Wirkstoff S-Metolachlor

Zulassung widerrufen: Mais-Pestizid in Deutschland ab Sommer 2024 verboten

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Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung für zwei wichtige Pestizide widerrufen. Damit dürfen diese Stoffe ab Sommer nicht mehr verwendet werden.

Berlin/Brüssel – Vor wenigen Tagen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bekanntgegeben, dass die Zulassung einer Reihe von Pestiziden in diesem Jahr widerrufen wird. Konkret geht es dabei um Pestizide, die den Wirkstoff S-Metolachlor beinhalten. Landwirtschaftliche Unternehmen setzen diesen Wirkstoff vor allem zur Bekämpfung von Unkräutern auf Maisfeldern ein.

Pestizide von Syngenta in Deutschland jetzt verboten

Ein Häcksler fährt bei der Ernte durch ein Maisfeld.

In Deutschland sind fünf Pestizide mit S-Metolachlor bisher zugelassen, die allesamt bis 23. Juli 2024 abverkauft und aufgebraucht sein müssen. Danach ist ihr Einsatz verboten. Die Produkte mit folgenden Namen sind betroffen:

  • Dual Gold
  • EFICA 960 EC
  • Innoprotect Dual Gold
  • Gardo Gold
  • Primagram Gold

Hintergrund ist ein EU-weites Verbot des Wirkstoffs, das im Dezember 2023 beschlossen wurde. Die EU kam zu dem Schluss, dass S-Metolachlor ins Grundwasser gelangen kann und dort regelmäßig die Grenzwerte überschreitet. Zudem hat die EU festgestellt, dass der Wirkstoff Vergiftungen insbesondere bei Säugetieren, die Regenwürmer fressen, auslösen kann. Ob die Pestizide krebserregend sind, konnte nicht abschließend ermittelt, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Umwelthilfe hat gegen Pestizide geklagt

Alle betroffenen Produkte stammen aus der Produktion des Agrarunternehmens Syngenta. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte gemeinsam mit der Organisation Foodwatch im vergangenen Jahr zwei Klagen gegen das Unternehmen eingereicht, um das Verbot der Stoffe in Deutschland zu erzwingen. Auch gegen das umstrittene Pestizid Glyphosat klagt die DUH in Deutschland.

Die Genehmigung von S-Metolachlor lief eigentlich schon 2015 aus, wurde nach Angaben der DUH jedoch immer wieder ohne neue Risikobewertung verlängert. Erst 2023 fand eine Risikobewertung statt, die zu einer Nicht-Verlängerung des Wirkstoffs führte.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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