Himmelsspektakel Mondfinsternis: Alle Beobachtungstermine bis 2030
VonTanja Banner
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Mit bloßem Auge und ohne spezielle Schutzvorkehrungen kann man eine Mondfinsternis erleben – wenn man über den Zeitpunkt der nächsten informiert ist.
Frankfurt – Wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, entsteht ein Naturschauspiel, das die Menschheit seit Jahrtausenden in seinen Bann zieht: eine Mondfinsternis. Im 21. Jahrhundert kann man insgesamt 142 Mondfinsternisse erleben – 85 davon total und 57 partiell. Dieses regelmäßig wiederkehrende astronomische Ereignis folgt einem präzisen kosmischen Rhythmus.
Nächste Mondfinsternis in Deutschland: Kernschatten der Erde verdunkelt den Vollmond
Die Art der Mondfinsternis hängt davon ab, wie der Mond durch den Erdschatten wandert: Bei einer totalen Mondfinsternis verschwindet der Mond vollständig im Kernschatten der Erde. Eine partielle Mondfinsternis zeigt nur einen teilweise verfinsterten Mond und eine Halbschattenfinsternis ist mit bloßem Auge fast gar nicht wahrnehmbar, da der Vollmond lediglich den äußeren Schattenbereich durchquert.
Da Mondfinsternisse nur bei Vollmond stattfinden können, sind sie häufig nachts zu beobachten. Im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen benötigen Beobachtende keine speziellen Schutzbrillen oder Filter, um das Ereignis gefahrlos zu verfolgen. Sobald der Erdschatten beginnt, die Mondscheibe zu verdunkeln, ist dies auch ohne optische Hilfsmittel erkennbar. Für detailliertere Betrachtungen empfiehlt sich jedoch ein Fernglas oder ein Teleskop. Ein Mondfilter kann dabei helfen, die Helligkeit des Vollmonds im Teleskop zu reduzieren und so eine angenehmere Beobachtung zu ermöglichen.
Das Datum der nächsten Mondfinsternis ist schon lange bekannt
Ein besonderer Aspekt von Mondfinsternissen ist ihre präzise Vorhersagbarkeit. Da die Umlaufbahnen von Sonne, Erde und Mond bekannt sind, können Astronomen diese Ereignisse für viele Jahre im Voraus berechnen. Die folgende Tabelle gibt Auskunft darüber, wann die nächste Mondfinsternis am Himmel über Deutschland zu beobachten sein wird:
Datum/Uhrzeit der maximalen Verfinsterung
Anmerkung
28. August 2026 um 04.14 Uhr
partielle Mondfinsternis, in Deutschland wird der Mond kurz vor Monduntergang zu einem sehr großen Teil verdeckt
20. Februar 2027 um 23.14 Uhr
partielle Halbschatten-Finsternis – nur der Halbschatten legt sich über den Mond
12. Januar 2028 um 04.14 Uhr
partielle Mondfinsternis, der Mond wird nur minimal vom Erdschatten verdunkelt
6. Juli 2028 um 18.20 Uhr
partielle Mondfinsternis, in Deutschland geschieht die Verdunklung, bevor der Mond aufgeht
31. Dezember 2028 um 16.53 Uhr
totale Mondfinsternis, in Deutschland beginnt die Totalität kurz nachdem der Mond aufgegangen ist
26. Juni 2029 um 03.23 Uhr
totale Mondfinsternis, in Deutschland geht der Mond während der Totalität unter
20. Dezember 2029 um 22.43 Uhr
totale Mondfinsternis, in Deutschland perfekt zu sehen
15. Juni 2030 um 18.34 Uhr
partielle Mondfinsternis, in Deutschland wird der Mond etwa zur Hälfte verdeckt
Quelle: timeanddate.com
Bei einer totalen Mondfinsternis steht der „Blutmond“ am Himmel
Zu den eindrucksvollsten Momenten einer totalen Mondfinsternis gehört das Phänomen des „Blutmonds“. Wenn der Vollmond vollständig vom Kernschatten der Erde bedeckt wird, erscheint er nicht schwarz, sondern in einem faszinierenden Rotton. Dieses Phänomen entsteht, weil die Erdatmosphäre hauptsächlich langwelliges rotes Licht passieren lässt, während andere Lichtfarben stärker gestreut werden. Das gefilterte rötliche Licht verleiht dem Mond während der Totalität eine charakteristische rostbraune bis kupferrote Färbung. (tab)