Von Kai Hartwig
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Forscher konnten über 300 bisher verborgene Unterwasser-Canyons in der Antarktis ausfindig machen. Eine Region hat die „spektakulärsten“ Geflechte zu bieten.
München – Wissenschaftler haben die bisher detaillierteste Karte der Unterwasser-Canyons in der Antarktis erstellt und dabei ein verborgenes Geflecht von über 300 gewaltigen Schluchten entdeckt. Diese bahnbrechende Forschung, die im Juni 2025 in der Fachzeitschrift Marine Geology veröffentlicht wurde, liefert neue Erkenntnisse über die komplexe Unterwasserlandschaft des Südpolarmeers und deren Bedeutung für globale Klimamuster.
Unter der Antarktis befinden sich in bis zu 4000 Metern Tiefe über 300 bisher unbekannte Canyons. Das entdeckte ein Forschungsteam.
© John Weller/dpa
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von David Amblàs von der Consolidated Research Group on Marine Geosciences an der Fakultät für Geowissenschaften der Universität Barcelona und Riccardo Arosio von der Marine Geosciences Research Group am University College Cork nutzte hochmoderne Kartierungstechnologien. Dadurch konnte diese bisher unbekannte Unterwasserwelt enthüllt werden.
Entdeckung in der Antarktis: Forschungsteam findet verborgene Unterwasserwelt „in Tiefen von über 4000 Metern“ „Einige der von uns analysierten Unterwasser-Canyons reichen bis in Tiefen von über 4000 Metern“, wurde Amblàs in einer Mitteilung der Universität Barcelona zitiert. „Die spektakulärsten davon befinden sich in der Ostantarktis, die durch komplexe, verzweigte Canyonsysteme gekennzeichnet ist.“ Diese Entdeckung übertrifft bisherige Schätzungen zur Anzahl und Größe der antarktischen Unterwasser-Canyons deutlich.
Die Studie basiert nach Angaben der Universität Barcelona auf der neuesten Version der International Bathymetric Chart of the Southern Ocean (IBCSO v2), die eine beispiellose Auflösung von 500 Metern pro Pixel bietet. Diese hochauflösenden Daten ermöglichten es den Forschern, insgesamt 332 Canyon-Netzwerke zu identifizieren und zu analysieren – fünfmal mehr als in früheren Studien. Einen weiteren überraschenden Fund in der Antarktis machten kürzlich polnische Forscher .
Verlorene Schätze und vergessene Welten – Die spektakulärsten Funde der Geschichte Grab des Tutanchamun: Das Grab des jungen Pharaos Tutanchamun wurde am 4. November 1922 von Howard Carter im Tal der Könige, Ägypten, entdeckt. Nie zuvor hatten Archäologen ein von Grabräubern beinahe unberührtes Pharaonengrab gefunden. Die Schätze
enthielten über 5000 Grabbeigaben, darunter die berühmte goldene Totenmaske. Der Fund löste eine weltweite “Ägyptomanie” aus und gibt bis heute Rätsel auf, etwa um den Tod des Königs und den legendären „Fluch des Pharao“. © Natalie Anakonda Alexeeva/ingimage/IMAGO Terrakotta-Armee: 1974 stießen Bauern in Xi’an (China) auf die Terrakotta-Armee: Tausende lebensgroße Tonsoldaten, Pferde und Wagen, die das Grab des ersten Kaisers Qin Shi Huang bewachen. Qin Shi Huang ist einer der bedeutendsten Herrscher der chinesischen Geschichte und einigte das Reich 200 Jahre vor Christus. Die Figuren sind individuell gestaltet und geben Einblick in die Militärmacht des alten Chinas. Doch selbst heute sind nicht alle Geheimnisse gelüftet: Ein großer Teil der Armee liegt nach wie vor im Verborgenem begraben. © Dmitryi Bogdanov/Zoonar/IMAGO Machu Picchu: 1911 entdeckte Hiram Bingham die geheimnisvolle Inka-Stadt Machu Picchu in den peruanischen Anden. Die Anlage besteht aus über 150 Gebäuden und 3000 Steintreppen, die sich über eine Strecke von 8 Kilometern erstrecken. Es gibt viele Theorien darüber, was der Zweck dieses spektakulären Projekts war, aber keine endgültige Erklärung hat sich bisher durchgesetzt. Machu Picchu ist heute eines der bekanntesten Symbole der Inka-Kultur. © Cavan Images/IMAGO Moai-Statuen: Im 18. Jahrhundert fanden europäische Seefahrer riesige Steinskulpturen auf den Osterinseln. Insgesamt wurden etwa 900 dieser kolossalen Figuren gefunden, die im Durchschnitt vier Meter hoch und rund 12,5 Tonnen schwer sind. Einige der Figuren sind sogar über 20 Meter hoch. Die Statuen sind als Moai bekannt und stammen von dem Volk der Rapa Nui. Das Interessante an den Moai ist die Leistung, die das Volk für ihren Transport über die Insel erbracht haben müssen. Legenden des Rapa Nui-Volkes besagen, dass sie göttliche Kräfte einsetzten, um die Statuen zum Laufen zu bringen. © robertharding/IMAGO Eingänge zu der unterirdischen Stadt Derinkuyu, 18.4.2023 Derinkuyu: Diese ehemalige Stadt ist die größte der bislang entdeckten unterirdischen Städte Kappadokiens und liegt bis zu 85 Meter tief unter der Erde. Sie wurde 1963 durch einen Zufall wiederentdeckt, als ein Einheimischer bei Renovierungsarbeiten in seinem Haus auf einen geheimen Tunnel stieß, der in ein weitverzweigtes, mehrstöckiges Labyrinth führte. Die Ursprünge der Stadt reichen vermutlich bis ins 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. zurück, wobei sie im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut wurde und in ihrer Blütezeit bis zu 20.000 Menschen Schutz vor Invasionen, religiöser Verfolgung oder extremem Klima bot. Besonders beeindruckend ist die ausgeklügelte Infrastruktur: Über 600 Eingänge, zahlreiche Wohn- und Vorratsräume, Ställe, Weinkeller, eine Schule und eine kreuzförmige Kirche auf der untersten Ebene sowie ein 55 Meter tiefer Lüftungsschacht sorgten für Frischluft und Wasser – selbst in Belagerungszeiten. © Pond5Images/IMAGO Gipsabdrücke von Sterbenden im Garten der Fliehenden in Pompeji, 1.6.2007 Pompeji: Die antike römische Stadt Pompeji wurde 1748 nahe Neapel, Italien, wiederentdeckt. Sie wurde 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet und konserviert. Die Ausgrabungen zeigen das Alltagsleben einer römischen Stadt. Besonders eindrucksvoll sind die Gipsabdrücke der Opfer, die die letzten Momente ihres Lebens festhalten und einen einzigartigen Einblick in die Tragödie des Vulkanausbruchs geben. © imagebroker/IMAGO Steine von Stonehenge, Amesbury, England, United Kingdom, 13.04.2019 Stonehenge: Der monumentale Steinkreis in Südengland wurde über Jahrtausende errichtet (ca. 3.000 bis 2.000 v. Chr.). Die erste bekannte Ausgrabung in Stonehenge fand in den 1920ern statt. Zuvor wurde der Steinkreis lediglich in historischen Schriften erwähnt. Die genaue Funktion ist bis heute jedoch ungeklärt – möglicherweise war der Steinkreis ein religiöses Zentrum oder eine astronomische Anlage. © Mint Images/IMAGO Eine Illustration zeigt, wie die Steine der Durrington Walls früher vermutlich aufgereiht waren, 1.5.2014 Super-Henge (Durrington Walls): Das sogenannte Super-Henge, auch bekannt als Durrington Walls, wurde 2015 durch moderne Bodenradartechnologie in der Nähe von Stonehenge in Südengland entdeckt und gilt als eines der größten prähistorischen Monumente Europas: Unter einer unscheinbaren Wiese verbirgt sich ein gewaltiger, etwa 1,5 Kilometer langer und 500 Meter breiter Steinkreis, der ursprünglich aus bis zu 90 riesigen Steinen bestand – einige davon sind noch heute im Boden erhalten. Der Zweck der Anlage ist unklar, Forscher vermuten jedoch, dass Super-Henge als rituelles oder zeremonielles Zentrum diente, das möglicherweise in direkter Verbindung zu Stonehenge stand. Die Illustration zeigt, wie die Steine früher vermutlich standen. © Joachim Brandtner/picture alliance Fragmente liegen am Donnerstag (14.04.2011) bei Asselfingen (Kreis Heidenheim) neben dem sogenannten Löwenmenschen. Der Löwenmensch ist eines der ältesten Kunstwerke der Welt Löwenmensch-Figur: 1939 wurde in der Hohlenstein-Stadel-Höhle auf der Schwäbischen Alb eine außergewöhnliche Skulptur entdeckt: Der sogenannte Löwenmensch ist etwa 40.000 Jahre alt und wurde aus Mammutelfenbein geschnitzt. Die Figur stellt ein Mischwesen aus Mensch und Löwe dar und ist das älteste bekannte Beispiel für figürliche Kunst und die Darstellung von Fabelwesen. © Stefan Puchner/picture alliance Fraktionen der Schriftrollen vom Toten Meer, 18.12.2012 Schriftrollen vom Toten Meer: 1947 fanden Beduinen in Höhlen bei Qumran am Toten Meer zahlreiche Tonkrüge. Darin verborgen fanden sie rund 1000 antike Schriftrollen. Sie enthalten biblische und außerbiblische Texte aus der Zeit um Christi Geburt und sind eine der wichtigsten Quellen zum Judentum und frühen Christentum. Elf der Rollen waren noch komplett intakt. Die Anderen sind jedoch nur noch in Fragmenten erhalten. Forscher arbeiten bis heute daran, die Rätsel der Rollen zu entziffern. © UPI Photo/IMAGO Schriften auf dem Rossetta Stein, 22.10.2012 Rosetta-Stein: 1799 entdeckten französische Soldaten durch einen Zufall in Ägypten den Rosetta-Stein. Die Inschrift in drei Schriften – Griechisch, Hieroglyphenschrift und demotisch (eine ägyptische Schrift, die bis etwa 450 n. Chr. verwendet wurde) – ermöglichte die Entzifferung der Hieroglyphen und öffnete das Tor zum Verständnis des Alten Ägypten. © Tudor Antonel Adrian/Zoonar/IMAGO Artefakte, die aus der Opfergrube Nr. 8 in der Ruinenstätte von Sanxingdui in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ausgegraben wurden, 1.6.2022 Sanxingdui: Ein weiterer Zufallsfund ereignete sich in den 1920er Jahren in der Provinz Sichuan. Ein Bauer stieß beim Brunnenbau auf Jadeobjekte. Diese Schätze gelangten in die Hände privater Sammler, und 1986 stießen Archäologen, die in dem Gebiet arbeiteten, auf zwei weitere Gruben voller Schätze aus der Bronzezeit, darunter Jade, Elefantenstoßzähne und Bronzeskulpturen. Forscher spekulieren, dass die Artefakte von Angehörigen der Sanxingdui-Zivilisation stammen, einer Kultur, die vor 3000 bis 2800 Jahren unterging. Doch warum die Artefakte dort vergruben wurden, bleibt bis heute unklar. © Shen Bohan/Xinhua/IMAGO Eine Reproduktion der Höhlenzeichnungen aus der Höhle von Lascaux, 2.6.2022 Lascaux-Höhle: Im Jahr 1940 entdeckten vier Jugendliche im Südwesten Frankreichs zufällig die Höhle von Lascaux. Was sie fanden, waren über 600 erstaunlich gut erhaltene Höhlenmalereien aus der Altsteinzeit, darunter Darstellungen von Bisons, Wildpferden, Hirschen und Rindern. Die Malereien sind etwa 17.000 Jahre alt und beeindrucken durch ihre künstlerische Qualität und Ausdruckskraft. Lascaux wird oft als „Sixtinische Kapelle der Steinzeitkunst“ bezeichnet und gibt einzigartige Einblicke in das Leben und die Glaubenswelt unserer Vorfahren. Auf dem Bild ist eine Reproduktion der einzigartigen Höhlenmalereien zu sehen. © Sabine Glaubitz/picture alliance Archaeologisches Nationalmuseum Foto: Die Goldmaske des Agamemnon, Griechenland, Athen, 05.04.2023 Goldmaske von Agamemnon: Im Jahr 1876 entdeckte der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann in Mykene ein reich ausgestattetes Königsgrab. Der spektakulärste Fund war eine goldene Totenmaske, die Schliemann dem legendären König Agamemnon zuschrieb. Die Maske stammt aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. und ist Teil einer ganzen Reihe von Goldschätzen, die die Pracht und Macht der mykenischen Hochkultur eindrucksvoll belegen. Die Maske ist heute eines der bekanntesten Symbole der griechischen Bronzezeit. © Sepp Spiegl/IMAGO Huaca Rajada und das Grab vom Herrscher von Sipan, nahe Chiclayo, Peru, 16.8.2023 Der Schatz von Sipán: Im Jahr 1987 entdeckten Archäologen in Nordperu das unberührte Grab eines Mochica-Herrschers aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Die Grabkammer, reich ausgestattet mit kunstvollen Gold- und Silberarbeiten, filigranem Schmuck, Keramik und exotischen Muscheln, lag unter einer gewaltigen Pyramide verborgen. Neben dem Herrscher wurden auch zahlreiche Begleiter und Opfergaben bestattet. Die Funde aus Sipán gelten als archäologischer Sensationsfund Südamerikas und eröffnen einen faszinierenden Blick auf die Welt der Mochica – eine Hochkultur, deren Glanz und Kunstfertigkeit lange im Verborgenen lag. © Pond5Images/IMAGO Altamira Cave, UNESCO World Heritage Site, Cantabria, Spanien, 4.4.2020 Altamira-Höhle: 1879 wurde die Höhle von Altamira in Nordspanien entdeckt. Die Höhle besteht aus einem Vorraum, einer Galerie und dem seitlichen Saal. Dort befinden sich beeindruckende prähistorische Höhlenmalereien. Die Bilder können auf etwa 14.000 Jahre zurückdatiert werden und zeigen Bisons, Hirsche, Wildschweine und Pferde. © robertharding/IMAGO Der Mechanismus von Antikythera, ein nicht mehr funktionierendes, unvollständig erhaltenes Fundstück, 7.3.2013 Antikythera-Mechanismus: 1901 wurde vor der griechischen Insel Antikythera von Schwammtauchern ein antiker Mechanismus aus Bronze geborgen. Das komplexe Zahnradwerk diente vermutlich als astronomischer Kalender und gilt als „Ur-Computer“ und antikes Wunder der Technik. © ANE Edition/IMAGO Die Himmelsscheibe von Nebra im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle Himmelsscheibe von Nebra: Die Entdeckung der runden Bronzescheibe gleicht einem Krimi: 1999 fanden zwei Raubgräber das ungewöhnliche Stück, vergraben im Waldboden auf einem Berg in Sachsen-Anhalt. Die beiden Männer ahnten, dass die Scheibe wertvoll ist, und verkauften sie an Hehler. Als die das Objekt einem Museum zum Kauf anboten, schlug die Polizei zu.
Die Scheibe soll rund 3600 Jahre alt sein. Die goldenen Punkte und Formen auf der Oberfläche deuten Forscher als Sonne, Mondsichel und Sterne. Sieben dicht beieinanderliegende Punkte stellen die Plejaden dar, so die Theorie. Damit gilt die Himmelsscheibe von Nebra als älteste konkrete Darstellung des Sternenhimmels, die man bislang gefunden hat. © Köhn/IMAGO Berühmte prähistorische Felszeichnungen von Tassili N Ajjer, Algerien, Nordafrika, 13.6.2022 Die Felsenzeichnungen von Tassili n’Ajjer: Mitten in der algerischen Sahara erstreckt sich das Felsmassiv Tassili n’Ajjer, dessen Wände von tausenden prähistorischen Felszeichnungen bedeckt sind. Gazellen, Rinder, Jäger und Tänzer bevölkern die steinernen Galerien – ein Panorama des Lebens vor bis zu 10.000 Jahren, als die Sahara noch grün war. Die Bilder erzählen von Jagd, Ritualen und dem Wandel der Landschaft. Tassili n’Ajjer gilt als eine der größten Freiluft-Galerien der Menschheit und öffnet ein Fenster in die frühe Geschichte Nordafrikas. © Ian Murray/imagebroker/IMAGO Die Kultanlage am Tempelberg Göbekli Tepe in der Türkei gehört zu den ältesten Monumenten der Menschheit (Handout vom 30.08.2006) Göbekli Tepe: In der Türkei entdeckten Archäologen ab 1994 die älteste bekannte Tempelanlage der Welt. Bei den Ausgrabungen stießen die Forscher auf riesige Steinbauten, deren Alter auf bis zu 11.500 Jahre datiert werden konnte. Das Erstaunliche: Die Bauten wurden somit bereits vor der neolithischen Revolution errichtet, also zu einer Zeit, in der sich Menschen noch vom Jagen und Sammeln ernährten. Die monumentalen Steinkreise revolutionierten das Bild von frühen Jäger- und Sammlergesellschaften. © Badisches Landesmuseum/picture-alliance Blick auf die Olduvai Schlucht in Tansania, Afrika, 8.7.2014 Olduvai Schlucht: Die Olduvai-Schlucht im Norden Tansanias gilt als die „Wiege der Menschheit“ und ist weltweit bekannt für ihre bedeutenden Fossilien- und Werkzeugfunde, die unser Verständnis der menschlichen Evolution revolutioniert haben. Seit ihrer ersten Entdeckung im Jahr 1911 durch Wilhelm Kattwinkel, der dort alte Knochen eines dreizehigen Urpferdes fand, wurden in den sedimentären Ablagerungen der Schlucht zahlreiche Überreste von Frühmenschen wie Homo habilis, Homo erectus und Paranthropus boisei geborgen. Die Überreste sind bis zu 2,3 Millionen Jahre alt sind und damit die ältesten der Welt. Besonders die Funde von primitiven Steinwerkzeugen, den sogenannten Oldowan, sowie die Fossilien der frühen Homininen, liefern wichtige Hinweise auf die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und technischer Fertigkeiten unserer Vorfahren. © Wolfgang Kaehler /Avalon.red/IMAGO Gold vom Staffordshire Hoard, geschätztes Aufnahmedatum 1.1.1900 Schatz von Staffordshire: 2009 fand ein Hobby-Schatzsucher in England den größten angelsächsischen Gold- und Silberschatz. Die über 3.500 Einzelstücke aus dem 7. Jahrhundert machen über 60 Prozent aller aufbewahrten angelsächsischen Gegenstände aus. Der Wert des Schatzes wurde auf über 3 Millionen Pfund geschätzt. © United Archives International/IMAGO Ötzi in der Kältekammer, 27.5.2010 Ötzi: 1991 fand ein Ehepaar bei einer Wanderung in den Ötztaler Alpen in Südtirol in 3200 Metern Höhe die Überreste einer Leiche. Nach Untersuchen des Körpers stellte sich heraus, dass die Mumie bereits seit 5300 Jahren dort liegt. Bis heute ist Ötzi, wie die Leiche genannt wird, die älteste Mumie der Welt. © MiS/IMAGO Schatzkammer oder Al Khazneh bei Sonnenuntergang, Petra, Jordanien, 16.4.2024 Petra: Die legendäre Felsenstadt im Süden Jordaniens wurde vor über 2000 Jahren von den Nabatäern inmitten einer Wüstenlandschaft erbaut und beeindruckt bis heute durch ihre monumentalen Grabtempel und Palastfassaden, die direkt aus dem rötlichen Sandstein gemeißelt wurden. Dank ihrer strategischen Lage an den Karawanenwegen der Weihrauchstraße entwickelte sich Petra zu einem bedeutenden Handelszentrum. Der daraus entstandene Reichtum ermöglichte den Nabatäern ein ausgeklügeltes System von Wasserleitungen und Zisternen zu errichten, das die Stadt selbst in der trockenen Wüste mit Trinkwasser versorgt. Besonders faszinierend ist, dass Petra nach einem Erdbeben im Jahr 363 n. Chr. langsam in Vergessenheit geriet und erst 1812 durch den Schweizer Forscher Johann Ludwig Burckhardt wiederentdeckt wurde – heute zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und zu den „neuen sieben Weltwundern“. © Gilles Barbier/imageBROKER/IMAGO Das Schiff von Sutton Hoo, hier entdeckten Forscher reiche Grabbeilagen, 8.8.2023 Sutton Hoo: 1939 entdeckten Archäologen im Südosten Englands ein 1400 Jahre altes angelsächsisches Grab. In einem 27 Meter langen, mit Erde bedeckten Holzschiff fanden die Forscher eine reiche Grabbeigabe, darunter kunstvoll verzierte Gold- und Silberobjekte, prächtige Waffen, ein aufwendig gearbeiteter Helm und byzantinische Silberware. Sutton Hoo veränderte das Bild vom sogenannten „dunklen Mittelalter“ grundlegend und offenbarte eine hochentwickelte und kunstsinnige Gesellschaft, deren Macht und Einfluss weit über die britischen Inseln hinausreichte. © James O. Davies/Cover-Images/IMAGO Deutliche Unterschiede zwischen den Canyons in der Ost- und Westantarktis Besonders bemerkenswert sind die Unterschiede zwischen den Canyons in der Ost- und Westantarktis. Riccardo Arosio erläuterte: „Es war besonders interessant, die Unterschiede zwischen den Canyons in den beiden großen antarktischen Regionen zu sehen, da dies bisher noch nicht beschrieben wurde.“ Die Canyons in der Ostantarktis sind komplexer und verflochtener, während die in der Westantarktis kürzer und steiler sind.
Diese Unterschiede liefern wichtige Hinweise auf die geologische Geschichte der Antarktis . Die komplexeren Strukturen in der Ostantarktis deuten auf eine längere Entwicklungszeit und eine stärkere glaziale Aktivität hin, was die Theorie unterstützt, dass der ostantarktische Eisschild älter ist als sein westliches Gegenstück.
Antarktis-Entdeckung spielt entscheidende Rolle für globalen Klimawandel Die Bedeutung dieser Entdeckung geht weit über die reine Kartografie hinaus. Die Unterwasser-Canyons spielen eine entscheidende Rolle für die Ozeanzirkulation und den globalen Klimawandel . Sie fungieren als Kanäle für den Austausch von Wasser zwischen dem tiefen Ozean und dem Kontinentalschelf, was wiederum die Bildung des antarktischen Bodenwassers beeinflusst – einer Schlüsselkomponente der globalen Ozeanzirkulation.
Darüber hinaus können diese Canyons wärmeres Wasser in Richtung der Küste leiten, was potenziell zum Schmelzen und Ausdünnen der schwimmenden Eisschelfe beitragen kann. Dies ist besonders besorgniserregend, da die Eisschelfe eine wichtige Barriere darstellen, die das Abfließen des kontinentalen Eises in den Ozean verlangsamt .
Die Forscher betonen, dass aktuelle Klimamodelle die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wassermassen und der Unterwassertopografie noch nicht ausreichend berücksichtigen. „Deshalb müssen wir weiterhin hochauflösende bathymetrische Daten in bisher nicht kartierten Gebieten sammeln, die sicherlich neue Canyons offenbaren werden“, erklärten Amblàs und Arosio laut der Universität Barcelona.
Forschung in der Polarregion soll als Basis für verbesserte Klimamodelle dienen Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung in den Polarregionen. Sie zeigt eindrucksvoll, wie viel wir noch über die Unterwasserwelt unseres Planeten zu lernen haben und wie wichtig diese Erkenntnisse für unser Verständnis des globalen Klimasystems sind. Dazu tragen auch die Erkenntnisse eines Forschungsteams der ETH Zürich bei, die in der Antarktis einen Wasserstrom unter 500 Meter dickem Eis entdeckten .
Die Entdeckung dieser verborgenen Unterwasserwelt in der Antarktis ist nicht nur ein bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch, sondern auch ein Beispiel für erfolgreiche internationale Zusammenarbeit in der Polarforschung. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für zukünftige Studien und verbesserte Klimamodelle, die letztendlich unser Verständnis und unsere Vorhersagen zu den Auswirkungen des Klimawandels verfeinern können. Eine weitere Studie fand jüngst heraus, dass ein Asteroid vor vielen Jahren zwei „Grand Canyons“ auf dem Mond in nur wenigen Minuten formte . (kh)
Rubriklistenbild: © John Weller/dpa