Pkw-Neuzulassungen 2025

Volkswagen unschlagbar in Europa: Im ersten Halbjahr klar besser als Erzrivale

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Sinkende Verkaufszahlen, steigende E-Auto-Anteile – der große Durchbruch bleibt fern. Was den europäischen Automarkt bremst und welche Hersteller dennoch punkten können

Brüssel/München – Der europäische Automarkt bleibt im ersten Halbjahr 2025 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Laut dem Branchenverband ACEA wurden in der EU 1,9 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als im Vorjahr. Besonders aufgrund der Entwicklung der Neuzulassungen im Juni ist die Stimmung ernüchternd:

Mit einem Minus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich, wie schwierig in ganz Europa, inklusive der EU, das Marktumfeld für Autobauer aktuell ist. Gründe sind schwaches Wirtschaftswachstum, die Inflation mit hochpreisigen Neuwagen, allgemeine Unsicherheit und wirtschaftspolitische Krisen.

Pkw-Neuzulassungen Europa: Rückgang in Deutschland – Volkswagen dominiert

Überdurchschnittlich hart traf es bei den Pkw-Neuzulassungen Deutschland mit einem Rückgang von 4,7 Prozent, Frankreich sogar mit minus 7,9 Prozent und Italien mit minus 3,9 Prozent. Spanien hingegen konnte mit einem Plus von 13,9 Prozent glänzen. Auch in Polen, Schweden und Österreich stiegen die Verkaufszahlen laut der veröffentlichten Zahlen.

Bei den Marken bleibt Volkswagen europaweit der Platzhirsch und legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent zu. Renault wuchs gar um 5,4 Prozent, während Stellantis (u.a. Opel, Peugeot, Fiat) mit einem Minus von 11,1 Prozent deutliche Verluste einstecken muss. Tesla musste sogar einen Rückgang von 33,2 Prozent hinnehmen. So sind die deutschen Autobauer im Ranking der Hersteller gelistet:

AutokonzernAbsatz 1. Halbjahr 2025\tAbsatz 1. Halbjahr 2024\tVeränderung (in Prozent)
Volkswagen1.810.6581.769.789+2.3 %
Stellantis1.040.9021.145.419-9.1 %
Renault708.106671.890+5.4 %
Hyundai539.212 564.228-4.4 %
BMW485.887 467.565 +3.9 %
Toyota480.466 519.134 -7.4 %
Mercedes-Benz341.209 350.91-2.6 %

Tesla (164.569 Neuzulassungen) setzte auf dem hiesigen Kontinent sogar gut zwei Fünftel weniger Autos ab als vor Jahresfrist.

Elektro- und Hybridautos beim Absatz auf dem Vormarsch

Die Antriebswende nimmt derweil Fahrt auf, wenngleich langsamer als von Politik und Industrie erhofft: Reine Elektroautos kamen im ersten Halbjahr auf einen Marktanteil von 15,6 Prozent – das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders in Deutschland stiegen die Neuzulassungen von E-Autos um 35,1 Prozent, eine umstrittene neue Förderung könnte die Entwicklung antreiben.

Bei den Plug-in-Hybriden legte Deutschland sogar um 55,1 Prozent zu, europaweit beträgt deren Marktanteil jetzt 8,4 Prozent. Die eigentlichen Gewinner sind aber die nicht aufladbaren Hybride, die in Frankreich besonders stark (34,1 Prozent) und auch in Deutschland (9,9) erneut wachsen.

Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage ist Volkswagen (u. a. DFB-Sponsor) in Europa bei den Neuzulassungen tonangebend.

Benziner und Diesel verlieren in Europa langsam an Bedeutung

Klassische Verbrenner verlieren auf dem europäischen Automarkt derweil spürbar an Bedeutung. Ihr Marktanteil schrumpfte von 48,2 Prozent im Vorjahr auf nur noch 37,8 Prozent. Besonders Dieselautos geraten ins Hintertreffen und erreichen nur noch 9,4 Prozent Marktanteil.

Die Nachfrage nach Neuwagen bleibt allerdings insgesamt mau, wie Constantin Gall von EY gegenüber Agence France-Press (AFP) zusammenfasst: „Das liegt an den schwierigen Rahmenbedingungen: Schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Neuwagenpreise, hohe Unsicherheit, geopolitische Konflikte.“

In einem Qualitätsranking fallen deutsche Hersteller derweil mit einer überraschenden Bewertung auf. (PF)

Rubriklistenbild: © Beautiful Sports/Imago

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