Blick zum Sternenhimmel

Planeten im Mai: Venus glänzt – und Saturn ist zurück

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Am Sternenhimmel im Mai ist einiges los – manche Planeten verabschieden sich, andere tauchen wieder auf. Für Fernglas und Teleskop gibt es einiges zu sehen.

Frankfurt – Die Frühlingssternbilder sind weniger auffällig als die Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen, doch trotzdem gibt es am Sternenhimmel im Mai einiges zu sehen. Das Frühlingsdreieck ist am Südhimmel leicht zu erkennen. Es setzt sich aus den hellen Sternen Regulus (Sternbild Löwe), Arktur (Sternbild Bootes) und Spica (Sternbild Jungfrau) zusammen.

Sternenhimmel im Mai: Sternhaufen mit Fernglas oder Teleskop erkunden

Wer mit dem Teleskop oder Fernglas am Himmel unterwegs ist, kann dort beispielsweise den Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules erkunden. Er besteht aus mindestens 500.000 Sternen und ist etwa 25.000 Lichtjahre entfernt. Bei dunklem Himmel kann man den Sternhaufen schon mit bloßem Auge erkennen, ein kleines Fernglas hilft, den Sternhaufen als nebliges Fleckchen zu sehen. Mit einem kleinen Teleskop kann man einige Einzelsterne am Land erkennen. Zu finden ist der Kugelsternhaufen an der rechten Seite des Herkules-Vierecks. Am besten verwendet man dafür eine Sternenkarte oder eine Sternen-App.

Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.

Besonders spannend: Die Sterne im Haufen M13 sind zehn Milliarden Jahre alt – also etwa doppelt so alt wie unsere Sonne. Ebenfalls lohnenswert mit dem Fernglas ist der Kugelsternhaufen M3. Er befindet sich im Sternbild Jagdhunde an der Grenze zu Bootes und ist etwa 34.000 Lichtjahre entfernt. Ganz in der Nähe, ebenfalls im Sternbild Jagdhunde, befindet sich auch die bekannte Whirlpool-Galaxie (M51). Es handelt sich dabei um eine Spiralgalaxie, auf die man fast senkrecht blickt. Ihre Entfernung zur Erde beträgt 25 Millionen Lichtjahre.

Halbmond begegnet im Mai dem Mars und dem Sternhaufen Messier 44

Wer nach einem besonders schönen Anblick im Mai sucht, sollte sich die Nacht vom 3. auf den 4. Mai vormerken. „Dann begegnet der zunehmende Halbmond sowohl dem Planeten Mars als auch dem Offenen Sternhaufen Messier 44, im Volksmund ‚Krippe‘“, erzählt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber IPPEN.MEDIA. „Am besten lässt sich das ab Mitternacht beobachten. Der Mond steht dann dem Geschehen schon recht nahe und ist noch in ausreichender Höhe. Zur größten Annäherung gegen 2.30 Uhr befinden sich die drei nur noch knapp über dem Horizont.“ Anfang Mai kann man auch das Sternschnuppen-Maximum der Eta-Aquariiden erleben.

Blick in die Tiefen des Universums – So sieht „Hubble“ das Weltall

Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet.
Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße.
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße. © NASA, ESA, and J. Maíz Apellániz (Institute of Astrophysics of Andalusia, Spain); Acknowledgment: N. Smith (University of Arizona)
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen.
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgement: W. Blair (STScI/Johns Hopkins University) and R. O‘Connell (University of Virginia)
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern.
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern. © NASA, ESA, C.R. O‘Dell (Vanderbilt University), and D. Thompson (Large Binocular Telescope Observatory)
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden.
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden. © NASA, ESA, S. Baum and C. O‘Dea (RIT), R. Perley and W. Cotton (NRAO/AUI/NSF), and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden.
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist.
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration; Acknowledgment: M. Crockett and S. Kaviraj (Oxford University, UK), R. O‘Connell (University of Virginia), B. Whitmore (STScI), and the WFC3 Scientific Oversight Committee
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion.
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion. © NASA, ESA, R. O‘Connell (University of Virginia), F. Paresce (National Institute for Astrophysics, Bologna, Italy), E. Young (Universities Space Research Association/Ames Research Center), the WFC3 Science Oversight Committee, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Bei den Planeten herrscht im Mai ein Kommen und Gehen. Merkur hält sich in diesem Monat am Taghimmel auf und ist nicht zu sehen. Dafür baut die Venus ihre Rolle als „Morgenstern“ aus und geht immer früher auf. Das tut die Sonne allerdings auch. Am 1. Mai geht die Venus um 4.33 Uhr auf, am 31. Mai ist sie bereits knapp eine Stunde früher (3.38 Uhr) am Osthimmel zu sehen. Anfang des Monats strahlt die Venus noch hell, bis Ende Mai geht ihre Helligkeit wieder etwas zurück.

Planeten im Mai 2025: Die einen kommen, die anderen gehen

Der Mars geht bereits seit Monaten immer früher unter – bald ist er nur noch ein Planet der ersten Nachthälfte. Im Laufe des Mai geht er zuerst gegen 3 Uhr unter, Ende des Monats dann um 0.43 Uhr. Seine Helligkeit nimmt auch immer weiter ab und er wird kleiner. Auch Jupiter wird am Himmel immer unspektakulärer. Er geht immer früher unter – Ende Mai kann man ihn ohne ein Fernglas am Abendhimmel nicht mehr finden.

Ein anderer Planet kommt dafür im Mai auf die Himmelsbühne zurück: Saturn taucht am Morgenhimmel auf, ab etwa Mitte des Monats kann man ihn dort auch erkennen. Ende Mai geht er um 2.55 Uhr am Osthimmel auf. Sein Ringsystem, das zeitweise wegen eines optischen Effekts verschwunden war, kann man dann auch wieder bewundern. Schon ein kleines Teleskop reicht dafür aus. (tab)

Rubriklistenbild: © imago/Science Photo Library

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