VonFelicitas Breschendorfschließen
Um später abgesichert zu sein, sollte man sich nicht auf die gesetzliche Altersvorsorge verlassen. Nur, welche Rente passt zu mir?
Die Auszahlung der gesetzlichen Rentenversicherung fällt bei vielen Menschen nicht hoch genug aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts bezogen im ersten Quartals 2023 mehr als 680.000 Senior:innen zusätzlich Grundsicherung. Damit es später nicht so weit kommt, ergibt es Sinn, schon früh in eine alternative Rentenform zu investieren. Wichtig ist, dass man schon in jungem Alter beginnt, für die Rente vorzusorgen. Das geht auch mit einem geringen Einkommen. Umso früher man einzahlt, umso mehr Geld hat man am Ende seines Lebens zur Verfügung.
Wenn man dann loslegen will, ist das erstmal gar nicht so einfach. Denn es gibt neben der gesetzlichen nicht nur eine alternative Rentenversicherung. Wenn man googelt, stößt man stattdessen schnell auf drei Optionen: Riesterrente, Rürup-Rente oder die flexible Privatrente. Nur was unterscheidet die drei? Und welche ist besonders sinnvoll? Vielleicht bist du ja nach unserem kleinen Überblick ein wenig schlauer, welche Rentenvorsorge für dich am besten passt:
1. Riester-Rente
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge in Deutschland, benannt nach dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester. Sie richtet sich insbesondere an Alleinstehende, Alleinerziehende oder Beamt:innen. Auszubildende unter 24 Jahren erhalten einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Für junge Leute über 24 Jahre ergibt die Riester-Rente wenig Sinn.
Vorteile:
- Du erhältst staatliche Zulagen. Das heißt, dass zu deinem Ersparten monatlich ein fester Beitrag vom Staat dazukommt.
- Dein Geld ist relativ sicher, weil die Riesterrente eine Kapitalgarantie bietet.
- Nach dem Tod geht die Rente nicht verloren. Im Todesfall steht dein gespartes Geld den Hinterbliebenen als Rentenzahlung oder als einmalige Abfindung zu.
Nachteile:
- Wenn du die Riester-Rente nicht lebenslang möchtest, wird es teuer: Falls du den Vertrag vorzeitig kündigst, musst du die erhaltenen staatlichen Zulagen zurückzahlen.
- Weil die Rente staatlich gefördert ist, ist sie abhängig von politischen und wirtschaftliche Faktoren. Sie kann also zum Beispiel durch die Inflation an Wert verlieren. Es ist somit unsicher, wie hoch deine Rente bei Auszahlung tatsächlich sein wird.
2. Rürup-Rente
Die Rürup-Rente, auch bekannt als Basisrente oder „Rürup-Rente nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz“ (AVmG), ist eine private Altersvorsorge. Sie ist nach dem damaligen Wirtschaftsprofessor Bert Rürup benannt, der das Konzept entwickelte. Wie auch die Riester-Rente ist sie staatlich gefördert. Als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung ist sie vor allem für Selbstständige und gutverdienenden Personen sinnvoll.
Vorteile:
- Du kannst die Beiträge von der Steuer absetzen.
- Wenn du in einer finanziellen Krise steckst, geht dein Geld nicht verloren. Die Beiträge zur Rürup-Rente sind vor Pfändung geschützt.
Nachteile:
- Wenn du wenig verdienst, nutzen dir die Steuervorteile nichts.
- Du kannst die Rürup-Rente nicht kündigen.
- Du kannst dir den gesamten Rentenbetrag nicht auf einmal auszahlen lassen.
- Es gibt keine Zins- oder Überschussbeteiligung: Die Rendite kann also niedriger ausfallen.
3. Flexible Privatrente
Die flexible Privatrente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die nicht staatlich gefördert wird. Die Rente ermöglicht es, die Beiträge individuell an die persönliche Situation und Bedürfnisse anzupassen. Anders als bei klassischen Rentenversicherungen, die strikte Bedingungen und feste Beitragshöhen haben, bietet die flexible Privatrente mehr Anpassungsmöglichkeiten.
Vorteile:
- Statt immer monatlich kannst du unregelmäßig für die Rente einzahlen.
- Du kannst selbst entscheiden, wann die Auszahlung beginnt. Das muss nicht zwingend bei Rentenbeginn sein, wie bei Rürup, Riester und der gesetzlichen Altersvorsorge.
Nachteile:
- Die Kosten sind höher als bei traditionellen Rentenversicherungen, wie Riester und Rürup.
- Bei manchen Versicherungsanbietern kannst du Einfluss auf die Anlagestrategie nehmen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass du selbst dafür verantwortlich bist. Für unerfahrene Anleger:innen kann das ein Risiko sein.
- Dein Geld ist nicht unbedingt sicher: Die Höhe der späteren Rentenzahlungen bei einer flexiblen Privatrente ist abhängig von der Wertentwicklung der Anlagen. Je nach Marktentwicklung kann das Rentenniveau schwanken, was zu Unsicherheit führen kann.
Ganz schön viele Begriffe? Diese hier musst du kennen, wenn du bei der Rente durchblicken willst.
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