VonLars-Eric Nievelsteinschließen
Trump hat kanadische Elektrizitätsexporte mit Abgaben belastet. Der Regierungschef von Ontario reagiert. Für US-Bürger wird der Strom teurer.
Update vom 11. März, 15:53 Uhr: Im Handelskonflikt mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump den nördlichen Nachbarn jetzt mit Zöllen gedroht, die das „permanente Ende“ der kanadischen Autoindustrie mit sich bringen könnten. Am 12. März sollen die Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumprodukte aus Kanada von 25 Prozent auf 50 Prozent steigen. Das stellte er in einem Social-Media-Beitrag als eine Reaktion auf Kanadas Strom-Zölle dar, obwohl Kanadas Stromzölle wiederum eine Reaktion auf US-Stromzölle waren.
Erstmeldung vom 9. März, 13:57 Uhr: Ontario – „Er muss verstehen, dass er uns nicht angreifen kann“: Mit deutlichen Worten unterstrich Doug Ford, Premierminister von Ontario, Kanadas Antwort auf die von US-Präsident Trump geplanten Strafzölle. Ab dem 10. März wird Ontario die Strompreise für US-amerikanische Abnehmer um 25 Prozent erhöhen. Der Grund für diese Maßnahme sind die von den USA eingeführten höheren Zölle auf kanadische Stromimporte.
„Absolutes Chaos“ durch Trump – jetzt kommen Gegenzölle auf Strom-Importe
Ford erklärte in einem Interview mit CBS News, dass er diese Maßnahme nicht ergreifen wolle, aber Trump müsse begreifen, „dass er nicht einfach unser Land angreifen kann, wirtschaftlich, und dann auch noch erwartet, dass wir nichts tun.“ Die neuen Zölle auf Stromlieferungen werden 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen betreffen. Besonders die US-Bundesstaaten Minnesota, New York und Michigan, die von Ontario mit Energie versorgt werden, werden die Auswirkungen spüren.
Ford wies darauf hin: „Wir sehen das bereits bei den Gaspreisen im Nordosten.“ Diese würden „wieder“ steigen. In der Konsequenz könnte das dazu führen, dass wichtige Produktionsketten, etwa in der Autoindustrie, zum Erliegen kommen. Autoteile überqueren die Grenze zwischen Kanada und den USA bis zu achtmal, bevor sie in Ontario, Michigan oder einem anderen Staat montiert werden.
Trump habe ein „absolutes Chaos“ verursacht, das behoben werden müsse. Er könne dies jedoch verhindern, indem er die Zollerhöhungen auf kanadische Waren zurücknimmt. Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt massive Strafzölle gegen Kanada, Mexiko und China angekündigt, mit der Begründung, diese Länder hätten nicht genug unternommen, um den Drogenschmuggel in die USA zu stoppen, und das Handelsdefizit der USA sei zu hoch.
„Das Schlimmste, was er hätte tun können“ – Kanada setzt Hoffnung auf Republikaner-Unterstützung
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass die USA nur ein Prozent ihres Strombedarfs importieren. Dennoch sind insbesondere der Staat New York und Regionen wie New England stark auf kanadische Elektrizität angewiesen, was dort bald zu höheren Stromrechnungen führen könnte.
„Alle drei Gouverneure glauben, dass es absolut schrecklich ist, seine engsten Verbündeten und Freunde mit Zöllen zu belegen“, sagte Ford im kanadischen Nachrichtenportal CBC. „Und die Republikaner, nun, hinter verschlossenen Türen sagen die auch, dass es das Schlimmste ist, was er (Trump) hätte tun können. Es müssten mehr Republikaner sich trauen und dagegen aussprechen. Aber sie haben zu viel Angst.“
Tim Walz, Gouverneur von Minnesota, sieht in Trumps Handelsstreit eine „ernste Bedrohung“ für die Handelsbeziehungen mit Kanada. „Auch wenn der Präsident offenbar keinen Wert auf Partnerschaften legt, die uns Milliarden von Dollars in die Wirtschaft spülen – Minnesota tut das durchaus“, erklärte Walz in einem Statement Anfang März.
Höhere Zölle auf Strom-Importe – Daneben erhöht Kanada die Zölle auf andere US-Waren
Am Dienstag hatte Trump zehnprozentige Aufschläge auf kanadische Energieimporte eingeführt, woraufhin Ontario reagierte. Zusätzlich gibt es Verwirrung um weitere US-Zölle auf kanadische Waren, die Trump bereits angekündigt hatte. Kanada hatte darauf mit Gegenzöllen reagiert, die schon in Kraft sind (Stand 9. März). Am 7. März hatte Trump hier allerdings einen Aufschub gewährt. Dieses Hin-und-Her aus dem Weißen Haus stößt auf beiden Seiten der Grenze auf Kritik.
Ford äußerte seine Besorgnis: „Menschen werden ihre Jobs verlieren, ihre Rente, all das, wofür sie ein Leben lang gearbeitet haben.“ Auf die Frage nach seiner früheren Unterstützung für Trump sagte er: „Ich dachte, er wird einen guten Job machen. Mann, lag ich daneben.“
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