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Der Meteorstrom der Quadrantiden verspricht bis zu 80 Sternschnuppen pro Stunde. Hier erfahren Sie, wann und wie Sie diese am besten sehen können.
Update vom 3. Januar 2025, 12.00 Uhr: Wer heute Abend einen klaren Himmel hat, kann sich etwas wünschen. Denn dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass Sternschnuppen der Quadrantiden zu sehen sind. Ob das Wetter mitspielt, ist jedoch die große Frage: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet nämlich einige Wolken und womöglich sogar etwas Schnee, vor allem in der Mitte Deutschlands. In anderen Regionen dürfte der Blick auf die Sternschnuppen frei bleiben.
Erstmeldung vom 17. Dezember 2024: Frankfurt – Das Jahr 2025 startet mit einem astronomischen Highlight: Dem Sternschnuppen-Strom der Quadrantiden. Wer das neue Jahr mit vielen offenen Wünschen beginnt, sollte sich die Nacht vom 3. auf den 4. Januar 2025 vormerken, denn dann erreicht der Sternschnuppen-Strom seinen Höhepunkt. Bis zu 80 Sternschnuppen pro Stunde kann man dann bei perfekten Beobachtungsbedingungen sehen.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel




Sternschnuppen-Strom der Quadrantiden ist einer der vier aktivsten Meteorschauer
Die Quadrantiden sind einer der vier aktivsten Meteorschauer des Jahres und im Jahr 2025 sind sie besonders gut zu beobachten. Das liegt daran, dass rund um das Maximum das Licht des Mondes die Beobachtung nicht stört – anders als bei den Geminiden, die im Dezember 2024 kurz vor Vollmond über den Himmel huschten. In der Nacht vom 3. auf den 4. Januar ist der Mond dagegen gar nicht am Nachthimmel zu sehen, weil er bereits gegen 21 Uhr untergeht. Zudem ist er nur zu knapp einem Fünftel beleuchtet und damit nicht sehr hell. Vollmond ist erst am 13. Januar 2025.
Die Sternschnuppen der Quadrantiden scheinen aus dem nordöstlichen Teil des Sternbilds Bärenhüter (Bootes) auszuströmen, weshalb die Sternschnuppen auch Bootiden genannt werden. Der geläufigere Name Quadrantiden bezieht sich auf das Sternbild Mauerquadrant, das sich zwischen den Sternbildern Bärenhüter, Drache und Herkules befand, heute aber nicht mehr existiert. Seine Position ist der sogenannte Radiant des Sternschnuppen-Stroms – verfolgt man die Leuchtspur von Meteoren über den Himmel zurück, landet man an dieser Stelle.
Sternschnuppen der Quadrantiden/Bootiden sind die ganze Nacht zu sehen
Das Praktische an diesem Radianten ist, dass die Sternschnuppen die ganze Nacht über zu sehen sind. Denn die Region, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, geht die ganze Nacht über nicht unter. Am Abend nach Sonnenuntergang steht die Region im Nordwesten am Himmel – allerdings noch relativ tief über dem Horizont. Im Laufe der Nacht bewegt sie sich im Nordosten am Himmel nach oben. Trotzdem empfehlen Fachleute, so früh wie möglich am 3. Januar nach den Sternschnuppen Ausschau zu halten – denn dann ist das spitze Maximum der Quadrantiden zu sehen.
| Name: | Quadrantiden/Bootiden |
|---|---|
| Typ: | Sternschnuppen-Strom |
| Ursprung: | Asteroid 2003 EH1 |
| Aktivitätszeitraum: | 28.12.2024-12.1.2025 |
| Maximum: | Nacht vom 3. auf 4. Januar 2025 |
| Sternschnuppen pro Stunde: | bis zu 80 |
| Quelle: International Meteor Organization |
Quadrantiden-Sternschnuppen können am gesamten Himmel auftauchen
Wer den Großen Wagen am Himmel erkennt, findet den Radianten der Quadrantiden-Sternschnuppen ganz leicht: Er befindet sich in der Nähe der Deichsel des Großen Wagen. Grundsätzlich gilt bei Sternschnuppen aber, dass sie am gesamten Himmel auftauchen können – man muss den Radianten daher gar nicht unbedingt finden.
Was man dagegen unbedingt finden sollte, um eine Sternschnuppennacht zu genießen, ist ein ungestörter Blick auf den Himmel. Je dunkler der Nachthimmel ist und je besser man ihn sehen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man viele Sternschnuppen beobachten wird. Technische Hilfsmittel sind bei der Suche nach Sternschnuppen eher hinderlich – man sollte lieber auf den eigenen Komfort achten. Warme Kleidung, warme Getränke, eine Decke und eine Liegemöglichkeit lassen Beobachtende länger durchhalten. Eins ist dabei auch noch besonders wichtig: Geduld.
Sternschnuppen haben nichts mit Sternen zu tun
Sternschnuppen haben übrigens mit Sternen – anders als es ihr Name suggeriert – nichts zu tun. Sie entstehen, wenn Staubteilchen in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Bei Sternschnuppen-Strömen wie den Quadrantiden stammen die Staubteilchen von der Staubspur, die ein Himmelskörper im Weltall hinterlassen hat und die die Erde durchquert. In der Regel sind die Mutterkörper Kometen, im Fall der Quadrantiden vermuten Fachleute den Asteroiden 2003 EH1 als Mutterkörper. (tab)
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