VonJonah Reuleschließen
Der Winter ist in NRW angekommen. Um auf Schnee und Glätte vorbereitet zu sein, setzt die Deutsche Bahn unter anderem auf Wärmetechnik an den Gleisen.
Köln – Der Winter ist angekommen. Eine kalte Polarluft bringt dabei sogar Schnee und Glätte nach NRW. Das hat auch Auswirkungen auf den Verkehr – und zwar nicht nur auf den Kfz-Betrieb auf den Straßen. Ohne Winterdienst geht auch auf der Bahnschiene nichts mehr. Damit es nicht wie beim letzten Bahnstreik der GDL zu Ausfällen im Zugverkehr kommt, hat die Deutsche Bahn für die 8.900 Kilometer Schienen in NRW bereits Winter-Vorkehrungen getroffen. Doch wie sieht der Winterdienst im Bahnnetz überhaupt aus?
Bahn setzt im Winter auf tausende Räumkräfte und Räumfahrzeuge in NRW
Der Winterdienst bei der Bahn besteht aus verschiedenen Komponenten. Bundesweit arbeiten laut Bahn fast 18.000 Mitarbeiter daran, Bahnsteige und Gleise schnell von Schnee und Eis zu befreien. In NRW setzt die DB in den Wintermonaten in Spitzenzeiten rund 1.740 Räumkräfte ein. Diese werden bei ihrer Arbeit von 890 Sicherungskräften – also Arbeiter, die die Räumkräfte vor sich nähernden Zügen warnen – unterstützt.
„An strategisch wichtigen Punkten im Schienennetz stehen Räumfahrzeuge und schwere Loks bereit“, so die Bahn. In NRW gibt es dafür drei Räumfahrzeuge der Bahn und drei Gleisarbeitsfahrzeuge namens „Bamowag“, die den Schnee von den Gleisen schieben.
Winterdienst bei der Bahn in NRW – Daten und Fakten
► Mehr als 8.900 Kilometer Schiene müssen freigehalten werden
► Von 12.400 Weichen sind etwa 7.300 mit einer Weichenheizung ausgestattet
► In Spitzenzeiten kommen rund 1.740 Räumkräfte und 890 Sicherungskräfte zum Einsatz
► Drei Räumfahrzeuge der Bahn und drei Gleisarbeitsfahrzeuge namens „Bamowag“ sollen Gleisen vom Schnee befreien
► Die jeweilige Lage wird in regelmäßigen Besprechungen sondiert
Winterdienst bei der Bahn in NRW: Auch beheizte Weichen sollen für reibungslosen Zugverkehr sorgen
Neben Räumfahrzeugen setzt die Bahn noch auf eine weitere Technik, um einen reibungslosen Zugverkehr im Winter sicherzustellen. Ähnlich, wie auf Sportplätzen Rasenheizungen dafür sorgen, dass dort kein Schnee liegen bleibt, nutzt die Bahn ebenfalls eine Art Heizung. „Von den über 12.400 Weichen verfügen etwa 7.300 über eine Weichenheizung“, erklärt die DB. Außerdem sollen sogenannte Antriebsdeckungen die Weichen besser vor Schnee und Eis schützen. Um sicherzustellen, dass auch alles funktioniert, wurden die Weichen bis Ende Oktober laut Bahn bereits Probe geheizt.
Das ändert sich im Winter bei der Bahn
Im Winter ändert sich bei der Bahn auch der Fahrplan. Ab dem 10. Dezember werden dann auch einige Tickets teuerer.
Bahn: Daten von Klimaforschern sollen helfen, Infrastruktur klimaresistenter zu machen
Um auf die Wetterentwicklungen immer bestens vorbereitet zu sein, finden laut der Bahn im Winter auch regelmäßig Lagebesprechungen mit den einzelnen Organisationseinheiten der DB und den Eisenbahnunternehmen statt. Darüber hinaus versuche man sich auch an die klimatischen Entwicklungen anzupassen. „Grundsätzlich wappnen wir uns auch für zunehmende Extremwetterlagen. Die Prognosedaten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) nutzen wir, um Infrastruktur, Fahrzeuge und Technik künftig noch klimaresilienter zu machen“, so die Bahn. (jr) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

