Sparer aufgepasst

Warum Sie momentan keine neuen Renten-Verträge abschließen sollten

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Sparen für die Altersvorsorge: Das sollte eigentlich jeder tun. Warum Sie jetzt aber erstmal warten sollten. (Symbolbild)
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Das Rentensystem in Deutschland empfiehlt grundsätzlich, neben der gesetzlichen auch eine private Rentenvorsorge zu treffen. Aktuell ist es jedoch ratsam, mit dem Anlegen für die Rente zu pausieren.

München – Das deutsche Rentensystem baut auf drei Säulen auf. Zum einen ist da die gesetzliche Rentenversicherung, in die jede und jeder Angestellte einzahlt und aus der bei Eintritt in den Ruhestand eine Rente ausgezahlt wird. Die zweite Säule ist die Betriebsrente, die je nach Unternehmen unterschiedlich gestaltet sein kann. Im Wesentlichen zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer einen festen Betrag in eine Altersvorsorge, die angesparte Rente wird dem Angestellten dann mit Eintritt ins Rentenalter ausgezahlt wird. Und dann ist da noch die dritte Säule, die private Altersvorsorge, für die jede und jeder selbst verantwortlich ist.

Wer noch keine private Altersvorsorge hat, sollte eigentlich jetzt damit anfangen. Denn je früher man mit dem Sparen für die Rente anfängt, desto mehr Geld steht einem im Alter auch zur Verfügung. Doch ganz aktuell gibt es auch einen Grund, erstmal abzuwarten.

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Ampel plant große Reform der Rente – warten kann sich lohnen

Gerade arbeitet die Bundesregierung nämlich an zwei neuen Gesetzen, die die betriebliche und die private Altersvorsorge aufbessern sollen. Die Ampel-Koalition will dem Vernehmen nach beide Gesetze noch in diesem Jahr ins Parlament schicken; ob das wirklich klappt, steht noch in den Sternen. Gerade befindet sich das politische Berlin in der Sommerpause, danach könnte es aber, sollten die Gesetzesentwürfe schon reif sein, recht schnell gehen. In diesem Fall wäre es ratsam, auf die Reform zu warten, um von den neuen Rentenprodukten auch direkt zu profitieren.

Denn nach dem Willen von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) soll ein neues Altersvorsorgedepot geschaffen werden, das staatlich gefördert werden soll. Mit dem Depot sollen Sparer künftig Zuschüsse auch für renditestarke Produkte, zum Beispiel ETF-Sparpläne, Aktien oder Immobilienfonds, erhalten können. Zulagen soll es (nach Empfehlung der Fokusgruppe private Altersvorsorge, auf die sich die Regierung bei Erarbeitung des Gesetzes stützt) besonders für untere Einkommensgruppen sowie Familien mit Kindern geben. Zudem soll ein Vergleichsportal in Arbeit sein, mit dem Verbraucher und Verbraucherinnen die verschiedenen Angebote einfach und transparent vergleichen können sollen.

Revolution der privaten Rente in Arbeit – was Sparer stattdessen tun können

Diese Änderungen, sollten sie wirklich so kommen, würden einer Revolution der privaten Altersvorsorge gleichkommen. Damit würde das Sparen für die Rente einfacher und, unter den richtigen Bedingungen, auch besser als bisher sein. Die bisher geförderten Riester- und Rürup-Rentenprodukte fielen aufgrund der Niedrigzinsen und jetzt der Inflation eher ernüchternd für Sparer aus. Auch die Kosten führten häufig dazu, dass Renditen für Rentner am Ende schmal ausfielen.

Wer jetzt also kurz davor stand, einen neuen Vertrag für die private Altersvorsorge abzuschließen, sollte jetzt vielleicht abwarten. Gut möglich, dass schon bald bessere Angebote auf den Markt kommen.

Was jede und jeder aber immer tun kann, ist sich generell darüber zu informieren, was man mit seinem Geld tun sollte. Jetzt gerade sind Festgeldkonten wieder attraktiv, da Zinsen gestiegen sind und gute Angebote insbesondere für mehrjährige Verträge gibt. Darüber hinaus lohnen sich ETF-Sparpläne auch ohne staatliche Förderung. Ebenfalls immer lohnenswert ist es, sich beim Arbeitgeber zu informieren, ob er Vermögenswirksame Leistungen anbietet und wenn ja, wie hoch diese ausfallen. All diese Sparmöglichkeiten können langfristig zur Aufbesserung der Rente führen, müssen es aber nicht.

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