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Letzter Supermond des Jahres: Wann er am Himmel zu sehen ist

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Der Supermond sieht am Himmel etwas größer aus als ein „normaler“ Vollmond. (Archivbild)
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Der September bringt den letzten Supermond des Jahres. Wann Sie den spektakulären Vollmond beobachten können.

Frankfurt – Am Freitag, den 29. September, ist es wieder an der Zeit, die Teleskope und Ferngläser – oder einfach nur die Augen – auf den Abendhimmel zu richten, denn ein besonderer Vollmond, ein sogenannter Supermond, wird erneut für Staunen sorgen. Es empfiehlt sich, den Mondaufgang, der in unserer Region zwischen 19 und 20 Uhr stattfindet, zu beobachten. Insbesondere Weltraum-Begeisterte und Romantiker sollten sich diesen Termin nicht entgehen lassen. Es wird der letzte Supermond des Jahres sein.

Am Freitag erreicht Luna ihre Vollmondposition um 11:58 Uhr, wie das Magazin Geo berichtet. Beste Bedingungen also für den Supermond - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Laut dem Deutschen Wetterdienst soll es am Freitagabend an vielen Orten bewölkt sein. Vielleicht ermöglichen die Wolken dennoch ab und zu einen Blick auf den Supermond.

StadtMondaufgang 29.10. | Monduntergang 30.10.
Aachen19:34 Uhr | 07:19 Uhr
Berlin19:04 Uhr | 06:48 Uhr
Flensburg19:19 Uhr | 07:04 Uhr
Frankfurt am Main19:24 Uhr | 07:09 Uhr
München19:13 Uhr | 06:56 Uhr
Köln19:31 Uhr | 07:16 Uhr
Quelle: timeanddate.de

September 2023: Erntemond trifft auf Supermond

Es handelt sich jedoch um einen besonderen Supermond, denn kurz nach dem kalendarischen Herbstanfang (23. September) in unserer Hemisphäre, ist er auch der Septembermond, der traditionell als Erntemond bezeichnet wird. Aufgrund seiner hohen Leuchtkraft ermöglichte er den Menschen einst, länger auf den Feldern ernten zu können.

Der Begriff „Supermond“ stammt ursprünglich aus der Astrologie und wurde in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen. Der Astrologe, der dem Supermond 1979 seinen Namen gab, ist Richard Nolle. Er fühlte sich laut einem Artikel von 2011 auf seiner Website aufgrund falscher Darstellungen in den Medien „gezwungen“ zu erklären, was einen Supermond ausmacht: „Im Durchschnitt sieht man ihn vier bis sechs Mal pro Jahr.“ Um „super“ zu sein, muss der Vollmond sich im oder nahe dem erdnächsten Punkt, auch „Perigäum“ genannt, auf seiner Umlaufbahn um die Erde befinden.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Der Begriff „Supermond“ stammt eigentlich aus der Astrologie

Richard Nolle beschreibt, was genau bei einem Supermond passiert: „Der Begriff beschreibt einen Neu- oder Vollmond, der auftritt, wenn der Mond in einer bestimmten Umlaufbahn der Erde am nächsten kommt oder dieser nahe ist. Kurz gesagt: Erde, Mond und Sonne befinden sich alle in einer Linie.“

Der Mond umkreist die Erde auf einer elliptischen Bahn, daher ändert sich die Entfernung des Mondes zur Erde, wie der US-amerikanische Astrophysiker Fred Espenak auf seiner Website erklärt. „Mit Mittelwerten von 363.396 km im Perigäum und bis 405.504 km im Apogäum.“ Letzteres ist der Fachbegriff für den am weitesten von der Erde entfernten Punkt des Mondes.

Beim bevorstehenden Supermond wird der Mond etwa 361.552 Kilometer nahe an die Erde heranrücken, so Espenak. Beim Supermond vom 31. August waren es 357.344 Kilometer, beim Supermond am 1. August immerhin noch 357.530 Kilometer. Unabhängig davon ist der vierte und letzte Supermond des Jahres immer noch überdurchschnittlich nahe an unserem Planeten und daher definitiv einen Blick zum Himmel wert.

Supermond erscheint bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller

Was wir letztendlich am Himmel sehen, dabei ist der Größenunterschied zu einem durchschnittlichen Vollmond jedoch gering. Laut Nasa erscheint ein Supermond bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller am Nachthimmel als der schwächste Mond des Jahres. Man müsste die beiden Mondvarianten direkt nebeneinander sehen, um einen Größenunterschied festzustellen.

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Dennoch wird der Supermond sehenswert sein, wie Business Insider von Patrick Hartigan, Professor für Physik und Astronomie an der Rice University, erfuhr: „Es gibt auch eine optische Täuschung, dass der Mond größer erscheint, wenn er sich in der Nähe des Horizonts befindet. Zusammen mit dem kleinen Supermond-Effekt wird das alles zu einer schönen Erntemond-Saison 2023 führen.“

Ein weiterer Effekt beim bevorstehenden „Ernte-Supermond“ könnte laut Hartigan eine veränderte Färbung sein. So könnte er „tief gelb, orange oder rot erscheinen, wenn er zum ersten Mal über dem Horizont steht.“ Das dürfte selbst den letzten Skeptiker überzeugen, den kommenden Supermond zu genießen. Der nächste wird erst wieder am 19. August 2024 zu sehen sein. (zy)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Tanja Banner sorgfältig überprüft. 

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