Sonnenstürme im Anmarsch

Sonnenstürme bedrohen „Starlink“-Satelliten – Was das mit ihrer Flughöhe zu tun hat

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Die „Starlink“-Internetsatelliten kämpfen mit den Auswirkungen von Sonnenstürmen, die die Erde treffen. Es ist eine der negativen Auswirkungen der Sonnenaktivität

Update vom 14. Mai, 14.15 Uhr: Die Gefahr ist vorüber – vorerst zumindest. Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX, die für schnelles Internet auf der Erde sorgen, haben die Sonnenstürme, die am vergangenen Wochenende die Erde trafen, heil überstanden. Das schreibt das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk auf der Plattform X (ehemals Twitter). Am Wochenende hatte Musk noch mitgeteilt, dass die Satelliten wegen des Sonnensturms „unter großem Druck“ stehen.

Hintergrund ist die derzeitige Aktivität der Sonne, die auch für die Polarlichter des vergangenen Wochenendes verantwortlich war. Trifft geladenes Plasma von der Sonne (ein sogenannter Sonnensturm) die Erde, verändert sich die Erdatmosphäre: Sie wird dichter und macht es Satelliten schwerer, durch sie hindurchzufliegen – vereinfacht ausgedrückt wird der „Fahrtwind“ für die Satelliten heftiger. Und weil die „Starlink“-Satelliten relativ niedrig (etwa 550 Kilometer hoch) über der Erde fliegen, können sie durch Sonnenstürme abstürzen.

Der nächste Sonnensturm kommt bestimmt – „Starlink“-Satelliten vorerst sicher

Dieses Mal ist das nicht passiert und die „Starlink“-Satelliten scheinen vorerst sicher zu sein in ihrer Umlaufbahn. Doch die nächsten Sonnenstürme könnten schon bald unterwegs in Richtung Erde sein, denn die Sonne beginnt gerade erst das Maximum ihres 11-jährigen Aktivitätszyklus zu erreichen. In diesem Maximum können weitere große Sonnenstürme in Richtung Erde geschleudert werden. Trifft ein besonders heftiger Sonnensturm die Erde, kann das die Infrastruktur – beispielsweise Strom oder Internet – lahmlegen und zu Blackouts führen. Auch Zugsignale können so verändert werden.

Spektakuläres Leuchten über Deutschland: Die schönsten Bilder aus den Polarlicht-Nächten

Abend des 10. Mai 2024 erreichte ein Sonnensturm G4 die Erde. Polarlichter am Brocken im Harz
Polarlichter vom Brocken im Harz aus.  © ARCHEOPIX/IMAGO
Polarlichter im Taunus Polarlichter sind am Himmel über der St. Gertrudis-Kapelle zu sehen., Schmitten Hessen
Intensives Leuchten auf dem Taunus in Hessen.  © Jan Eifert/IMAGO
Nordlichter - Polarlichter über Niedersachsen aufgenommen in Flecken Langwedel
Auch in Niedersachsen (hier Flecken Langwedel) war das bunte Farbspektakel der Polarlichter am Himmel zu sehen.  © Ingo Wächter/IMAGO
starke Nordlichter oder auch Polarlichter über, Wittlekofen im Schwarzwald
Aus Wittlekofen im Schwarzwald stammt dieses Bild der Polarlichter über Zentraleuropa.  © Andreas Haas/IMAGO
Striegistal - Polarlichter mit bloßem Auge zu sehen! Naturspektakel am Himmel über Sachsen
Diese beiden Nachteulen hatten im Striegistal in Sachsen perfekte Sicht auf die Polarlichter.  © Tim Meyer/IMAGO/EHL Media/
Polarlichter über Bonn, 10.5.2024 gesehen vom Petersberg in Königswinter
Auch in Bonn war das Leuchten der Polarlichter leicht zu erkennen.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Derix
Faszinierender Nordlichter Polarlichter: Hannover begeistert von Polarlichtphänomen auf dem Kronsberg Niedersachsen
Auch am Kronsberg in Hannover hielten Beobachter die Polarlichter am Himmel fotografisch fest.  © Martin Dziadek/IMAGO
naturphänomen Polarlichter über Berlin Deutschland, Polarlichter Nordlichter über der Hauptstadt
Kaum sichtbar für das bloße Auge, aber doch: die Polarlichter zeigten sich auch in der Bundeshauptstadt Berlin.  © Achille Abboud/IMAGO
Polarlichter sind am Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit auch in Baden-Württemberg bei Großerlach zu sehen Nordlichter
Rot leuchtende Polarlichter zu sehen über Großerlach in Baden-Württemberg.  © Alexander Wolf/IMAGO

„Starlink“-Internet wegen Sonnensturm mit Problemen

Erstmeldung vom 11. Mai 2024: Frankfurt – Mit „Starlink“ von SpaceX hat das Internet aus dem Weltall seinen Durchbruch erlebt. Schnell und unproblematisch soll es in jedem Winkel der Erde verfügbar sein und für schnelles Internet sorgen. Knapp 6000 funktionierende „Starlink“-Satelliten umkreisen die Erde auf niedrigen Umlaufbahnen, um schnelles Internet auf die Erde zu „beamen“. Doch derzeit scheint es Probleme mit dem Weltraum-Internet zu geben, wie beispielsweise die Website downdetector.com zeigt. „Nutzerberichte weisen auf mögliche Probleme bei Starlink hin“, heißt es dort.

Auf der „Starlink“-Website kann man es ebenfalls nachlesen: „Bei Starlink gibt es momentan einen degradierten Service. Unser Team führt Untersuchungen durch“, steht dort geschrieben. Doch woran kann das liegen? SpaceX-Gründer Elon Musk hat es auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) angedeutet: „Ein großer geomagnetischer Sonnensturm ist gerade im Gange. Der stärkste seit langem. Die Starlink-Satelliten stehen unter großem Druck, halten sich aber bisher gut“, schreibt er dort.

Sonnenstürme verursachen nicht nur Polarlicht: „Starlink“-Satelliten betroffen

Tatsächlich ist es so, dass starke Sonnenstürme, die die Erde treffen, Satelliten im Erdorbit in Mitleidenschaft ziehen. Betroffen sind nicht nur die niedrig fliegenden „Starlink“-Internetsatelliten, sondern alle Raumfahrzeuge, die von dem geladenen Sonnenplasma getroffen werden. Derzeit ist die Sonne sehr aktiv, zuletzt hat ein Sonnensturm der höchsten Kategorie G5 (extrem) die Erde getroffen und dort für wunderschöne Polarlichter auch in Deutschland gesorgt.

Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX umkreisen die Erde relativ niedrig, um schnelles Internet zur Verfügung zu stellen. Dadurch sind sie anfällig für Sonnenstürme. (Symbolbild)

Doch Polarlichter sind nicht das einzige, was Sonnenstürme verursachen können. Das Weltraumwetter-Vorhersagezentrum (SWPC) der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanbehörde NOAA erklärt auf seiner Website, dass bei einem geomagnetischen Sturm der Kategorie G5 auch der Betrieb von Raumfahrzeugen betroffen ist. Unter anderem sei mit „Problemen mit der Ausrichtung, dem Uplink/Downlink und der Verfolgung von Satelliten“ zu rechnen, heißt es dort.

„Starlink“-Konstellation fliegt niedrig – und ist deshalb anfälliger für Sonnenstürme

Bei niedrig fliegenden Satelliten wie der „Starlink“-Konstellation kommt noch ein weiterer Aspekt dazu: Sie befinden sich standardmäßig schon recht nah an der Erdatmosphäre, in einer Höhe von nur etwa 550 Kilometer. Die Atmosphäre wird durch den Sonnensturm verändert und wird dichter. Das sorgt dafür, dass die Satelliten mehr „Fahrtwind“ abbekommen und schneller durch die Erdatmosphäre nach unten sinken. Die Weltraumwetter-Physikerin Dr. Tamitha Skov formuliert es auf X so: „Die armen Starlink-Vögel müssen gerade mit ihren Triebwerken kämpfen, um am Himmel zu bleiben.“

Das unberechenbare Verhalten der Sonne und ihr Einfluss auf die Dichte der Erdatmosphäre ist auch ein Grund, warum die Raumfahrt nicht genau vorhersagen kann, wo unkontrolliert abstürzender Weltraumschrott die Erde trifft.

Der Zusammenhang zwischen Sonnenstürmen und der Erdatmosphäre ist ein Problem, das SpaceX nicht unbekannt ist: Erst im Frühjahr 2022 hat ein geomagnetischer Sturm, der die Erde traf, auf einen Schlag 40 brandneue „Starlink“-Satelliten zerstört. Der aktuelle Sonnensturm ist noch lange nicht vorbei – er soll laut Fachleuten mindestens bis Sonntag (12. Mai) anhalten, auch in der heutigen Nacht (11./12. Mai) soll Polarlicht zu sehen sein. Danach wird sich zeigen, wie gut die „Starlink“-Satelliten durchgehalten haben. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Panthermedia

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