Wallbox in der Tiefgarage – Münchens langwieriger Weg zur E-Mobilität
VonPatrick Freiwah
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Viele Münchner möchten ihr Elektroauto in der Tiefgarage laden, doch die Umsetzung dauert oft ewig. Die Stadtwerke München nennen Gründe für den Wallbox-Ärger.
München – Elektromobilität wird langsam aber sicher massentauglich, doch für viele Interessenten bleibt eine große Hürde: die fehlende Ladeinfrastruktur in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern.
Die Stadtwerke München (SWM) bieten mit ihrer „M-Ladelösung“ ein Konzept zur Elektrifizierung gemeinschaftlicher Stellplätze an. Doch die Umsetzung und Errichtung einer Wallbox dauert häufig länger als erhofft. Viele Interessierte äußern Unmut über Verzögerungen – die SWM erklären, warum es oft nicht schneller geht.
Wallbox in der Tiefgarage: SWM über „komplexe Gebäuden“ und weitere Hürden
Die Stadtwerke betonen, dass jedes Objekt individuell betrachtet werden muss. „Grundsätzlich ist vor Beginn jedes Projekts eine ausführliche Prüfung der jeweiligen Liegenschaft notwendig“, erklärt ein Sprecher der SWM gegenüber IPPEN.MEDIA. Gerade in älteren Gebäuden fehlen oft detaillierte Unterlagen zu Leitungswegen oder Netzanschlüssen, was eine gründlichere Analyse erfordert. Es handelt sich um „komplexe Gebäude“ und die Vielfältigkeit der Bauarten bringe eine Vielzahl von Hürden mit sich.
Ein weiteres Problem: Der Platz für die Basisinstallation einer Ladeinfrastruktur ist nicht immer einfach zu finden: Manchmal müssen Wanddurchbrüche geschaffen oder neue Kabelwege verlegt werden. Besonders herausfordernd wird es, wenn der vorhandene Netzanschluss nicht genügend Leistung bietet. „In solchen Fällen ist eine Entscheidung seitens der Hausverwaltung bzw. Gebäudeeigentümerversammlung erforderlich“, so die SWM weiter. Da diese Versammlungen oft nur einmal jährlich stattfinden, kann es bis zu einer Lösung also lange dauern.
Stadtwerke München und die Wallbox-Installation – „wenn mal der Wurm drin ist...“
Telefonisch erklärt uns ein SWM-Sprecher, dass die Projekte oft komplizierter sind als zunächst angenommen. „Wenn mal der Wurm drin ist, geht er so schnell nicht mehr weg“, sagt er mit einem Augenzwinkern: Mal seien es statische Herausforderungen, mal fehle die notwendige Netzkapazität, mal verzögerten Abstimmungen mit Eigentümern den Prozess. Die Stadtwerke München verstehen den Frust vieler Kunden, bitten aber um Geduld – schließlich soll jede Lösung nachhaltig und zukunftssicher sein.
Ob die Immobilie in München oder im ländlichen Raum liegt, spielt laut den SWM für die grundsätzlichen Herausforderungen keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr die Komplexität des jeweiligen Gebäudes, wo die Wallbox installiert werden soll. Dennoch könnte die dichte Bebauung in städtischen Gebieten zusätzliche Hürden mit sich bringen, insbesondere bei der Planung von Netzanschlüssen oder Platzverhältnissen.
Ladestellen der Stadtwerke München: Ausbau schreitet voran, Geduld ist gefragt
Trotz aller Herausforderungen wächst das Ladeangebot in München kontinuierlich. Laut der Münchner Stadtwerke gibt es bereits rund 3600 Ladepunkte im gewerblichen und privaten Bereich sowie etwa 1400 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Der Ausbau geht weiter – doch bis jede Tiefgarage in München mit einer Wallbox ausgestattet ist, wird es noch eine ganze Weile dauern.
Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind
Private Wallboxen sind ein wichtiger Faktor für die E-Mobilität: Studien zeigen, dass ein Großteil der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz erfolgt. Der Ausbau der Infrastruktur ist daher essenziell, um die Energiewende voranzutreiben. Wer über eine Wallbox in der eigenen Tiefgarage nachdenkt, sollte frühzeitig mit der Hausverwaltung und den Stadtwerken in Kontakt treten – und Geduld mitbringen. (PF)