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Himmelsspektakel Mondfinsternis: Alle Beobachtungstermine bis 2030

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Mit bloßem Auge und ohne spezielle Schutzvorkehrungen kann man eine Mondfinsternis erleben – wenn man über den Zeitpunkt der nächsten informiert ist.

Frankfurt – Wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, entsteht ein Naturschauspiel, das die Menschheit seit Jahrtausenden in seinen Bann zieht: eine Mondfinsternis. Im 21. Jahrhundert kann man insgesamt 142 Mondfinsternisse erleben – 85 davon total und 57 partiell. Dieses regelmäßig wiederkehrende astronomische Ereignis folgt einem präzisen kosmischen Rhythmus.

Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht.

Eine Mondfinsternis tritt ein, wenn die Sonne, die Erde und der Vollmond sich in einer geraden Linie befinden. Der Schatten der Erde fällt dabei auf den Mond und verdunkelt ihn vorübergehend. Anders als viele andere astronomische Phänomene lässt sich dieses Ereignis ohne technische Hilfsmittel beobachten – ein einfacher Blick zum Nachthimmel genügt.

Nächste Mondfinsternis in Deutschland: Kernschatten der Erde verdunkelt den Vollmond

Die Art der Mondfinsternis hängt davon ab, wie der Mond durch den Erdschatten wandert: Bei einer totalen Mondfinsternis verschwindet der Mond vollständig im Kernschatten der Erde. Eine partielle Mondfinsternis zeigt nur einen teilweise verfinsterten Mond und eine Halbschattenfinsternis ist mit bloßem Auge fast gar nicht wahrnehmbar, da der Vollmond lediglich den äußeren Schattenbereich durchquert.

Da Mondfinsternisse nur bei Vollmond stattfinden können, sind sie häufig nachts zu beobachten. Im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen benötigen Beobachtende keine speziellen Schutzbrillen oder Filter, um das Ereignis gefahrlos zu verfolgen. Sobald der Erdschatten beginnt, die Mondscheibe zu verdunkeln, ist dies auch ohne optische Hilfsmittel erkennbar. Für detailliertere Betrachtungen empfiehlt sich jedoch ein Fernglas oder ein Teleskop. Ein Mondfilter kann dabei helfen, die Helligkeit des Vollmonds im Teleskop zu reduzieren und so eine angenehmere Beobachtung zu ermöglichen.

Das passiert bei einer Mondfinsternis

Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?
Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?  © IMAGO/LausitzNews.de/Felix Leda
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt…
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt… © Marios Lolos/dpa
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf.
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf. © Victoria Jones/dpa
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr.
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr. © Axel Seidemann/dpa
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte.
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte. © Christophe Gateau/dpa
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen.
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen. © Jair Cabrera Torres/dpa
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen.
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen. © Victoria Jones/dpa
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond.
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt.
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden.
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden. © Boris Roessler/dpa
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen.
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen. © Sven Hoppe/dpa
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen.
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen. © Uli Deck/dpa
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen.
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen. © Marcus Brandt/dpa
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar.
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar. © Marcel Kusch/dpa
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen.
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen. © Robert Michael/dpa
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft.
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft. © Peter Kneffel/dpa
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.  © Francisco Canedo/dpa
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden.
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden. © Uwe Anspach/dpa
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet. © Robert Michael/dpa
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen.
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen. © Frank Molter/dpa
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde.
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde. © Angelika Warmuth/dpa
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung.
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung. © Maurizio Gambarini/dpa
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden.
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden. © Robert Michael/dpa
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019.
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019. © Marcel Kusch/dpa
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht.
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht. © Thomas Rensinghoff/dpa

Das Datum der nächsten Mondfinsternis ist schon lange bekannt

Ein besonderer Aspekt von Mondfinsternissen ist ihre präzise Vorhersagbarkeit. Da die Umlaufbahnen von Sonne, Erde und Mond bekannt sind, können Astronomen diese Ereignisse für viele Jahre im Voraus berechnen. Die folgende Tabelle gibt Auskunft darüber, wann die nächste Mondfinsternis am Himmel über Deutschland zu beobachten sein wird:

Datum/Uhrzeit der maximalen VerfinsterungAnmerkung
28. August 2026 um 04.14 Uhrpartielle Mondfinsternis, in Deutschland wird der Mond kurz vor Monduntergang zu einem sehr großen Teil verdeckt
20. Februar 2027 um 23.14 Uhrpartielle Halbschatten-Finsternis – nur der Halbschatten legt sich über den Mond
12. Januar 2028 um 04.14 Uhrpartielle Mondfinsternis, der Mond wird nur minimal vom Erdschatten verdunkelt
6. Juli 2028 um 18.20 Uhrpartielle Mondfinsternis, in Deutschland geschieht die Verdunklung, bevor der Mond aufgeht
31. Dezember 2028 um 16.53 Uhrtotale Mondfinsternis, in Deutschland beginnt die Totalität kurz nachdem der Mond aufgegangen ist
26. Juni 2029 um 03.23 Uhrtotale Mondfinsternis, in Deutschland geht der Mond während der Totalität unter
20. Dezember 2029 um 22.43 Uhrtotale Mondfinsternis, in Deutschland perfekt zu sehen
15. Juni 2030 um 18.34 Uhrpartielle Mondfinsternis, in Deutschland wird der Mond etwa zur Hälfte verdeckt
Quelle: timeanddate.com

Bei einer totalen Mondfinsternis steht der „Blutmond“ am Himmel

Zu den eindrucksvollsten Momenten einer totalen Mondfinsternis gehört das Phänomen des „Blutmonds“. Wenn der Vollmond vollständig vom Kernschatten der Erde bedeckt wird, erscheint er nicht schwarz, sondern in einem faszinierenden Rotton. Dieses Phänomen entsteht, weil die Erdatmosphäre hauptsächlich langwelliges rotes Licht passieren lässt, während andere Lichtfarben stärker gestreut werden. Das gefilterte rötliche Licht verleiht dem Mond während der Totalität eine charakteristische rostbraune bis kupferrote Färbung. (tab)

Rubriklistenbild: © Thomas Rensinghoff/dpa

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