„Könnte sehr ernste Angelegenheit sein“

Asteroid „2024 YR4“ rast auf Erde zu – NASA: Einschlag-Wahrscheinlichkeit steigt rasant an

  • schließen

Raumfahrt-Expertinnen und -Experten entdeckten einen neuen Asteroiden am Himmel. Er könnte 2032 auf die Erde treffen und wird genau beobachtet. Die Risikobewertung steigt.

Frankfurt – Ein Szenario, das apokalyptisch anmutet: Eine gewaltige Explosion am Himmel mit einer Energie, die hundertmal stärker ist als die der Hiroshima-Bombe. Ein blendender Blitz und Schockwellen würden alles in einem Umkreis von mehreren Kilometern zerstören. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten es für möglich, dass dies Realität werden könnte, falls der kürzlich entdeckte Asteroid 2024 YR4 mit der Erde kollidiert. Diese theoretische Möglichkeit bestünde in etwa acht Jahren.

Ursprünglich schätzte die Europäische Weltraumagentur ESA die Wahrscheinlichkeit einer Kollision auf 1,2 Prozent. Jetzt korrigierte sie diesen Wert noch einmal nach oben. Expertinnen und Experten sehen trotzdem keinen Grund zur Panik.

Ein Asteroid steht unter Beobachtung der Weltraum-Experten. Er könnte theoretisch 2032 die Erde treffen. (Symbolbild)

Asteroid 2024 YR4 unter Beobachtung – Er ist bis zu 90 Meter groß

Derzeit ist 2024 YR4 nur als winziger Lichtpunkt im Teleskop zu sehen, wie die Expertinnen und Experten erklären. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid tatsächlich die Erde trifft, ist immer noch äußerst gering. Trotzdem ein Anlass, „dem Ganzen viel Aufmerksamkeit zu schenken und so viele Ressourcen wie möglich für die Beobachtung bereitzustellen“, sagt Bruce Betts von der Organisation Planetary Society. Der Asteroid wurde zum ersten Mal am 27. Dezember 2024 vom Observatorium El Sauce in Chile gesichtet. Aufgrund seiner Helligkeit schätzen Astronominnen und Astronomen, dass er zwischen 40 und 90 Meter breit ist.

Risikobewertung für Asteroiden 2024 YR4 steigt an – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besorgt

Seitdem steigt die Risikobewertung für den Asteroiden an: Erst waren es 1,2 Prozent, vor wenigen Tagen hieß es dann, 2024 YR4 treffe mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,6 Prozent am 22. Dezember 2032 auf die Erde. Inzwischen korrigierte die NASA diese Einschätzung auf eine Wahrscheinlichkeit von 2,3 Prozent. Das Einschlaggebiet könnte über dem östlichen Pazifik, dem Norden Südamerikas, dem Atlantik, Afrika, dem Arabischen Meer oder Südasien liegen.

Dieses von der NASA am 31. Januar 2025 zur Verfügung gestellte Bild zeigt den Asteroiden 2024 YR4, wie er am 27. Januar 2025 vom Magdalena Ridge 2,4m Teleskop des New Mexico Institute of Technology beobachtet wurde.

Einige Wissenschaftler, wie etwa Dr. David Whitehouse bei Sky News, sagen nun: „Ich glaube, das könnte tatsächlich eine sehr ernste Angelegenheit sein. Deshalb müssen wir dieses Objekt genau im Auge behalten, denn es könnte sich als das gefährlichste Ding im Weltall herausstellen.“ Er schlägt gar Atomwaffen als Abwehrmaßnahmen vor. Raumfahrt-Experte Rainer Kresken fügte bei der Bild hinzu: „Wir sollten den Brocken tatsächlich nicht unterschätzen und mögliche Folgen eines Einschlages im Auge behalten. Denn die wären erheblich.“ Und auch Betts erklärt: „Wenn er über Paris, London oder New York einschlägt, wird die gesamte Stadt und ein Teil der Umgebung ausgelöscht“.

Entwarnung wegen Asteroid: „Chancen stehen sehr gut, dass Wahrscheinlichkeit einer Kollision gegen Null geht“

Und doch gibt Betts Entwarnung: „Die Chancen stehen sehr gut, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kollision irgendwann in den nächsten Monaten bis Jahren gegen Null geht.“ Selbst wenn sich ein Risiko im Laufe der kommenden Jahre bestätigen würde, hätte die Menschheit genügend Zeit, um sich darauf vorzubereiten, beruhigen Expertinnen und Experten. Seit Jahren wird an Möglichkeiten zur planetaren Verteidigung gearbeitet.

Astronom Andrew Rivkin von der Johns Hopkins Universität hat bereits eine Strategie dafür parat, die schon erfolgreich angewendet wurde. Denn 2022 wurde die Flugbahn eines Asteroiden mit einem Raumfahrzeug geändert – das würde sehr wahrscheinlich auch in diesem Fall funktionieren. Im Moment brauche aber „niemand Angst haben“, versicherte Kelly Fast von der Abteilung der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die zuständig ist für den Schutz vor Asteroiden und Kometen. (jh mit afp)

Rubriklistenbild: © ESA/P.Carril/dpa/Symbolbild

Kommentare