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Im Dezember lassen sich am Himmel der Abenddämmerung zwei besonders helle „Sterne“ ausmachen. Es handelt sich um die hellsten Planeten, die es gibt.
Frankfurt – Wer im Dezember oder Januar nach Sonnenuntergang zum Himmel schaut, dem könnten dort zwei besonders helle „Sterne“ auffallen. Einer davon befindet sich tief über dem Horizont im Südwesten, der andere steigt im Nordosten am Himmel nach oben. Die beiden vermeintlichen „Sterne“ werden im Laufe des Monats Dezember immer prominenter am Himmel zu sehen sein und auch im Januar noch hell leuchten. Es handelt sich bei ihnen allerdings um Planeten – und zwar die beiden hellsten Planeten, die es an unserem Himmel zu sehen gibt.
Hell leuchtender „Stern“ am Abend im Südwesten ist der Planet Venus
Die Venus ist der sehr hell leuchtende „Stern“, der abends im Südwesten am Himmel steht. Anfang Dezember steht sie nach Sonnenuntergang schon sehr tief über dem Horizont und geht sehr früh unter. Im Laufe des Monats steigt sie weiter nach oben und bleibt entsprechend länger am Himmel zu sehen. Kein Planet an unserem Himmel strahlt heller als die Venus.
Weil sie sich nah an der Sonne befindet, ist sie entweder – wie im Dezember – am Abendhimmel oder am Morgenhimmel zu sehen. Aus diesem Grund hat sie auch gleich zwei Spitznamen: „Abendstern“ und „Morgenstern“. Bis etwa Mitte März 2025 wird die Venus noch als „Abendstern“ am Himmel zu sehen sein, dann verschwindet sie erst einmal eine Weile von der Bildfläche, um ab April 2025 als „Morgenstern“ in der Morgendämmerung aufzutauchen.
Jupiter leuchtet am Abend im Nordwesten am Himmel
Ganz anders dagegen der Jupiter: Er befindet sich Anfang Dezember in der perfekten Position, um die ganze Nacht über am Himmel zu leuchten. Das beginnt abends im Nordosten, im Laufe der Nacht wandert er am Himmel immer höher. Am 7. Dezember erreicht er seine Oppositions-Stellung – das heißt, er steht der Sonne am Himmel genau gegenüber. Wenn die Sonne untergeht, geht Jupiter auf und umgekehrt – was ihn zu einem Planeten macht, der die ganze Nacht über am Himmel zu sehen ist. Sobald die Venus untergegangen ist, ist er außerdem der hellste Planet am Himmel.
Schon wer den Jupiter mit einem Fernglas beobachtet, kann seine vier größten Monde erkennen. Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto scheinen um den Gasriesen herumzutanzen und verändern regelmäßig ihre Position.
Jupiter-Opposition: Galileische Monde tanzen um ihn herum und werfen Schatten
In der Zeit rund um die Oppositionsstellung kann man ein besonderes Schauspiel bewundern, auf das Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA hinweist: „Wenn einer der vier hellen Monde vor dem Planeten vorbeiwandert, dann ist zur selben Zeit meist auch der Schatten des Mondes zu sehen.“ Für die Beobachtung benötigt man jedoch mindestens ein kleines Teleskop.
Jupiter ist bis etwa Ende Mai als heller Planet am Abend- und Nachthimmel zu sehen, bevor er dann an den Morgenhimmel wechselt. (tab)
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