Sonne, Erde und Vollmond aufgereiht

Partielle Mondfinsternis im September: Wenn der Supermond vom Erdschatten verdeckt wird

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Bei einer partiellen Mondfinsternis wird nur ein Teil der „Mondscheibe“ vom Erdschatten „angeknabbert“. (Archivbild)
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Wenn der Supermond im September vom Erdschatten teilweise verdeckt wird, ist in Deutschland eine partielle Mondfinsternis sichtbar.

Frankfurt – Der Vollmond im August befand sich nah an der Erde – er war beinahe ein Supermond. Im September kommt der Vollmond der Erde noch etwas näher, 357.500 Kilometer beträgt der Abstand zwischen den beiden Himmelskörpern dann nur noch. Damit ist der Vollmond im September ein echter Supermond. Doch das ist nicht alles, was den Vollmond im September interessant macht. In der Nacht vom 17. auf den 18. September 2024 findet zudem eine Mondfinsternis statt, die in Deutschland zu sehen sein wird.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Mondfinsternis am 18. September 2024: Wann der Vollmond in den Erdschatten wandert

„Das Naturereignis beginnt um 2:39 Uhr, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde wandert. Diese Veränderung ist für unsere Augen aber kaum wahrnehmbar. Erst um 4:12 Uhr erreicht unser Trabant den Kernschatten“, erklärt der Astrophysiker Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums in Hamburg. Wer die partielle Mondfinsternis in Deutschland sehen will, muss früh aufstehen, denn von 4:12 Uhr bis 5:17 Uhr findet die spannendste Phase statt.

Uhrzeit (MESZ)Ereignis
19.29 Uhr (17. September)Mondaufgang in Frankfurt am Main
2.39 Uhr (18. September)Halbschattenfinsternis beginnt (Halbschatten der Erde berührt erstmals den Mond)
4.12 UhrPartielle Mondfinsternis beginnt (Kernschatten der Erde berührt den Mond)
4.44 UhrMaximale Verfinsterung des Mondes
5.15 UhrPartielle Mondfinsternis endet (Kernschatten der Erde berührt den Mond nicht mehr)
6.47 UhrHalbschattenfinsternis endet (Halbschatten der Erde berührt den Mond nicht mehr)
7.16 UhrMonduntergang in Frankfurt am Main
Quelle: timeanddate.de

Partielle Mondfinsternis im September: Früh am Morgen wird der Vollmond langsam „angeknabbert“

Voss erklärt weiter: „Nun erhalten wir den Eindruck, als würde ein Stück des Mondes langsam ‚angeknabbert‘ werden. Allerdings werden selbst zum Maximum der Finsternis um 4.44 Uhr nur 9,1 Prozent des Mondes verdeckt. Der Rest der ‚Mondscheibe‘ wirkt eher wie von einem grauen Schleier überzogen.“ Pünktlich um 5.15 Uhr ist das Spektakel dann auch schon wieder vorbei – der Mond verlässt den Kernschatten der Erde und um 6.49 Uhr auch den Halbschatten. „Diese kleinere partielle Mondfinsternis ist vielleicht nicht atemberaubend, aber dennoch spannend zu beobachten“, findet Voss.

Der Experte betont, dass man bei der partiellen Mondfinsternis am 18. September auch die Umgebung des Mondes beachten sollte: „So funkelt rechts oberhalb des Mondes das Pegasusquadrat, während rechts unterhalb von ihm der Gasriese Saturn erstrahlt. Für mich ist es der wohl schönste Anblick des Monats“, schwärmt Voss. Der Mond steht während der Finsternis im Südwesten am Himmel, zwischen den Sternbildern Fische und Wassermann. Ein Stück weiter Richtung Osten sind auch die Planeten Jupiter und Mars am Himmel zu sehen.

Für eine Mondfinsternis müssen sich Sonne, Erde und Vollmond aufreihen

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond entstehen, wenn der Mond – aus Sicht der Sonne – hinter der Erde vorbeizieht. Sonne, Erde und Vollmond stehen in einer Reihe, der Schatten der Erde zieht über den Mond und verdeckt ihn. Weil die Mondbahn jedoch leicht geneigt ist, entsteht bei Vollmond meist keine Mondfinsternis – der Mond zieht dann über oder unter der Sonne-Erde-Achse vorbei und nicht durch den Erdschatten.

Nach der Mondfinsternis folgt die Sonnenfinsternis

Wegen der komplizierten Himmelsmechanik folgt zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis immer eine Sonnenfinsternis. Am 2. Oktober 2024 ist es das nächste Mal so weit: Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist am Himmel zu sehen – allerdings fast nur über dem Pazifik.

Einen „Blutmond“ kann man bei der Mondfinsternis am 18. September nicht sehen

Steht der Mond günstig, entsteht eine totale Mondfinsternis, bei der der Erdschatten den Mond komplett verdeckt. Dabei ist dann auch der „Blutmond“ zu sehen – der total verfinsterte Mond verfärbt sich rot, weil nur noch langwelliges rotes Licht vom Mond ans menschliche Auge dringt. Die partielle Mondfinsternis am 18. September ist jedoch weit von einem Blutmond entfernt – der Erdschatten „knabbert“ nur ein kleines Stück der Mondscheibe an.

Zuletzt konnte man in Deutschland im Januar 2019 eine totale Mondfinsternis sehen, die vorherige partielle Mondfinsternis fand im Oktober 2023 statt. Bis zur nächsten totalen Mondfinsternis über Deutschland muss man sich zum Glück nicht mehr allzu lange gedulden: Am 14. März 2025 findet eine totale Mondfinsternis statt, die in Deutschland nur partiell zu sehen ist. Ein halbes Jahr später jedoch, am 7. September 2025, ist auch in Deutschland eine totale Mondfinsternis zu bewundern. (tab)

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