Milliardendeal

Von Mercedes G-Klasse inspiriert: Pistorius bestellt neue High-Tech-Fahrzeuge für die Bundeswehr

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Deutschlands Luftlandetruppen sollen ab 2025 Fahrzeuge vom Typ Caracal bekommen. Rüstungskonzern Rheinmetall will davon mehr als 2000 Stück liefern.

Berlin – Aufstockung bei der Bundeswehr: Der Rüstungskonzern Rheinmetall will bald spezielle Fahrzeuge für Lufteinsätze liefern. Ein entsprechender Rahmenvertrag wurde gemeinsam mit den niederländischen Streitkräften geschlossen, wie der Konzern mitteilte. Es geht demnach um insgesamt 3058 Fahrzeuge vom Typ Caracal für beide Nationen, von denen die Bundeswehr 2054 Stück erhalten soll. Der potenzielle Auftragswert soll bis zu 1,9 Millionen Euro betragen. Das Fahrzeug sei mit einer „breiten Palette von Fähigkeiten“ ausgestattet, heißt es.

Spezialfahrzeug für die Bundeswehr: Was kann der Caracal?

Das bis zu 130 Kilometer pro Stunde schnelle Allradfahrzeug kann dank seiner Bauweise bei luftgestützten Operationen für verschiedene Funktionen eingesetzt zu werden – vom einfachen Truppentransport über Sanitätseinsätze und verschiedenen logistischen Anwendungen. Die Auslieferung der ersten Probemodelle ist bereits im ersten Quartal 2024 geplant, der Start der Serienauslieferung ist für Anfang 2025 vorgesehen, teilte Rheinmetall mit.

Die Bundeswehr bekommt ein neues militärisches Gerät: Das Luftlandefahrzeug vom Typ Caracal.

Rheinmetall liefert über 2000 Caracal für Bundeswehr: „Wesentlicher Beitrag“ für Sicherheit

Wie das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) mitteilte, können die geländegängigen Fahrzeuge in Flugzeuge und Transporthubschrauber verladen und zu Einsatzorten transportiert werden. Das Fahrzeuggewicht ist laut Angaben der Behörde mit knapp fünf Tonnen für den taktischen Lufttransport im Rahmen luftbeweglicher Operationen zur Landes- und Bündnisverteidigung sowie für militärische Evakuierungen optimiert.

Jeweils ein Fahrzeug kann in einem schweren Transporthubschrauber als Innenlast zum jeweiligen Einsatzort transportiert werden. Ein Transport als Außenlast ist ebenso möglich. „Der Caracal leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung und Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und unserer Verbündeten“, heißt es in der Mitteilung.

Das Design des Caracal ist laut Rheinmetall von der neuen Mercedes-Benz G-Klasse inspiriert und basiert auf einem militarisierten Fahrgestell, einer Kooperation des Autoherstellers mit dem Spezialausrüster ACS Armoured Car Systems. Das Fahrzeug zeichne „sich durch höchste Mobilität, einen leichten Aufbau und optional montierbare Schutzelemente gegen ballistische und Minenbedrohungen aus“, teilte der Rüstungskonzern mit, der zuletzt auch immer wieder beklagt hatte, bei Aufträgen zu leer auszugehen.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Bundeswehr finanziert sich Caracal-Fahrzeuge über Sondervermögen

Björn Bernhard, Geschäftsführer der Rheinmetall Landsysteme GmbH ist überzeugt, dass die Lieferung der Caracal Fahrzeuge reibungslos verlaufen wird. „Gemeinsam mit unseren Partnern Mercedes-Benz AG und Armoured Car Systems GmbH haben wir die Fahrzeugproduktion voll industrialisiert, wodurch wir zügig große Stückzahlen in industrieller Serienqualität liefern können“, sagte Bernhard.

Die Endmontage aller deutschen und niederländischen Fahrzeuge soll an zwei Montagestandorten in den Niederlanden (in Ede und beim designierten Partner VDL Special Vehicles B.V. aus Eindhoven) realisiert werden. „Dadurch können wir unsere Produktion an zwei Montagestandorten skalieren und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Wertschöpfung in unserem Partnerland Niederlande beitragen“, so Bernhard.

Für die Finanzierung soll in Deutschland das Sondervermögen der Bundeswehr genutzt werden. Jüngst gab es allerdings Bedenken, dass die Bundeswehr von den 100 Milliarden Euro nur die Hälfte zum Kauf zusätzlicher Ausrüstung verwenden können. Denn alleine 33 Prozent des Sondervermögens gleichen Einsparungen beim Verteidigungsetat im Kernhaushalt aus, acht Prozent werden für Zinsen aufgewendet, wie Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts kurz vor dem Nato-Gipfel in Vilnius ergaben. (bohy)

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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