Elektrische G-Klasse

Mercedes: Kritik an transformierter G-Klasse – „Wer Geld hat, darf die Umwelt zerstören“

Mercedes präsentiert eine elektrische Variante der legendären G-Klasse, mit über drei Tonnen Gewicht. Viele Fans sind aus dem Häuschen - manche stocksauer.

Stuttgart/München - Seit mehr als 40 Jahren ist die G-Klasse ein fester Bestandteil des Modellportfolios von Mercedes-Benz. Nach längerer Vorankündigung (erstmals auf der IAA Mobility 2021 in München) wird der traditionsreiche Geländewagen nun ins elektrische Zeitalter befördert.

Den kantigen Koloss aus Baden-Württemberg, der seit Jahrzehnten mit nahezu unveränderter Optik gebaut wird, gibt es 2024 auch als Elektroauto zu kaufen.

Mercedes G-Klasse: Elektrischer „Dinosaurier“ kostet knapp 200.000 Euro

Auf der Auto China 2024 in Peking (noch bis 5. Mai) wurde die voluminöse Mercedes-Neuheit erstmals als Serienmodell enthüllt. Auf den Markt kommen wird die Baureihe W 465 im zweiten Halbjahr, die Preise werden dem Vernehmen nach bei knapp unter 200.000 Euro beginnen.

Die neue G-Klasse verfügt in der Elektroversion über vier E-Motoren, die nahe den Rädern montiert sind und über 432 kW/588 PS sowie über ein Drehmoment von 1164 Nm verfügen. Außerdem trägt das nun größte E-Auto der Stuttgarter einen Akku mit einer Kapazität von 116 kWh, der eine Reichweite von über 400 Kilometern ermöglichen soll.

Mercedes verabreicht der traditionsreichen G-Klasse eine Elektrifizierung. Das Ergebnis ist auf der Auto China 2024 zu sehen.

Trotz des hohen Gewichts von über drei Tonnen beschleunigt die elektrische G-Klasse in weniger als fünf Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 180 km/h.

Elektrische G-Klasse kann sich wie ein Panzer auf der Stelle drehen

Wie der Premiumhersteller erläutert, werden die Geländeeigenschaften trotz Elektrifizierung nicht beeinträchtigt - vielmehr sei das Gegenteil der Fall: Der „G 580 mit EQ Technologie“ - so die Modellbezeichnung - soll sogar durch tiefere Wasser fahren und noch steilere Hänge erklimmen können. 

Dank der individuellen Ansteuerung aller Motoren (Torque Vectoring) kann die elektrische G-Klasse auch seitlich im Krebsgang fahren, oder sich wie ein Panzer auf der Stelle drehen. Der Mercedes G 580 besitzt wie die elektrischen Markenbrüder einen typisch glatten Black-Panel-Grill mit leuchtendem Rahmen um den Stern ist ebenfalls vorhanden. Statt eines Ersatzreifens trägt die elektrische G-Klasse am hinteren Ende eine Designbox, wo zum Beispiel das Ladekabel verstaut werden kann.

Weltweit erfreut sich die Mercedes G-Klasse einer großen Beliebtheit. 2023 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Absatzplus von 11 Prozent erreicht (über 40.000). In diesem Jahr wird die ikonische Marke erstmals elektrisch aufgelegt, darüber hinaus wird es zwei leistungsstarke Benziner sowie einen Dieselantrieb geben, die drei Triebwerke werden allesamt von einem E-Motor von 48 Volt unterstützt, dabei handelt es sich um sogenannte Mildhybride.

Bis zu 2.200 Kilo Anhängelast: E-Autos, die ordentlich was schleppen können

Ein Volvo C40 Recharge Pure Electric.
Platz 10 – Volvo C40 Recharge Pure Electric: Zugegeben der Name ist etwas sperrig. Doch als Lastenesel taugt auch der Elektro-SUV der Schweden allemal. 100 Kilogramm Stützlast und eine maximale Anhängerlast von 1800 Kilogramm befördern den Volvo C40 Recharge Pure Electric in die Top 10. © Volvo
Ein Fisker Ocean.
Platz 9 – Fisker Ocean: Wie viele Hersteller von Elektroautos ist auch Fisker noch eine junge Marke. Mit dem Ocean will man Tesla die Kunden abjagen. Dabei könnte auch helfen, dass der Elektro-SUV ein richtiges Zugtier ist. Die maximale Anhängerlast liegt bei satten 1815 Kilogramm. Allerdings kostet die Anhängerkupplung 1780 Euro extra. © Fisker Inc.
Genesis GV70 Electrified.
Platz 8 – Genesis GV70 Electrified: Auch dieser SUV beweist, dass Elektroautos in der Lage sind, schwere Anhänger zu ziehen. Mit 180 Kilogramm Stützlast ist der Genesis GV70 ganz weit vorne. Die maximale Anhängerlast beträgt 1.800 Kilogramm. © Richard Parsons/Genesis
Ein BMW i7.
Platz 7 – BMW i7: Wer Luxus pur möchte, der ist beim 7er-BMW genau richtig. Seit der neuen Generation gibts es die Limousine auch rein elektrisch und die lässt sich im Zweifel auch vor einen Anhänger spannen. Die maximale Anhängelast liegt bei 2000 Kilogram, die maximale Stützlast bei 80 Kilogramm. Für die Anhängerkupplung werden jedoch 1350 Euro Aufpreis fällig. © Fabian Kirchbauer/BMW
Nio EL7
Platz 6 – Nio EL7: Auch die Chinesen machen keine halben Sachen. Die Anhängerkupplung ist beispielsweise bereits serienmäßig dabei. Die maximale Anhängerlast des EL7: 2000 Kilogramm. © Nio
Nio ET7
Platz 5 – Nio ET7: Wie der EL7 kann auch die Elektro-Limousine bis zu 2000 Kilogramm ziehen. Und auch die Anhängerkupplung gibt es ohne Zuzahlung. © Nio
Polestar 3
Platz 4 – Polestar 3: Die Volvo-Tochter baut ihre Modellpalette immer weiter aus. Natürlich darf da auch ein sportlicher Elektro-SUV nicht fehlen. Mit einer maximalen Anhängerlast von 2200 Kilogramm und 100 Kilogramm Stützlast ist der Polestar 3 fast ein Allround-Talent. Die 1.400 Euro für die Anhängerkupplung schmerzen allerdings doch etwas. © Stefan Isaksson/Polestar
Volvo EX90
Platz 3 – Volvo EX90: Auf dem Podium folgt ein weiterer Elektro-Schwede. Die maximale Anhängerlast des EX90 liegt bei 2200 Kilogramm, die Stützlast bei 100 Kilogramm. Für die optionale Anhängerkupplung verlangt Volvo zusätzliche 1190 Euro. © Volvo
BMW iX
Platz 1 – BMW iX: Die maximal 2.500 Kilogramm Anhängerlast des Bayers sind unangefochtene Spitze. Bei der Stützlast spielt der iX mit 100 Kilogramm ebenfalls ganz vorne mit. Über das Design lässt sich – typisch BMW – jedoch streiten. © Uwe Fischer/BMW

Mercedes erntet Kritik für G 580 - „Hauptsache was mit elektrisch“

Wie kommt die elektrische Mercedes G-Klasse beim deutschen Volk an? Freilich sind die Meinungen gespalten: Manche Fans sind aus dem Häuschen, andere üben angesichts des tonnenschweren Ungetüms Kritik. Das betrifft jedoch nicht nur die ökologische Bilanz:

  • „Im Vergleich zu den allermeisten SUVs sieht der G richtig schlank und zierlich aus. Die Rückkehr zu diesem Basisdesign würde ich mir in den Allerwelts-Karren auch wünschen.“
  • „Wer will, kann jetzt G mit grünem Image verbinden (zumindest wenn man nicht permanent an die Gesamt-CO2-Bilanz denkt, die aber im Top Luxus-Segment bei den geringen Stückzahlen nicht unbedingt so wichtig ist)“
  • „Und wieder der hässliche Klavierlackdeckel vorne drauf. Gute Autos, aber die Fronten, ne ne ne…“
  • „An der Front kann man noch arbeiten, aber die Technik mit vier Einzelmotoren ist interessant, da ist wohl im Gelände alles möglich.“
  • „Preis? Bei den Fans der G-Klasse ist das uninteressant. Das ist ein Prestige- und Funobjekt. Tauglich vom Gelände bis zur Eisdiele... notfalls auch zur Kita!“
  • „Luxuslifestyle und Ressourcenverschwendung ohne Sinn und Verstand unter dem Deckmantel der Ökologie. Hauptsache was mit elektrisch, sch*** auf die Gesamtökobilanz.“
  • „Sieht aus wie ein gelecktes Milchbubigesicht.“
  • „Einer der wenigen echten Geländewagen der Massenhersteller, den aber kaum jemand im Gelände einsetzen wird, weil es aufgrund seines Preises nur ein Lifestyle-Produkt für Reiche ist.“
  • „Die Karre ist zwar Blödsinn, aber jedem das Seine. Motto: „Besser große Autos als kleine Panzer.“
  • „An den paar Sonderstücken wird die Welt auch nicht untergehen...“
  • „Wer Geld hat, darf weiter die Umwelt zerstören. Aber die bösen Kleinwagen, die gibt es aus Umweltgründen bald nicht mehr.“
  • „...und wieder einmal ein schallend lautes Fanal zum Thema ‚Was in dieser Welt alles verkehrt läuft‘“.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

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