VonKilian Bäumlschließen
Polarlichter können grün, rot und sogar blau leuchten. Doch was bestimmt ihre Farbe und Form? Die Antwort liegt in der Wissenschaft.
Frankfurt – Viele Menschen sind von Polarlichtern fasziniert. Diese farbenfrohen Lichter, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen, variieren in ihrer Erscheinung je nach Standort. Aber was ist der Grund dafür?
Um die unterschiedlichen Farben der Polarlichter zu verstehen, muss man ihren Ursprung verstehen. Die Polarlichter entstehen mehr als 100 Kilometer über der Erdoberfläche. Die Sonne schleudert Plasmawolken, die mit beweglichen Elektronen gefüllt sind, in Richtung Erde. Diese treffen auf die Atmosphäre an den Polen der Erde, wo die Magnetfeldlinien senkrecht zur Erde verlaufen. Hier sind Polarlichter am häufigsten zu beobachten. Aber auch an anderen Orten können sie sichtbar werden, wenn der Sonnenwind stark genug ist. So konnten in Deutschland in diesem Jahr Polarlichter aufgrund eines Sonnensturms bewundert werden. Sie erschienen hier rötlich, während sie in den Polarregionen oft grün sind.
Polarlichter am Nachthimmel: Die Wissenschaft hinter den Farben und Formen
Die unterschiedlichen Farben der Polarlichter hängen von der Zusammensetzung der Atmosphäre ab. Wenn sich Sauerstoff in einer Höhe von 100 Kilometern befindet, leuchten die Lichter grün. Ist der Sauerstoff höher, etwa in 200 Kilometern, leuchten sie rot. Wenn Stickstoff in der Atmosphäre vorhanden ist, können die Nordlichter auch blau leuchten, was jedoch sehr selten vorkommt. Aber nicht nur die Farbe, sondern auch die Form der Polarlichter kann variieren.
Die Form der Polarlichter ist abhängig davon, wo die Sonnenwinde auf die Erde treffen. Von der Erde aus betrachtet, erscheinen sie oft wie Bänder, Fahnen, Flammen oder Vorhänge. Aus dem Weltraum betrachtet, sind sie jedoch meist ringförmig, die sogenannten Polarlicht-Ovale, so das Space Weather Prediction Center (SWPC). Von dort aus können auch die „Kronen“ der Polarlicht-Ovale erkannt werden. Die Lichter sind nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar, so fing ein Ätna-Sensor den „Gesang“ des Polarlichts ein.
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