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Trump meldet Handelsdeal mit China: Exportbeschränkungen für Seltene Erden sollen aufgehoben, US-Energie gekauft und Zölle gesenkt werden. Wirkt sich das auf die Märkte aus?
Busan – Seltene Erden, Zölle, Sojabohnen: Die Liste der Themen war lang im Vorfeld des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Südkorea, der Ausgang bis zuletzt unklar. Die Spannungen hatten in den letzten Monaten auch zu mehreren Achterbahnfahrten der Märkte geführt. Doch das lange antizipierte Treffen hat offenbar zu einer Einigung im Handelskonflikt geführt. Trump erklärte anschließend, das Gespräch habe seine Erwartungen deutlich übertroffen: „Auf einer Skala von null bis zehn – wobei zehn das Beste ist – würde ich dem Treffen eine Zwölf geben“, sagte er vor Journalisten. Was bedeutet das nun für den internationalen Handel und die Börse?
US-Präsident Trump und China-Präsident Xi nähern sich an: „Viele Entscheidungen getroffen“
Am Donnerstag, den 29. Oktober 2025, richtete sich die weltweite Aufmerksamkeit nach Busan in Südkorea, wo der international ausgefochtene Handelsstreit zwischen den USA und China seinen Höhepunkt erreichte. Im Anschluss an das Treffen erklärte US-Präsident Trump vor seinem Abflug zurück nach Washington: „Viele Entscheidungen wurden getroffen“. Drei zentrale Punkte umfasste das Abkommen: Chinas Zusage, Sojabohnen von US-Bauern zu kaufen, den Fluss von Fentanyl einzudämmen und die geplanten Exportbeschränkungen für Seltene Erden aufzuschieben.
China besitzt ein weltweites Monopol auf kritische Rohstoffe, die in Produkten von iPhones bis hin zu militärischer Ausrüstung benötigt werden und für die US-Wirtschaft ebenso wie für Europa praktisch unverzichtbar sind. Seltene Erden sind gar nicht so selten, wie der Name vermuten lässt – dennoch ist China der weltweit größte Produzent und Exporteur. Ein Ausfuhrstopp hätte katastrophale Folgen für die Weltwirtschaft. Trump erklärte nun laut Politico, es gebe keinerlei „Hindernisse bei Seltenen Erden“ und hoffte, dass der Begriff „für eine Weile aus unserem Wortschatz verschwinden“ werde. Genaue Details der Vereinbarung sowie mögliche Auswirkungen auf andere Länder sind bislang jedoch noch unklar. Trump kündigte an, die Zölle auf chinesische Exporte sofort von 57 % auf 47 % zu senken.
Inwieweit Trump das Thema der Ausfuhrbeschränkungen von Chips nach China genau besprach, ist noch nicht bekannt. Nach dem Treffen erklärte er jedoch, dass er und Xi über den Kauf von US-Chips durch China gesprochen hätten, wobei China mit Nvidia und anderen Herstellern über den Erwerb der Chips sprechen werde und die USA eher als eine Art „Schiedsrichter“ fungierten, berichtet The Guardian.
„Unsere Bauern werden glücklich sein“: China soll US-Sojabohnen und amerikanische Energie einkaufen
Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social berichtet Trump von einem Deal für die US-Landwirtschaft: China habe „den Kauf massiver Mengen an Sojabohnen, Sorghum und anderen Agrarprodukten“ zugesagt. Für die amerikanischen Bauern wäre das tatsächlich eine große Erleichterung, denn während sie 2022 noch Rekordexporte im Wert von 18 Mrd. US-Dollar nach China erzielten, beliefen sich die Lieferungen zwischen Januar und Juli 2025 nur auf 2,4 Mrd. US-Dollar.
Laut Trump gibt es auch einen Deal zwischen den USA und China in Hinblick auf amerikanische Energie: „Tatsächlich könnte eine sehr groß angelegte Transaktion stattfinden, bei der Öl und Gas aus dem Bundesstaat Alaska erworben werden“, schreibt Trump weiter zum Treffen. Er dankte am Ende seiner Nachricht mehreren Partnerstaaten für ihre Unterstützung und betonte, dass nun „Hunderte Milliarden Dollar“ in die US-Wirtschaft fließen würden.
Unsere Bauern werden sehr glücklich sein! Tatsächlich habe ich bereits während meiner ersten Amtszeit gesagt, dass die Bauern sofort mehr Land und größere Traktoren kaufen sollten. Ich möchte Präsident Xi dafür danken! Außerdem hat China zugestimmt, den Fluss von Seltenen Erden, kritischen Mineralien, Magneten usw. weiterhin offen und frei zu gewährleisten. (...) Die heute erzielten Vereinbarungen werden Millionen von Amerikanern Wohlstand und Sicherheit bringen.
„Versöhnungskurs“: Börse reagiert auf die Annäherung von USA und China zunächst positiv
Die Nachricht über eine Annäherung zwischen den USA und China sorgte an den Finanzmärkten für spürbare Erleichterung: Chinesische Aktien erreichten ein Zehnjahreshoch, und der Yuan stieg gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr.
Etwa eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,2 Prozent auf 24.164 Punkte. Für den EuroStoxx 50, das Leitbarometer der Euroregion, zeichnete sich ein Zuwachs von 0,1 Prozent ab. „Positiv ist auf jeden Fall, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt offensichtlich auf Versöhnungskurs sind und sich aufeinander zubewegen“, meint Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners zu Börse.de.