Antriebstechnologie

Mercedes schwächt Elektrifizierung ab: Performance-Tochter AMG haucht V8 neues Leben ein

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Mercedes-AMG hat 2024 Absatzeinbußen. Der legendäre V8 Biturbo soll den Trend bei den Verkaufszahlen stoppen.
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Das Motoren-Downsizing im Hause Mercedes-AMG hat viele Fans verprellt. Nun ändert der Performance-Hersteller offenbar seine Strategie und holt den V8 zurück.

Stuttgart/München - Die Antriebswende im elektrischen Zeitalter hat im Hause Mercedes-AMG zu wirtschaftlichen Turbulenzen geführt: Motoren-Performance ist schließlich der wesentliche Eckpfeiler der Tuningtochter und Fans in aller Welt geraten bei den leistungsstarken Modellen der Marke ins Schwärmen.

Doch das zunehmende Downsizing der jüngeren Vergangenheit hat einen großen Teil der Anhänger verprellt. Das Resultat zeigt sich bei den jüngsten Absatzzahlen: Konnte die Sparte aus Affalterbach im ersten Quartal 2023 weltweit noch knapp 40.000 Modelle verkaufen, schrumpfte die Zahl in den ersten drei Monaten dieses Jahres um mehr als ein Viertel, auf 29.000 Einheiten. 

Mercedes-AMG will “sehr effiziente und starke V8-Motoren zu liefern”

Nachdem sich bereits im April anhand von Erlkönig-Bildern der Verdacht aufdrängen, Mercedes-AMG werde dem V8 neues Leben einhauchen, verfestigt sich dies laut dem Insiderportal JESMB: Demnach werden in mehreren Neuheiten der Performance-Marke wieder handgefertigte V8-Aggregate zum Einsatz kommen. 

Modelle wie die getunte C-Klasse von AMG haben mittlerweile einen Vier- statt Achtzylinder an Bord:

Den Angaben zufolge erklärte der Chef des Werkstuners in einer Journalistenrunde, dass man das liefern wolle, was die Kunden wollen. „(...) Und wenn sie V8-Motoren nachfragen, dann ist es unser Job, sehr effiziente und sehr starke V8-Motoren zu liefern“, wird Michael Schiebe zitiert. Auch kleinere Verbrenner werden im Motoren-Portfolio von Mercedes noch lange Anwendung finden.

Mercedes-AMG setzt offenbar noch lange auf V8-Verbrenner

Bei dem entdeckten Prototyp handele es sich um den Mercedes-AMG CLE 63, der das Modellangebot der Baureihe 236 erweitert. Der “schwächere” CLE 53 ist bereits auf dem Markt und wird von einem Reihen-Sechszylinder mit elektrischer Unterstützung (449 + 23 PS) befeuert. Später sollen weitere Modelle mit dem V8 (M177) das Angebot erweitern und verschreckte Anhänger im Zuge des Motoren-Downsizing zurückgewinnen.

Die schnellsten deutschen Autos aller Zeiten: 9ff GT9 rast davon

Apollo IE
Platz 10 – Apollo Intensa Emozione (IE): Auch wenn der Name eher italienisch klingt, ist der Apollo IE ein waschechter Deutscher und der Nachfolger des Gumpert Apollo. Im Vergleich zu seinem Vorgänger von der – inzwischen insolventen – Gumpert Sportwagenmanufaktur ist der IE etwas langsamer: „lediglich“ 335 km/h sind drin. Für die Autobahn und die Rennstrecke sollte das jedoch immer noch ausreichen. © Sebastian Geisler/Imago
Porsche 959 S.
Platz 9 – Porsche 959 S: Der Ende der 1980er-Jahre gebaute Sportwagen ist alles andere als ein altes Eisen. Mit 339 km/h Höchstgeschwindigkeit braucht sich der 515 PS-starke Porsche 959 S auch vor modernen Fahrzeugen nicht verstecken. Den Sprint von null auf 100 legt er in grade einmal 3,7 Sekunden zurück. © Porsche
Porsche 911 GT2 RS
Platz 8 – Porsche 911 GT2 RS: Der 911 ist eine absolute Sportwagen-Ikone. Inzwischen gibt es ihn in unzähligen Varianten. Wer jedoch besonders schnell unterwegs sein will, der greift zum GT2 RS. Der Hardcore-Porsche beschleunigt mit seinen 700 PS in 2,8 Sekunden auf 100 km/h. Erst bei 340 km/h ist Schluss. © Porsche
Mercedes-Benz SLR McLaren Sterling Moss Edition
Platz 7 – Mercedes-Benz SLR McLaren Sterling Moss Edition: Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich ein ganz besonderer Sportwagen zu Ehren des ehemaligen Formel-1-Piloten Sir Stirling Moss (†). Im Vergleich zum regulären SLR McLaren wurde auf ein Dach und eine Windschutzscheibe verzichtet. Optisch lehnt sich der Supersportwagen an den 300 SLR von 1955 an. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h ist er jedoch deutlich schneller. © Sebastian Geisler/Imago
Porsche 918 Spyder
Platz 6 – Porsche 918 Spyder: Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 351,5 km/h hat es auch der Porsche 918 Spyder in die Top 10 der schnellsten deutschen Autos geschafft. Zwischen 2013 und 2015 wurde der Sportwagen 955 Mal gebaut. Die legendäre Nordschleife umrundete er in 6:57.00 Minuten. © Porsche
Mercedes-AMG One
Platz 5 – Mercedes-AMG ONE: Das Hypercar wurde 2017 auf der IAA in Frankfurt als „Project One“ vorgestellt und sollte ab 2019 in Serie gehen. Erst drei Jahre später rollte der Mercedes-AMG ONE zu den Kunden, die sich auf Formel-1-Technologie und 352 km/h Topspeed freuen dürfen.  © Mercedes-Benz AG
RUF CTR Anniversary
Platz 4 – Ruf CTR Anniversary: Sieht aus wie ein Porsche 911 (Baureihe 964), ist aber keiner. Zumindest nicht ganz. Denn der CTR Anniversary ist das erste Auto, das Ruf selbst entwickelt hat. Angetrieben wird der Sportwagen aus Pfaffenhausen von einem Sechs-Zylinder-Boxermotor mit 710 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 360 km/h. Für den Sprint von null auf Tempo 100 braucht der auf 50 Exemplare limitierte Sportwagen 3,5 Sekunden. © Sebastian Geisler/Imago
Gumpert Apollo
Platz 3 – Gumpert Apollo: Der Sportwagen von Ex-Audi-Motorsport-Chef Roland Gumpert wurde von 2005 bis 2016 in vier verschiedenen Versionen angeboten und war sowohl für Straße als auch die Rennstrecke zugelassen. In den Top-Versionen Apollo (650 PS) und Apollo S (750 PS) lag die Höchstgeschwindigkeit bei 360 km/h. © Sebastian Geisler/Imago
RUF CTR3 Clubsport.
Platz 2 – Ruf CTR3 (Clubsport): Wie der CTR Anniversary handelt es sich auch beim CTR3 (Clubsport) um eine Eigenentwicklung im Porsche-Look. Der 777 PS-starke Sechszylinder-Boxer peitscht den Sportwagen auf bis zu 380 km/h. © Sebastian Geisler/Imago
9ff GT9 Vmax
Platz 1 – 9ff GT9 Vmax: Auch von der Spitzenposition grüßt ein aufgemotzter Porsche 911 von der Dortmunder Firma 9ff. Angetrieben wird der Sportwagen von einem Sechszylinder-Boxermotor mit 1.400 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 437 km/h. Doch auch der "normale“ 9ff GT9 (409 km/h) und der GT9-R (414 km/h) sind kaum langsamer. © Sebastian Geisler/Imago

Ohne E-Motor dürfte aber auch der CLE 63 AMG nicht kommen: Es würde sich wohl um jenen Antriebsstrang handeln, der auch bei der neuen G-Klasse zum Einsatz kommt: Dort wird der V8 Biturbo als Mildhybrid von einem 48-Volt-Generator unterstützt, der die Rückgewinnung von kinetischer Energie ermöglicht.

Auch Mercedes-Benz selbst leidet 2024 unter einem Absatzschwund. Sind Werksschließungen die Folge? (PF)

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