Kollision im Weltall

Asteroid 2024 YR4 könnte einen Nachbarn der Erde treffen

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Der Asteroid 2024 YR4 könnte im Dezember 2032 die Erde treffen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings sehr gering. (Künstlerische Darstellung)
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Nasa und Esa versuchen, einen Asteroideneinschlag auf der Erde auszuschließen. Doch offenbar könnte der Asteroid 2024 YR4 stattdessen etwas anderes treffen.

Update vom 25. Februar 2025, 10.30 Uhr: Neuesten Berechnungen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid 2024 YR den Mond trifft, deutlich gestiegen. Derzeit liegt sie laut Nasa bei 1,7 Prozent. Das ist immer noch eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit – aber sie ist vorhanden. Die Erde dagegen ist laut Nasa nicht mehr im Visier des Asteroiden. Die Einschlaggefahr liegt nur noch bei 0,0027 Prozent.

Asteroid 2024 YR4 verfehlt die Erde – und könnte ihren Nachbarn treffen

Frankfurt – Die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid 2024 YR4 im Dezember 2032 die Erde trifft, wird immer geringer. Das liegt daran, dass immer mehr Daten zum Asteroiden zur Verfügung stehen. Derzeit (Stand: 21. Februar) geht die Nasa davon aus, dass die Chance für einen Asteroideneinschlag noch bei 0,28 Prozent liegt. Die europäische Raumfahrtorganisation Esa berechnet eine Einschlagwahrscheinlichkeit von 0,16 Prozent. Für einen anderen Himmelskörper sieht es dagegen nicht ganz so gut aus.

Zuerst lag das Risiko, dass der Asteroid den Mond trifft, bei 0,3 Prozent. Später stieg die Wahrscheinlichkeit auf 0,8 Prozent. In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar wurden nun neue Asteroiden-Daten gesammelt, die das Bild noch einmal etwas verändern. Laut Nasa ist die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf dem Mond erneut leicht gestiegen und liegt jetzt bei einem Prozent (Stand: 21. Februar).

Asteroid 2024 YR4 könnte statt der Erde den Mond treffen

Würde der Asteroid 2024 YR4 mit einer geschätzten Größe zwischen 40 und 90 Metern im vorhergesagten Korridor die Erde treffen, könnte er dort eine ganze Stadt in Schutt und Asche legen. Auf dem Mond wäre ein Asteroideneinschlag dagegen nicht ganz so schlimm – aus mehreren Gründen. Der wichtigste Grund: Dort leben keine Menschen und es gibt keine menschlichen Siedlungen – zumindest noch nicht. Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen die USA und China Menschen zum Mond bringen. Beide Nationen planen, dort künftig zu forschen, die Nasa will den Mond außerdem als „Sprungbrett“ zum Mars nutzen.

Doch derzeit gibt es auf dem Erdtrabanten nichts Wichtiges, was ein Asteroideneinschlag gefährden könnte. Es wäre auch nicht der erste Brocken aus dem All, der auf dem Mond einschlägt. Schaut man sich seine Oberfläche an, dann sieht man, dass der Mond in seiner Vergangenheit schon unzählige Male von Gesteinsbrocken aus dem All getroffen wurde. Seine Oberfläche ist regelrecht übersät von Einschlagkratern.

Die Erde wird von ihrer Atmosphäre geschützt – der Mond hat keinen Schutz vor Asteroiden

Kein Wunder: Der Mond ist gegenüber der Erde deutlich im Nachteil. Denn während die Erde durch ihre Atmosphäre zumindest vor kleineren Asteroiden geschützt ist, ist der Mond sämtlichen Brocken, die aus dem Weltall kommen, schutzlos ausgeliefert. Stürzt ein Asteroid durch die Erdatmosphäre, erhitzt er sich durch den zunehmenden Luftwiderstand – kleinere Brocken oder auch lose zusammengesetzte Asteroiden zerbrechen dann und verglühen. Auf den Mond dagegen stürzen sie direkt und ohne abgebremst zu werden – die zahlreichen Mondkrater sprechen ihre eigene Sprache. (tab)

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