehemals GoEuro, ist ein Berliner Unternehmen, das 2013 gegründet wurde und nach Angaben der weltweiten „Unicorn“-Liste von CBInsights mit einer Milliarde US-Dollar bewertet ist. Omio bietet eine Plattform an, auf der Zug-, Flug-, Bus- und Autoverbindungen verglichen und gebucht werden können. ©
IMAGO/Dreamstime Auch die Berlin Brands Group (BBG) hat ihren Sitz in Berlin. Das E-Commerce-Unternehmen wurde 2005 gegründet und ist seit 2021 ebenfalls mit einer Milliarde US-Dollar bewertet. Die Gruppe besitzt und betreibt mehr als 56 Marken und verfolgt eine Strategie, bei der nicht nur eigene Marken entwickelt, sondern auch erfolgreiche E-Commerce-Marken erworben, auf einer eigenen Plattform integriert und vergrößert werden. © IMAGO/imageBROKER/Timon Schneider Agile Robots, gegründet 2018, ist ein deutsches Technologieunternehmen aus München, das sich auf die Entwicklung von intelligenten Robotersystemen spezialisiert hat. Es kombiniert künstliche Intelligenz und Robotik, um Lösungen für die Automatisierung in der Fertigung, Automobilindustrie und Gesundheitswesen zu bieten. Wert: Eine Milliarde US-Dollar. © IMAGO/Timon Schneider/SOPA Images SellerX kommt erneut aus Berlin und wurde 2020 gegründet. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Amazon-Shops zu kaufen und zu optimieren. Das Unternehmen hat erhebliche Mittel aufgenommen, darunter eine Finanzierung im Dezember 2021, die es mit einer Bewertung von 1 Milliarde US-Dollar auszeichnete. © IMAGO/Zoonar.com/Timon Schneider Stand des Unternehmens InFarm in einem Supermarkt InFarm ist ein Unternehmen im Bereich der urbanen Landwirtschaft, das 2013 gegründet wurde. Es hat sich auf vertikale Landwirtschaft spezialisiert und nutzt modulare, cloud-vernetzte Farmeinheiten, um frische Lebensmittel in städtischen Gebieten zu produzieren. Firmensitz ist wie bei vielen anderen deutschen „Unicorns“ erneut Berlin. Bewertung: Eine Milliarde US-Dollar. © IMAGO/ColleenMichaels Ein Handydisplay zeigt die Grover-App Grover ist auch in der Bundeshauptstadt ansässig und bietet eine Abonnementplattform für Elektronikprodukte an. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 können Nutzer über Grover Smartphones, Laptops, Kameras und andere Technik monatlich mieten, anstatt sie zu kaufen. Unternehmenwert: Eine Milliarde US-Dollar. © IMAGO/Zoonar.com/Timon Schneider Die App von Taxfix in einem App-Store Nicht um Technik, sondern um eine möglichst einfache und mobile Erstellung von Steuererklärungen geht es dem Berliner Unternehmen Taxfix. 2016 gegründet, bietet die Firma eine App an, die mithilfe eines Fragebogens und maschinellem Lernens sicherstellen will, dass keine steuerlichen Rückerstattungen ungenutzt bleiben. Taxfix hat in mehreren Finanzierungsrunden insgesamt 330 Millionen Dollar aufgenommen und wurde 2022 mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar als „Unicorn“ eingestuft. © IMAGO/Rüdiger Wölk Ein Flink-Lieferant fährt mit einem Fahrrad Flink ist ein deutsches Unternehmen für Lebensmittel- und Kurierlieferung. Gegründet wurde Flink 2020. Über eine App können Nutzer eine Vielzahl von Lebensmitteln und Alltagsartikelnbestellen. Flink ist in mehr als 60 Städten in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden aktiv. Das Unternehmen erreichte 2021 eine Bewertung von 1,07 Milliarden US-Dollar, was es zu einem Unicorn machte. Firmensitz ist? Richtig: Berlin. © IMAGO/Michael Gstettenbauer Stand des Hamburger Unternehmens 1KOMMA5 Das nächste Unicorn kommt nicht aus Berlin, sondern Hamburg: 1KOMMA5° wurde 2021 gegründet und ist auf nachhaltige Energielösungen für Privathaushalte spezialisiert. Das Unternehmen ist mit 1,08 Milliarden US-Dollar bewertet und bietet Produkte für die dezentrale Energieerzeugung und -speicherung an, darunter Solaranlagen, Wärmepumpen, Wallboxen für Elektrofahrzeuge und ein intelligentes Energiemanagementsystem. © IMAGO/Michael Bihlmayer Logo des Berliner Unternehmens Sennder auf einem Handydisplay Sennder ist ein digitales Logistikunternehmen aus Berlin, das sich auf die Optimierung von Straßentransporten spezialisiert hat. Gegründet im Jahr 2015, verbindet das Unternehmen kleine und mittelständische Transportunternehmen mit großen Versandhändlern. Sennder nutzt digitale Plattformen, um den Frachtprozess zu automatisieren. Im Jahr 2021 erreichte das Unternehmen den Unicorn-Status und ist 1,1 Milliarden US-Dollar wert. © IMAGO/Dreamstime Produktbeispiele der Firma Enpal Enpal hat sich auf die Bereitstellung von Solarenergie-Lösungen für private Haushalte spezialisiert. Das Berliner Unternehmen wurde 2017 gegründet und verfolgt ein Geschäftsmodell, bei dem Kunden keine hohe Anfangsinvestition tätigen müssen, sondern die Ausrüstung stattdessen leasen können. Enpal ist mit 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/Michael Bihlmayer Software des Unternehmens Staffbase Staffbase ist ein Chemnitzer Unternehmen, das 2014 gegründet wurde und sich auf die Verbesserung der internen Kommunikation für große und internationale Unternehmen spezialisiert hat. Mit der Staffbase-Software können Unternehmen personalisierte Kommunikation auf verschiedenen Kanälen bereitstellen, einschließlich mobiler Apps und Intranets. Staffbase ist mit 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet. © Staffbase Teller mit Essen auf einem Tisch Choco ist ein 2018 gegründetes Unternehmen, das mithilfe einer digitalen Plattform Restaurants und Lieferanten miteinander verbindet, um den Bestellprozess in der Lebensmittelversorgungskette zu vereinfachen. Die Plattform nutzt Künstliche Intelligenz, um Bestellungen zu verwalten und automatisiert in das System von Großhändlern und Lieferanten zu integrieren. 2022 erreichte Choco den Unicorn-Status mit einer Bewertung von 1,2 Milliarden US-Dollar. © IMAGO/imageBROKER/Galina Didebashvili Außenwerbung von Scalable Capital Scalable Capital ist eine digitale Vermögensverwaltungsplattform, die 2014 in München gegründet wurde. Das Unternehmen bietet sowohl Robo-Advisor-Dienste für automatisierte Investitionen als auch eine Handelsplattform für unabhängige Investoren. Nutzer können in Aktien, ETFs, Fonds und Krypto-Währungen investieren oder maßgeschneiderte Portfolios für langfristige Vermögensaufbauziele anlegen. Bewertung: Stolze 1,4 Milliarden US-Dollar. © IMAGO/Michael Gstettenbauer Sitz von Solaris in Berlin Zurück nach Berlin: Dort sitzt ebenfalls Solaris, Anbieter von Banking-as-a-Service (BaaS)-Lösungen, der es Unternehmen ermöglicht, Finanzdienstleistungen über smarte Schnittstellen in ihre Angebote zu integrieren. Gegründet 2016, stellt Solaris eine Plattform bereit, die es Firmen ermöglicht, Bankdienstleistungen wie Zahlungen, Konten, Kredite und Investmentmanagement anzubieten. Der Unternehmenswert liegt bei 1,6 Milliarden US-Dollar. © Dominic Erschen Drei Elektro-Scooter der Firma Razor Gleicher Sitz, höhere Bewertung: Razor ist ein Anbieter von Scooter- und Fahrzeugprodukten, der 2000 mit der Einführung des berühmten Razor Model A Kick-Scooters weltweit bekannt wurde. Das Unternehmen revolutionierte den klassischen Tretroller und machte ihn zu einem beliebten Freizeitgerät für Kinder und Erwachsene. Razor hat sein Sortiment im Laufe der Jahre auf Elektroscooter, Hoverboards, elektrische Skateboards und sogar auf Spielzeuge wie RipStiks ausgeweitet. Dafür wird Razor mit 1,7 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/Dreamstime/Michaelvi Blick auf ein Handydisplay und das Firmenlogo von Commercetools Commercetools ist ein Unternehmen aus München, das eine Plattform für „Composable Commerce“ bereitstellt. Gegründet 2006, bietet es eine flexible E-Commerce-Lösung, die es Unternehmen ermöglicht, ihre digitalen Handelslösungen nach Bedarf zu konfigurieren. Commercetools wird von großen Unternehmen wie Volkswagen und Audi genutzt und wird mit rund 1,9 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/imageBROKER/Timon Schneider GetYourGuide-App in einem App-Store GetYourGuide ist eine Plattform für die Buchung von Reiseerlebnissen, die 2009 in Berlin gegründet wurde. Sie bietet Reisenden die Möglichkeit, Ausflüge, Touren und Aktivitäten in über 170 Ländern weltweit zu entdecken und zu buchen. Von geführten Stadttouren bis hin zu Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten und Abenteuerreisen – GetYourGuide will die Planung von Reisen erleichtern und erhält eine Unternehmensbewertung von zwei Milliarden US-Dollar. © IMAGO/Rüdiger Wölk Die App des Unternehmens DeepL in einem App-Store Ebenfalls zwei Milliarden US-Dollar wert ist DeepL aus Köln. Das Unternehmen ist auf maschinelle Übersetzungen spezialisiert und wurde 2017 gegründet. Mit dem Launch von DeepL Translator wurde das Unternhemen zu einem führenden Anbieter von KI-gestützten Übersetzungsdiensten. Das Unternehmen nutzt neuronale Netzwerke, um qualitativ hochwertige Übersetzungen anzubieten, die oft als präziser und nuancierter als die seiner Mitbewerber wie Google Translate gelten. DeepL bietet Übersetzungen in 33 Sprachen. © IMAGO/Rüdiger Wölk Firmenlogo von Forto auf einem Handydisplay Forto, ursprünglich als FreightHub bekannt, wurde 2016 gegründet und ein Berliner Logistik- und Frachtunternehmen. Die Firma ist auf die Optimierung von Lieferketten spezialisiert und bietet Dienstleistungen wie Luft-, See- und Schienenfrachtmanagement, Zollabwicklung sowie Lösungen zur zusammenführung von Käufen an. Es arbeitet mit führenden Marken aus verschiedenen Branchen, darunter Mode, Möbel und Elektronik zusammen. Forto ist auf mehreren Kontinenten tätig und hat eine Bewertung von 2,1 Milliarden US-Dollar erreicht. © IMAGO/Dreamstime/Timonschn Handydisplay mit dem Firmenlogo der NuCom Group Die NuCom Group aus Unterföhring hat eine Beteiligungsplattform für verschiedene Marken im Konsum- und Lifestylebereich entwickelt. Gegründet wurde das Unternehmen 2018. Es konzentriert sich auf den Aufbau eines Omnichannel-Marktplatzes, der verschiedene Marken und Dienstleistungen integriert, um eine breite Kundschaft über unterschiedliche Vertriebskanäle anzusprechen. NuCom gehört mehrheitlich zu ProSiebenSat.1 Media SE und ist mit 2,2 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/WireStock Flixtrain-Wagen von der Seite Die Bewertungen steigen: Flix ist ein Mobilitätsunternehmen, das 2013 gegründet wurde und eine Kombination aus Fernbus- und Fernzugreisen anbietet, hauptsächlich über die Marken FlixBus und FlixTrain. Flix, das bis 2022 noch FlixMobility hieß, ist mittlerweile in mehr als 40 Ländern tätig, darunter Europa, Nordamerika und der Türkei, und expandiert zunehmend nach Südamerika und Indien. 2021 wurde das Unternehmen mit rund 3 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/Arnulf Hettrich Handydisplay zeigt das Firmenlogo von Contentful Contentful ist eine Plattform für Content-Management, die 2013 in Berlin gegründet wurde und es Unternehmen ermöglicht, ihre Inhalte flexibel über verschiedene digitale Kanäle zu verwalten und bereitzustellen. Mit einer visuellen Modellierung und KI-gestützten Automatisierungen hilft Contentful Unternehmen wie IKEA und Spotify, ihre Content-Strategien auszuweiten. 2021 wurde das Unternehmen mit einer Bewertung von etwa 3 Milliarden US-Dollar geführt und gehört damit zu den erfolgreicheren Startups im Bereich Content-Management. © IMAGO/WireStock Ein Mitarbeiter arbeitet an einem Servicepunkt von Ottobock HealthCare an einem Rollstuhl Die Ottobock HealthCare GmbH, ein Medizintechnik-Unternehmen aus Duderstadt, ist spezialisiert auf Prothesen, Orthesen und Mobilitätslösungen. Die Firma hat durch ihre innovativen Entwicklungen, wie das mikroprozessorgesteuerte C-Leg-Knie und die Genium-Bionik-Prothesensysteme, internationale Anerkennung erlangt. Die Unternehmensbewertung liegt bei 3,52 Milliarden US-Dollar. © IMAGO/Kyodo News Firmenlogo von wefox Wefox ist ein digitales Berliner Versicherungsunternehmen, das 2015 gegründet wurde. Das Unternehmen bietet eine InsurTech-Plattform an, die es den Kunden ermöglicht, ihre Versicherungen zu verwalten, sowie individuell passende Versicherungsprodukte zu finden. Wefox konzentriert sich auf private Versicherungen wie Hausrat-, Kfz- und Haftpflichtversicherungen und ist mit 4,5 Milliarden US-Dollar bewertet. © wefox Trade-Republik-App in einem Appstore Trade Republic, 2015 in Berlin gegründet, ist ein Fintech-Unternehmen, das sich auf App-basierten Aktienhandel und Investmentmanagement spezialisiert hat. Die Plattform bietet Zugang zu Finanzprodukten, darunter Aktien, ETFs, Derivaten und Kryptowährungen, die alle über eine mobile App gehandelt werden können. Unterstützt von bedeutenden Investoren wie Sequoia Capital und Founders Fund, wurde Trade Republic 2021 mit einer Bewertung von mehr als 5 Milliarden US-Dollar bewertet. © IMAGO/Lobeca Ein Mann arbeitet an einem Laptop Helsing, gegründet 2021, ist ein Verteidigungs-Startup, das künstliche Intelligenz für militärische Anwendungen entwickelt. Das Unternehmen sitzt in München und setzt auf KI-gestützte Systeme, um Daten aus Sensoren in Echtzeit zu verarbeiten und so eine umfassendere Entscheidungsgrundlage für Sicherheitsbehörden und demokratische Regierungen zu schaffen. Zu seinen Projekten gehören unter anderem die Integration von KI in den Eurofighter der deutschen Luftwaffe und die Entwicklung von KI-Infrastruktur für das Future Combat Air System (FCAS) in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern. Helsing wird mit 5,37 Milliarden US-Dollar bewertet. © Helsing Firmenlogo von Personio auf einem Handydisplay Personio ist ein Münchner Technologieunternehmen, das 2015 gegründet wurde und eine Software für die Personalverwaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen anbietet. Die Plattform deckt HR-Prozesse ab, wie Personalbeschaffung, Onboarding, Gehaltsabrechnung und Zeiterfassung, und automatisiert viele administrative Aufgaben. Dank seiner wachsenden Beliebtheit und Marktdurchdringung in Europa hat das Unternehmen inzwischen eine Bewertung von 8,5 Milliarden US-Dollar erreicht und gehört damit zu den führenden deutschen HR-Tech-Startups. © IMAGO/WireStock Blick auf eine Filiale der Neobank N26 in Berlin N26 ist eine 2013 in Berlin gegründete Neobank, die als erste mobile Bank Deutschlands eine BaFin-Lizenz erhielt. Mit dem Ziel, Banking möglichst einfach und benutzerfreundlich zu gestalten, bietet N26 mobile Finanzdienstleistungen an. Die Bank, die von Investoren rund 1,8 Milliarden US-Dollar erhalten hat und mit mehr als 9 Milliarden US-Dollar bewertet wird, ermöglicht ihren Kunden unter anderem Kryptohandel, ETF-Investitionen und Sparlösungen. Damit liegt N26 auf Rang 2 der bestbewerteten deutschen Unicorns. Rang 1 aber geht nicht nach Berlin… © IMAGO/Schoening Firmenlogo des Unternehmens Celonis ... sondern an das Münchener Unternehmen Celonis, das sich seit seiner Gründung 2011 auf Process Mining und Prozessintelligenz spezialisiert hat. Es bietet Firmen durch eine KI-gestützte Plattform Einblicke in ihre Geschäftsabläufe und zeigt versteckte Potenziale zur Effizienzsteigerung auf. Die Software erstellt einen digitalen Zwilling der Unternehmensprozesse und identifiziert Chancen zur Optimierung und Automatisierung. Celonis ist mit rund 13 Milliarden US-Dollar bewertet und damit eines der wertvollsten europäischen Startups und das höchstbewertete Startup Deutschlands. © IMAGO/Dreamstime/Timonschn Verluste statt Visionen: Der Absturz von Wolfspeed in Zahlen Die Vision hinsichtlich E-Mobilität blieb, der Umsatz schrumpfte: 2024 setzte Wolfspeed umgerechnet 0,74 Milliarden Euro um – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Verlust (EBIT) belief sich auf satte 341 Millionen Dollar. Das Unternehmen, nach eigenen Angaben „weltweit führend in der Einführung von Siliziumkarbid-Technologien“, scheint den Spagat zwischen technologischer Ambition und finanzieller Realität nicht geschafft zu haben.
Derweil verbieten die USA den Export zentraler Chip-Software in die Volksrepublik China. Die Folgen treffen unter anderem Siemens – und gefährden Chinas Halbleiterambitionen erheblich. (PF mit Reuters)
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