Sternenhimmel-Vorschau

„Das sollte man gesehen haben“ – Experte empfiehlt besonderes Himmels-Highlight im Januar

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Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.
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Der Mond bedeckt für kurze Zeit den Saturn – ein Ereignis, das schon mit einem Fernglas zu beobachten ist. Was Sie im Januar sonst noch sehen können.

Frankfurt – Der Sternenhimmel im Januar verspricht – ähnlich wie im Dezember – unzählige spannende Beobachtungsobjekte. Wer im Dezember gegen 22 Uhr zum Himmel schaut, kann vor allem im Südosten eine Menge entdecken: Tief über dem Horizont steht der helle und auffällig flackernde Stern Sirius. Es handelt sich um einen Doppelstern im Sternbild „Großer Hund“. Mit nur 8,7 Lichtjahren Entfernung ist er der Erde relativ nah. Er ist der hellste Stern am Nachthimmel – vermeintliche „Sterne“, die heller leuchten als Sirius, sind tatsächlich Planeten.

Von diesen sind im Januar auch einige am Himmel zu sehen. Am hellsten strahlt der „Abendstern“ Venus bis etwa 21 Uhr tief im Westen. Zwei andere helle Planeten findet man dagegen ebenfalls im Südosten. Der hellere der beiden ist der Gasriese Jupiter. Er befindet sich mitten im Sternbild Stier, ziemlich genau im Süden. Etwas oberhalb kann man außerdem den offenen Sternhaufen der Plejaden entdecken. Mit bloßem Auge erscheint er allerdings nur als „milchiges Fleckchen“.

Planet Mars ist im Januar besonders gut zu sehen – er ist die ganze Nacht am Himmel

Ebenfalls im Südosten findet man den Planeten Mars. Er macht seinem Spitznamen „roter Planet“ alle Ehre, denn er scheint tatsächlich etwas rötlich zu leuchten. Derzeit ist er besonders gut zu sehen, denn er erreicht am 16. Januar seine Oppositionsstellung und steht der Sonne genau gegenüber. Das bedeutet, dass er dann aufgeht, wenn die Sonne untergeht und umgekehrt – er ist dann die gesamte Nacht am Himmel zu sehen.

Bis etwa Mitte Januar befindet sich der Mars auf einer Linie mit zwei besonders auffälligen Sternen im Sternbild Zwillinge: Kastor und Pollux. Letzterer ist gemeinsam mit Sirius ein Teil des Wintersechsecks, das man ebenfalls im Südosten entdecken kann. Es ist kein Sternbild im eigentlichen Sinne, sondern verbindet sechs besonders helle Sterne miteinander. Dazu gehören auch noch Capella (Sternbild Fuhrmann), Aldebaran (im Stier), Prokyon (Sternbild Kleiner Hund) sowie Rigel im Sternbild Orion.

Sternbild Orion ist auffällig im Südosten zu sehen

Dieses Sternbild – das Prominenteste am gesamten Winterhimmel – ist ebenfalls im Südosten am Himmel zu sehen. Zwischen Sirius und Jupiter hat es etwa die Form einer Sanduhr, besonders auffällig sind die drei „Gürtelsterne“, die in einer Reihe stehen. Von diesem „Gürtel“ scheint ein „Schwert“ herabzuhängen – es ist der Orionnebel (M42). Diesen Nebel kann man bereits mit bloßem Auge erkennen. Er besteht überwiegend aus Wasserstoff, in dem Sterne entstehen. Das Licht dieser neuen Sterne lässt den Nebel leuchten.

Sternschnuppen-Strom und Saturn-Bedeckung sind im Januar zu sehen

Im Januar gibt es gleich zwei spannende Himmelsereignisse, die man beobachten kann: In der Nacht vom 3. auf den 4. Januar kann man den Sternschnuppen-Strom der Quadrantiden sehen – bis zu 80 Sternschnuppen pro Stunde sind dann möglich. Im Gegensatz zu den Geminiden im Dezember stört hier auch das Licht des Mondes nicht – Vollmond ist nämlich erst am 13. Januar. Für das zweite Ereignis, das man Anfang Januar am Himmel sehen kann, benötigt man ein Fernglas. Dann kann man sehen, wie der zunehmende Mond den Planeten Saturn bedeckt.

„Das Ereignis findet am 4. Januar gegen 18.30 Uhr statt, der exakte Zeitpunkt hängt vom geografischen Standpunkt ab“, erklärt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. „Es lohnt sich, die Annäherung der beiden Körper schon ab Einbruch der Dunkelheit zu verfolgen, ab 17.30 Uhr etwa“, sagt der Experte. Der empfiehlt für die Beobachtung mindestens ein kleines Fernglas. „Jedes kleine Teleskop zeigt jedoch viel mehr: Man sieht die Ringe des Saturn, die momentan recht schmal sind. Und man kann leicht sehen, wie der Planet allmählich am Mondrand verschwindet“, weiß Pilz. Das dauere etwa eine Minute.

Auch das Wiederauftauchen des Planeten könne man später beobachten, sagt der Fachmann. „Am hell beleuchteten Mondrand ist das nicht so einfach wie der Eintritt am dunklen.“ Wenn der Saturn wieder auftaucht, sollte man laut dem Experten vor allem auf den Helligkeitsunterschied zwischen Mond und Saturn achten. „Das sollte man einmal gesehen haben.“ (tab)

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