VonJulia Schöneseiffenschließen
In den nächsten drei Monaten kommt es gleich zu vier Supermonden. Diese wirken größer und deutlich heller als der normale Vollmond.
Frankfurt – Gleich vier Supermonde können in diesem Sommer bestaunt werden. Laut dem Astrophysiker Fred Espenak, ehemals am Goddard Space Flight Center tätig, handelt es sich bei den kommenden vier Vollmonden um sogenannte Supermonde. Normalerweise treten Supermonde im Schnitt nur alle 14 Monate auf. In den nächsten drei Monaten gibt es dafür gleich vier an der Zahl: Ein Supermond im Juli, zwei im August und einer im September:
- In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 2023
- Am Morgen oder Abend des 1. August 2023
- In der Nacht vom 30. auf den 31. August 2023
- In der Nacht vom 28. auf den 29 September 2023
Was ist ein Supermond?
Ein Supermond tritt auf, wenn der Mond bei Vollmond seinen erdnächsten Punkt des Monats passiert. Der erdnächste Punkt wird als Perigäum bezeichnet. Der Mond erreicht etwa alle vier Wochen das Perigäum. Im Schnitt ist er dabei etwa 363.000 Kilometer entfernt.
„Supermond“ ist allerdings kein wissenschaftlicher Begriff. Er wurde 1979 von dem Astrologen Richard Nolle geprägt. Er definierte einen Supermond als einen Neu- oder Vollmond, der sich im oder nahe beim erdnächsten Punkt seiner Erdumlaufbahn befindet. Dabei legte er fest, dass es sich ab einer Entfernung von 367.000 Kilometern (oder kleiner) um einen Supermond handelt. Aber auch die Entfernung von 360.000 Kilometern ist gebräuchlich.
Supermond ist somit keine Bezeichnung in der Astronomie, sie wird aber umgangssprachlich dafür verwendet, um die größere und hellere Erscheinung des Mondes hervorzuheben. Supermonde wirken bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller, als ein Vollmond, der sich an seinem erdfernsten Punkt befindet. Dieser erdfernste Punkt wird als Apogäum bezeichnet.
Vollmond im Juli fast 13 Prozent heller
Der Mond im Juli erreicht am 3. Juli um 13.38 Uhr seine Vollmondphase. Zu dieser Uhrzeit befindet sich der Mond genau auf einer Linie mit der Erde und Sonne. Einige Stunden zuvor erreicht der Supermond aber bereits seinen erdnächsten Punkt. Er erscheint dann 5,8 Prozent größer und 12,8 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Neben dem Supermond kann man im Juli unter anderem die Milchstraße, mehrere Planeten und Sternschnuppen am Sternenhimmel entdecken.
„Supermond des Jahres“ und Blue Moon im August
Rund 357.500 Kilometer ist der Mond am 1. August von der Erde entfernt. Damit ist er der zweite Supermond in Folge – aber nicht der nächste und größte Vollmond des Jahres.
Denn der „Supermond des Jahres“ zeigt sich am 30. August am Firmament. Dann ist der Vollmond etwa 357.300 Kilometer von der Erde entfernt. Zudem handelt es sich um einen sogenannten Blue Moon - also den zweiten Vollmond innerhalb eines Monats.
Damit sind beide Vollmonde im August fast 30.000 Kilometer näher, als der Mond im Durchschnitt entfernt ist. Dieser befindet sich im Mittel in einer Entfernung von 384.4000 Kilometer von der Erde.
Supermond im September
Am 29. September erreicht der Mond seine Vollmondphase um 11.58 Uhr und komplettiert damit die Reihe der Sommer-Supermonde.
Hier die Termine der nächsten vier Vollmonde:
| Datum | Uhrzeit |
|---|---|
| 3. Juli 2023 | 13.40 Uhr |
| 1. August 2023 | 20.33 Uhr |
| 31. August 2023 | 03.37 Uhr |
| 29. September 2023 | 11.58 Uhr |
Welchen Einfluss haben Supermonde auf die Erde?
Supermonde haben besonders großen Einfluss auf die Gezeiten. Wenn der Mond der Erde sehr nahe kommt, kann dies zu Springfluten führen. Als Springflut beziehungsweise Springtide wird eine besonders hohe Flut oder eine besonders niedrige Ebbe bezeichnet. Normalerweise ist eine solche Springtide eher unauffällig. An Meerengen und Flussmündungen kann die Springtide jedoch spürbar sein. Ein weiteres interessantes Phänomen rund um den Mond ist die Mondfinsternis. (jsch)
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