Neue Studie zeigt es

„Bedrohung für die moderne Gesellschaft“ – Drei Super-Sonnenstürme trafen die Erde innerhalb von 62 Jahren

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Die Erde wurde in den letzten 200 Jahren mehrmals von Super-Sonnenstürmen getroffen. Die Folgen für unsere technikabhängige Gesellschaft könnten verheerend sein.

Nagoya – Polarlichter sind meist nur am Nord- und Südpol und in Ländern nahe der Pole zu sehen. Nur wenn ein starker Sonnensturm hinter dem Polarlicht steckt, kann man die Aurora auch weiter entfernt beobachten. Wie Anfang November 2023, als Polarlicht bis nach Deutschland und sogar noch in Italien zu sehen war. Aktuell steigert die Sonne ihre Aktivität, da sie sich dem Höhepunkt ihres elfjährigen Zyklus nähert. Ein Forscher ist sogar der Meinung, dass das erste Maximum des Sonnenzyklus bereits erreicht ist.

Die farbenprächtigen Polarlichter sind nicht die einzige Konsequenz einer aktiven Sonne. Gewaltige Sonnenstürme können auch die irdische Infrastruktur schädigen, eine Tatsache, vor der Experten seit langem warnen. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Erde in den letzten zweihundert Jahren mehrfach von extremen Sonnenstürmen getroffen wurde. Die bekanntesten Beispiele sind das „Carrington-Ereignis“ von 1859 und der „New York Railroad Storm“ von 1921. Ein Forschungsteam hat nun jedoch Belege für einen dritten extremen Sonnensturm gefunden, der die Erde im Februar 1872 traf.

Extremer Sonnensturm traf die Erde im Februar 1872

Mithilfe von historischen Dokumenten und Sonnendaten aus dieser Epoche konnte das internationale Team den sogenannten „Chapman-Silverman-Sturm“ von 1872 genauer analysieren. „Unsere Ergebnisse bestätigen den ‚Chapman-Silverman-Sturm‘ im Februar 1872 als einen der extremsten geomagnetischen Stürme der jüngeren Geschichte“, erläutert Hisashi Hayakawa, der Studienleiter, dessen Arbeit im Fachjournal The Astrophysical Journal publiziert wurde.

Sonnenstürme treffen die Erde häufiger

„Seine Größe konkurriert mit der des ‚Carrington-Sturms‘ im September 1859 und des ‚NY Railroad-Sturms‘ im Mai 1921“, fügt der Experte von der Universität Nagoya (Japan) hinzu. Die Forscherinnen und Forscher um Hayakawa waren besonders erstaunt, dass dieser heftige Sonnensturm offenbar aus einer nur mittelgroßen Sonnenflecken-Gruppe nahe dem Sonnenzentrum hervorging. Dies konnte das Team durch die Analyse von Sonnenflecken-Aufzeichnungen aus italienischen und belgischen Archiven nachvollziehen. Eine Schlussfolgerung: „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbst eine mittelgroße Sonnenflecken-Gruppe einen der extremsten magnetischen Stürme der Geschichte ausgelöst hat.“

Polarlichter bis in die Tropen – Sonnensturm von 1872 war extrem

Über 700 Aufzeichnungen der Polarlichter aus dem Februar 1872, die in Archiven und Bibliotheken aufbewahrt wurden, zeigten den Forschern, dass die farbenfrohe Aurora vom Pol bis zu den Tropen sichtbar war – also bis zu Breitengraden von etwa 20 Grad. Zum Vergleich: Der Sonnensturm von Anfang November 2023 war bis nach Italien sichtbar. Rom liegt etwa auf dem 41,8 Grad Breitengrad, der südlichste Punkt des Landes etwa auf dem 37. Breitengrad.

„Wir wissen jetzt, dass die Welt in den letzten zwei Jahrhunderten mindestens drei geomagnetische Superstürme erlebt hat. Weltraumwetterereignisse, die so große Auswirkungen haben könnten, stellen ein nicht zu vernachlässigendes Risiko dar“, warnt Hayakawa in einer Mitteilung und fügt hinzu: „Solche extremen Ereignisse sind selten. Einerseits können wir uns glücklich schätzen, dass wir in der heutigen Zeit von solchen Superstürmen verschont geblieben sind. Andererseits zeigt das Auftreten von drei solcher Superstürme innerhalb von sechs Jahrzehnten, dass die Bedrohung für die moderne Gesellschaft real ist.“

Sonnensturm störte die Telegrafenkommunikation – heute wären die Auswirkungen gravierender

Während des extremen Sonnensturms von 1872 war die Telegrafenkommunikation weitgehend gestört, ähnliche Berichte gibt es auch vom „Carrington-Ereignis“ und dem „New York Railroad Storm“. Da Elektrizität zu dieser Zeit noch nicht weit verbreitet war, blieben die weiteren Auswirkungen begrenzt. In unserer heutigen technologieabhängigen Welt könnten die Folgen eines solchen extremen Sonnensturms jedoch erheblich gravierender sein, warnen Experten. Schließlich sind wir auf Strom, Kommunikationssysteme und Satelliten angewiesen.

„Je länger die Stromversorgung unterbrochen werden könnte, desto mehr wird die Gesellschaft, insbesondere die Bewohner städtischer Gebiete, damit zu kämpfen haben“, unterstreicht Hayakawa. Starke Sonnenstürme könnten im schlimmsten Fall das Stromnetz, Kommunikationssysteme, Flugzeuge und Satelliten lahmlegen. „Könnten wir unser Leben ohne eine solche Infrastruktur aufrechterhalten?“, fragt Hayakawa und gibt selbst die Antwort: „Nun, sagen wir einfach, es wäre eine extreme Herausforderung.“ (tab)

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © ap/nasa

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