Trump schlägt zu

Trump-Sanktionen und Ukraine-Angriffe: Putins Öl-Riese Lukoil angeblich „am Ende“

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US-Sanktionen schmälern Lukoils Profite erheblich. Als Reaktion plant der Konzern den Verkauf seiner ausländischen Besitztümer. Mit welchen Folgen?

Moskau – Ist der russische Mega-Konzern Lukoil am Ende? Schon im Sommer berichtete er größere Gewinneinbrüche – rund die Hälfte der Profite soll verloren gewesen sein. Dann haben sich die USA wieder ins Sanktionsgeschehen eingemischt und neue Hammer-Sanktionen gegen zwei russische Energiekonzerne verhängt, von denen einer Lukoil war. Der Konzern geht nun einen drastischen Schritt.

US-Sanktionen schwächen Russlands Wirtschaft – Putins Öl-Konzern muss Assets abstoßen

Der russische Öl-Riese Lukoil muss seine im Ausland liegenden Vermögenswerte verkaufen. Das teilte der Konzern am Montagabend (27. Oktober) mit und nannte die neuen US-Sanktionen als Auslöser für diesen Schritt. „Aufgrund der Einführung restriktiver Maßnahmen gegen das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften durch einige Staaten gibt das Unternehmen seine Absicht bekannt, seine internationalen Vermögenswerte zu veräußern“, erklärte der Konzern. Ein entsprechendes Bieterverfahren sei bereits angelaufen.

Wladimir Putin bei einem Kongress in Moskau (Symbolfoto). Neue US-Sanktionen drücken auf Lukoils Gewinne. Jetzt will der Konzern seine ausländischen Assets verkaufen. Welche Konsequenzen hat das?

Diese Mitteilung kam nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen die beiden größten Erdöl-Konzerne Russlands verkündet hatte. Neben Lukoil betraf dies auch Rosneft. Zu der Sanktionierung gehört auch, dass sämtliche Vermögenswerte beider Unternehmen in den USA eingefroren werden, außerdem dürfen US-Unternehmen nicht mehr mit Lukoil und Rosneft Handel treiben. Firmen, die noch Handel mit Lukoil und Rosneft treiben, haben einen Monat Zeit, um diese Beziehungen zu beenden.

Tun sie das nicht, drohen auch ihnen indirekte Sanktionen.

„Lukoil ist am Ende“ – wichtiger Öl-Konzern könnte durch Sanktionen Milliarden verlieren

Was heißt das für Russland? Zwar machen Lukoil und Rosneft zusammen grob die Hälfte der gesamten Erdöl-Fördermenge in Russland aus, aber der Handel mit den USA ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs stark zurückgegangen. Stattdessen hat sich Kreml-Chef Wladimir Putin asiatischen Ländern wie China und Indien zugewandt, um sein Öl loszuwerden. Trotzdem ist die Sanktionierung ein Problem.

Das zumindest berichtete eine ehemalige Lukoil-Führungskraft gegenüber dem Nachrichtenportal Politico. Der Abverkauf der ausländischen Assets soll Lukoils Einnahmen und Profite um „rund 30 Prozent“ einbrechen lassen. Unter anderem sei der Ölriese gezwungen, drei Raffinerien und etwa die Hälfte der rund 5.000 Tankstellen weltweit zu verkaufen. „Lukoil ist am Ende“, soll die Quelle gesagt haben.

Putins wichtigste Branche – so trifft Trump die Öl- und Gasverkäufe

Für Kreml-Chef Wladimir Putin sind die Öl-Riesen überlebenswichtig. Kein Wirtschaftszweig in Russland trägt mehr zum Staatshaushalt bei als die Öl- und Gasbranche. Schon im Jahr 2025 hat der Kreml größere Probleme damit, die fehlenden Einnahmen zu kompensieren – der niedrige Ölpreis und West-Sanktionen sorgten dafür, dass die Regierung in Moskau wichtige Investitionen kürzen musste. Außerdem musste sie dem National Wealth Fund (NWF), der üblicherweise für eine Ausbalancierung bei zu hohen oder zu niedrigen Ölpreisen sorgt, größere Summen entziehen.

Wenn jetzt also einer von Russlands größten Ölkonzernen tatsächlich größere Einkommenseinbrüche erleidet, stehen dem Kreml ähnliche Probleme wie schon zuvor ins Haus. Im Sommer hatten die großen Ölkonzerne schon deutliche Gewinneinbrüche berichtet, teilweise über 50 Prozent.

„Sinnloser Krieg“ – USA wenden sich weiter West-Sanktionen zu

Die Sanktionierung stellt einen weiteren Schritt der USA auf dem Weg der Abkehr von Russland dar. Seit dem Frühjahr – damals hatte Trump noch deutlich russland-freundlichere Töne verlauten lassen – hat das Land eine regelrechte Kehrtwende hingelegt. Anstatt die Lockerung von Sanktionen oder die Rückkehr amerikanischer Unternehmen nach Russland zu prüfen, schließen sich die USA jetzt wieder der westlichen Sanktionspolitik an.

Das liegt daran, dass das Weiße Haus die Geduld mit Putin verloren hat. „Weil Putin sich weigert, diesen sinnlosen Krieg zu beenden, wird das Wirtschaftsministerium die zwei größten Ölkonzerne sanktionieren, die die Kriegsmaschinerie des Kremls füttern“, sagte Scott Bessent, US-Finanzminister, dazu. „Wir ermutigen unsere Verbündeten dazu, es uns gleichzutun und sich diesen Sanktionen anzuschließen.“

Seit einigen Monaten kämpft Russland mit einer erheblichen Treibstoffkrise. Diese ergibt sich aus einer toxischen Mischung aus ukrainischen Drohnenangriffen und West-Sanktionen. Auch wichtige Wirtschaftszweige wie die russische Rüstungsindustrie, die erst kürzlich erste Ermüdungserscheinungen erkennen ließ, leiden darunter. (mit Material von AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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