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Der November hält eine Fülle von beeindruckenden Szenen am Sternenhimmel bereit. Der Star der Nacht ist aber der Gasriese Jupiter.
Frankfurt – Im Monat November sind am Sternenhimmel wieder einige spannende Objekte zu sehen, doch das Highlight dürfte der Planet Jupiter sein. Der größte Planet unseres Sonnensystems ist nämlich in diesem Monat besonders gut zu sehen. Das liegt an seiner Bahn um die Sonne, wie Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA erklärt. „Der Planet Jupiter nähert sich der Opposition und dem erdnächsten Punkt.“
Der Begriff „Opposition“ steht in der Astronomie für eine besondere Stellung eines Himmelskörpers: Der Jupiter steht der Sonne am Himmel dann genau gegenüber – er geht auf, wenn die Sonne untergeht und umgekehrt. Diese Position erreicht er am 7. Dezember 2024. „Dann wird er nahezu aus ‚Erdrichtung‘ von der Sonne beschienen“, erklärt Pilz weiter. „Dies bedeutet: Wenn einer der vier hellen Monde vor dem Planeten vorbeiwandert, dann ist zur selben Zeit meist auch der Schatten des Mondes zu sehen.“ Für diese Beobachtung empfiehlt der Experte ein Teleskop – „ein kleines reicht aber“.
November-Himmel: Jupiter ist fast die ganze Nacht zu sehen
Der Jupiter ist im November fast die ganze Nacht über am Himmel zu sehen und wird im Laufe des Monats heller. Nach Venus ist er der zweithellste Planet an unserem Himmel und da die im November bereits früh am Abend untergeht, dominiert der helle Jupiter den Himmel. Die Venus wird am Abend allerdings immer besser zu sehen: Sie geht im November bereits etwas später unter und wird heller. Wer sie sehen will, sollte rund um die Abenddämmerung Richtung Westen schauen. Dort steht die Venus als „Abendstern“ tief über dem Horizont und verabschiedet sich Ende November gegen 19.15 Uhr vom Himmel.
Anders als Jupiter und Venus verschlechtert sich die Sichtbarkeit des Ringplaneten Saturn im November. Er ist nur noch am Abendhimmel zu sehen und geht bereits gegen Mitternacht unter. Dazu wird seine Helligkeit geringer. Doch trotzdem ist er es wert, beobachtet zu werden – seine Ringe sind bereits im kleinen Teleskop zu sehen. Und auch ohne Beobachtungshilfe ist er ein toller Anblick – beispielsweise, wenn er Besuch vom Mond bekommt.
Mond besucht Jupiter und Saturn – und lässt Sternschnuppen in seinem Licht ertrinken
„Schauen wir in der Nacht vom 10. auf den 11. November um Mitternacht zu dem Gasgiganten, sehen wir ihn gemeinsam mit dem zunehmenden Mond“, sagt Björn Voss, Direktor des Planetarium Hamburg. „Auch am Abend des 17. November lohnt sich der Blick zum Himmel. Nun bilden der fast noch volle Mond und Jupiter ein strahlendes Duo.“ Der Mond kann allerdings nicht nur Planeten in Szene setzen, sondern auch Himmelsereignisse in seinem hellen Licht ertrinken lassen. Im November 2024 gilt das für den Sternschnuppen-Strom der Leoniden.
Voss fasst zusammen: „Wir entdecken die Sternschnuppen zwischen dem 13. und 30. November an unserem Himmel. Am Morgen des 17. November erreicht der Meteorschauer seinen Höhepunkt. Unsere Beobachtung wird vom Mondlicht gestört. Schließlich prangt unser Trabant nur zwei Tage zuvor als Vollmond am Firmament.“
Mars, Mond und Jupiter sind „wie eine schräg stehende Perlenkette aufgereiht am Himmel“
Auch der Mars, der beinahe die ganze Nacht zu sehen ist, ist ein toller Anblick am Himmel, wie Voss betont: „Der für mich schönste Himmelsanblick ist am 18. November um 23 Uhr. Der rote Mars steht vergleichsweise hoch am Firmament und rechts oberhalb von ihm leuchtet der noch immer recht volle Mond. Blicken wir noch weiter nach rechts oben, sticht uns sofort Gasriese Jupiter ins Auge. Das Trio prangt wie eine schräg stehende Perlenkette aufgereiht am Himmel“, beschreibt es der Astrophysiker. „Um sie herum funkeln die hellen Wintersterne der Sternbilder Zwillinge, Orion, Fuhrmann und Kleiner Hund. Sogar der markante Sirius steigt bereits langsam über den Horizont.“
Am November-Himmel kann man bei günstigen Beobachtungsbedingungen auch die Andromedagalaxie (M31) hoch am Himmel stehen sehen. Mit bloßen Augen sieht man bei dunklem Himmel ein mattes Lichtfleckchen, das die 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie mit schätzungsweise einer Billion Sterne darstellt. Mit einem Fernglas kann man außerdem zwei offene Sternhaufen im Sternbild Perseus beobachten. Beide sind 7500 Lichtjahre entfernt und bestehen aus unzähligen Sternen. (tab)
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