„Kein Grund zur Panik“

Saturn-Ringe „verschwinden“ – Experte erklärt den Grund

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Die Ringe des Saturn „verschwinden“ kurzzeitig durch ein faszinierendes optisches Phänomen. Ein Experte erklärt, warum das so ist.

Frankfurt – Wer den Planeten Saturn schon einmal mit eigenen Augen gesehen hat, weiß es: Das Ringsystem ist das charakteristische Merkmal des Gasriesen – zu sehen sind sie schon mit kleinen Teleskopen von der Erde aus. Doch am 23. März 2025 werden die Ringe verschwinden. „Das ist keine Überraschung und kein Grund zur Panik“, erklärt der Astrophysiker Jonti Horner in einem Gastbeitrag auf The Conversation. Stattdessen handelt es sich um ein Phänomen, das etwa alle 15 Jahre zu sehen ist, zuletzt konnte man es im Jahr 2009 erleben.

Um zu verstehen, wieso die Saturn-Ringe verschwinden, muss man wissen, wie sie beschaffen sind: Sie bestehen aus unzähligen Eis- und Gesteinsbrocken – manche sind nur wenige Millimeter groß, andere haben eine Größe von mehreren Metern. Aus der Ferne wirken diese Partikel wie geschlossene Ringe um den Saturn. Die haben einen Durchmesser von fast einer Million Kilometer, sind jedoch mit einer Dicke von nur zehn bis 100 Metern sehr dünn.

Saturn-Ringe „verschwinden“ im März 2025 – kehren aber wieder zurück

Blickt man aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Saturn-Ringe, verändert sich ihr Erscheinungsbild: Von oben oder unten betrachtet wirken sie dick, während sie beim Blick auf die Kante sehr schmal erscheinen. Aus großer Entfernung sind sie selbst mit den besten Teleskopen kaum sichtbar – und die Erde ist weit entfernt von Saturn: Im Durchschnitt liegt der Abstand bei etwa 1,3 Milliarden Kilometern.

Die Saturn-Ringe sind majestätisch – aber tatsächlich nur etwa zehn bis 100 Meter dick. Schaut man auf die Kante der Ringe, sind sie von der Erde aus nahezu unsichtbar. (Archivbild)

Doch alleine die Struktur der Saturn-Ringe kann ihr vorübergehendes Verschwinden nicht erklären. Dazu gehört auch noch die Bewegung des Planeten. Die Achse des Gasriesen ist – ähnlich wie bei der Erde – etwas geneigt. Die Ringe am Äquator des Planeten stehen daher schräg. Während sich Saturn um seine eigene Achse dreht, verändert sich automatisch die Perspektive der Saturn-Ringe – mal kann man von der Erde aus die breite Seite sehen und mal die Kante.

Planet Saturn ist derzeit nicht am Himmel zu sehen – Wenn er wieder auftaucht, sind die Ringe längst zurück

„Zunächst sehen wir die Südseite der Ringe und dann die Nordseite. Dann kippt der Planet zurück und enthüllt wieder die Südseite“, beschreibt Horner das Phänomen. „Zweimal pro 29,5-jährigem Saturn-Jahr schauen wir auf die Kante der Ringe und sie verschwinden fast komplett.“ Kürzlich entdeckte ein Forschungsteam 128 neue Saturn-Monde.

Blickt man auf die Kante der Saturn-Ringe, scheinen sie selbst für die Raumsonde „Cassini“ fast zu verschwinden. Und die war für diese Aufnahme deutlich näher am Saturn als es die Erde ist. (Archivbild)

Wer das astronomische Phänomen am 23. März 2025 mit eigenen Augen sehen möchte, wird jedoch kein Glück haben: Wenn die Ringe „verschwinden“, ist der Saturn nicht am Himmel sichtbar. Er hat sich bereits im Februar für einige Zeit verabschiedet und befindet sich jetzt aus irdischer Perspektive in der Nähe der Sonne, mit der er über den Himmel zieht. Erst Anfang Mai wird Saturn wieder am Morgenhimmel erscheinen – seine Ringe sind bis dahin jedoch längst wieder zurückgekehrt. (tab)

Rubriklistenbild: © NASA/JPL/Space Science Institute

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