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Wenn die Dunkelheit im Oktober früher hereinbricht, sind Planeten und Sterne bereit, bewundert zu werden. Ein besonderes Highlight sollte man nicht verpassen.
Frankfurt – Im Oktober wird es wieder früher dunkel, was das Sternegucken für viele Menschen deutlich erleichtern dürfte. Auch Planeten sind bereits früh am Abend am Himmel zu sehen. Die Venus beispielsweise ist im Oktober als Abendstern am Himmel vertreten. Dabei bleibt sie jedoch relativ unauffällig für ihre Verhältnisse, denn sie geht bereits sehr früh unter: am 1. Oktober gegen 20 Uhr, am 31. Oktober schon gegen 18.30 Uhr.
Die blasse Venus machen dafür gleich drei andere Planeten wett: Der rote Planet Mars geht im Laufe des Monats immer früher auf und wird fast die ganze Nacht hindurch am Himmel zu sehen sein. Dabei wird er auch deutlich heller. Jupiter mit seinen bereits im Fernglas sichtbaren Monden ist ebenfalls die ganze Nacht am Himmel zu sehen. Er ist der hellste Planet am Himmel – denn die Venus geht bereits unter, bevor er zu sehen ist. Der „Herr der Ringe“ Saturn ist ebenfalls fast die ganze Nacht zu sehen. Nur vom Morgenhimmel zieht er sich langsam zurück.
Die Andromeda-Gruppe ist am Herbsthimmel prominent zu sehen
Im Vergleich zum Sommer hat sich am Herbsthimmel einiges getan: Die sogenannte Andromeda-Gruppe – gemeint sind die Sternbilder Cassiopeia, Kepheus, Andromeda, Pegasus, Walfisch und Perseus – nimmt fast den gesamten Himmel im Osten ein. Wer direkt nach oben schaut, kann prominent das Himmels-W erkennen. Das ist der Spitzname des Sternbilds Cassiopeia, das die Form des Buchstaben W hat.
Kepheus ist in der griechischen Mythologie der Ehemann der Cassiopeia, gemeinsam sind sie die Eltern der Andromeda. All diese Sternbilder sind im Herbst am Himmel zu sehen – Andromeda ist eine Sternkette ganz in der Nähe des Himmels-Ws. In dieser Region befindet sich auch das Herbstviereck, das Pegasus-Quadrat.
Sternenhimmel im Oktober: Sommerdreieck verabschiedet sich, Wintersternbilder tauchen auf
Im Westen kann man dagegen noch das Sommerdreieck erkennen, das im Laufe der Nacht untergeht. Das zweite prominente Sternbild, das das ganze Jahr über auf der Nordhalbkugel am Himmel zu sehen ist, ist der Große Bär mit dem besonders bekannten Großen Wagen. Dieser ist im Oktober ganz tief über dem Horizont im Norden zu finden.
Auch das Sternbild Fische – eins der Tierkreiszeichen – befindet sich im Herbst am Himmel. Allerdings ist es nicht so leicht zu erkennen, da seine Sterne nur schwach leuchten. Im Osten lässt sich am Himmel bereits der Winter erkennen: Dort geht das Sternbild Stier auf – besonders sehenswert sind der Hauptstern Alpha Tauri sowie der offene Sternhaufen der Plejaden, genannt das Siebengestirn.
Highlight im Oktober: Komet Tsuchinshan-Atlas (C/2023 A3)
Das Highlight des Monats dürfte jedoch etwas anderes sein: Der Komet Tsuchinshan-Atlas (C/2023 A3) wurde bereits im Januar 2023 entdeckt und zeigt sich im Oktober endlich am Himmel. „Wir warten schon alle gespannt auf die Erscheinung des Kometen Tsuchinshan-Atlas im Oktober“, erzählt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. „Die größte Helligkeit wird er zwischen dem 7. und 12. Oktober haben, zunächst ist er aber sehr flach am Himmel. Ab dem 14. Oktober kann man ihn sicher auch ohne große Himmelskenntnisse finden.“
Der Experte gibt Tipps, wie man den Kometen am Himmel ausmachen kann: „Wenn der Abendhimmel nur noch schwach von der Dämmerung erhellt ist, gegen 19.30 Uhr, dann steht der recht helle Komet in knapp 10 Grad Höhe über dem Westhimmel. Als Hilfe zum Aufsuchen kann der helle Stern Arktur dienen, der durch sein rötliches Licht auffällt. Der Komet ist am 14. Oktober 20 Grad links unterhalb. 20 Grad entspricht etwa der Größe einer ausgestreckten, gespreizten Hand.“
Komet Tsuchinshan-Atlas: Beobachtungs-Chance unbedingt nutzen
Diese Chance sollte man unbedingt nutzen, denn sie kommt nie wieder. „In den folgenden Tagen steigt der Komet am Himmel, wird aber schwächer“, betont Pilz. „Außerdem beginnt der Mond zu stören.“ Wer Hilfe benötigt, um den Kometen zu finden, für den hat Pilz noch einen Geheimtipp: „Am 19. Oktober ist Tag der Astronomie, dann haben viele Sternwarten und Planetarien geöffnet und werden den Kometen zeigen, falls das Wetter passt.“
Am 17. Oktober steht der Vollmond am Himmel. Wer das Gefühl hat, dass dieser Mond etwas größer und heller ist als sonst, täuscht sich nicht. Es handelt sich um einen Supermond – es ist der Vollmond, der der Erde in diesem Jahr am nächsten ist. Nur 357.175 Kilometer liegen zwischen den beiden Himmelskörpern – im Durchschnitt sind es 384.400 Kilometer. „Ereignet sich ein Vollmond in besonders geringer Entfernung zur Erde, könnte man annehmen, dass er uns besonders groß und hell erscheinen sollte“, sagt Björn Voss vom Planetarium Hamburg. „Die tatsächlichen Unterschiede sind jedoch nicht atemberaubend: Ein Supermond wirkt etwa 7 Prozent größer und 15 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond.“
Einige Tage nachdem der Supermond am Himmel stand, wartet ein weiteres Highlight auf Sternengucker: das Orioniden-Maximum. Der Sternschnuppen-Strom erreicht seinen Höhepunkt mit etwa 20 Sternschnuppen pro Stunde am 21. Oktober. (tab)
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