Blick zum Nachthimmel

Sternenhimmel im November: Andromedagalaxie, Orionnebel und Planeten sind zu sehen

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Was ist am Sternenhimmel zu sehen? Der Monatsüberblick zeigt es.
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Am Himmel sind im November Herbst- und erste Wintersternbilder zu sehen und auch einige besonders spannende Beobachtungsobjekte tauchen langsam wieder auf.

Frankfurt – Wer sich gut mit dem Sternenhimmel auskennt, erkennt es im November ganz deutlich: Es ist Herbst, doch der Winter naht bereits. Dominiert wird der Himmel von dem Herbst-Sternbild schlechthin: Pegasus. Das große Viereck des Sternbilds steht bereits nach Einbruch der Dunkelheit recht hoch am Himmel und ist ein untrügliches Zeichen für den Herbst, denn es wird auch Herbstviereck genannt.

Tatsächlich gehören jedoch nur drei Sterne des Herbstvierecks zum Sternbild Pegasus: Scheat, Markab und Algenib. Alpheratz oder Sirrah, der Stern, der im Viereck ganz links steht, zählt zum benachbarten Sternbild Andromeda. In diesem Sternbild befindet sich auch die bekannte Andromedagalaxie (M31) – das am weitesten entfernte Objekt, das man bei guten Beobachtungsbedingungen mit bloßem Auge am Himmel beobachten kann. Die Galaxie ist rund 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und genau wie unsere Milchstraße eine Spiralgalaxie.

Sternenhimmel im November: Die ersten Wintersternbilder tauchen auf

Gegen 20 Uhr taucht im Osten bereits ein Wintersternbild auf: der Stier. Er hat ein besonders auffälliges Himmelsobjekt im Gepäck, das vor allem im Fernglas eindrucksvoll aussieht: Der offene Sternhaufen Plejaden (M45), dessen Spitzname „Sieben Schwestern“ daher kommt, dass die sieben Hauptsterne besonders hell leuchten. Tatsächlich besteht der offene Sternhaufen aber aus mindestens 400 Sternen und ist etwa 125 Millionen Jahre alt. Die Plejaden sind 444 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Auch der „Himmelsjäger“ Orion geht im November bereits vor Mitternacht im Osten auf. Genau wie der Stier bringt er ein besonders interessantes Himmelsobjekt mit: Den Orionnebel (M42), ein Emissionsnebel, der wie ein „Schwert“ am „Gürtel“ des Orion zu hängen scheint. Der Nebel ist mit bloßem Auge zu sehen, in ihm hat ein Forschungsduo erst kürzlich bisher unbekannte Himmelskörper namens „JuMBOs“ entdeckt. Der Orionnebel ist 1350 Lichtjahre von der Erde entfernt und eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in unserer galaktischen Nachbarschaft.

Planeten im November: Venus, Jupiter, Saturn, Neptun und Uranus sind zu sehen

Im November lassen sich auch mehrere Planeten am Himmel sehen – jedoch nicht alle. Der kleine Merkur beispielsweise taucht nicht am Nachthimmel auf und der rote Planet Mars befindet sich nah an der Sonne und dadurch am Taghimmel. Anders sieht es beispielsweise mit der Venus aus. Sie ist genau wie im Oktober als hell strahlender Morgenstern am Himmel zu sehen. Sie sorgt auch für das Beobachtungshighlight des Monats Oktober, wenn sie am 9. November vom Mond bedeckt wird.

„Dumm nur, dass die Sache am Vormittag und somit am Taghimmel stattfindet“, schränkt Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA ein. „Aber mit einem Fernglas wird man die Venus direkt neben dem Mond gut sehen können. Oder gleich morgens, wenn es noch dunkel ist, dann steht der Mond schon recht nah bei der Venus.“

Venus und Jupiter sind die hellsten Planeten am Nachthimmel

Die Venus ist der hellste Planet an unserem Himmel. Zweithellster Planet ist der Jupiter, der im November seine Oppositionsstellung erreicht – er steht dann der Sonne aus irdischer Perspektive genau gegenüber. Das heißt: Er geht zum Sonnenuntergang auf, steht um Mitternacht hoch im Süden und geht morgens unter – er ist ein Planet der gesamten Nacht und besonders hell und groß zu sehen.

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Beobachtet man ihn mit dem Fernglas oder Teleskop, kann man die vier Galileischen Monde um ihn „tanzen“ sehen. Schaut man mehrfach pro Nacht hin, kann man sehen, dass der eine oder andere Jupiter-Mond hinter dem riesigen Planeten verschwindet, um später auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Diese Beobachtung hat auch Galileo Galilei Anfang des 17. Jahrhunderts gemacht und kam zu der bedeutenden Erkenntnis, dass die Erde sich um die Sonne dreht – und nicht umgekehrt.

Saturn, Uranus und Neptun stehen im November am Himmel

Auch der Planet Saturn ist im November noch am Himmel zu sehen – er geht jedoch bereits gegen Mitternacht unter. Beobachtet man ihn mit einem Teleskop, kann man sein eindrucksvolles Ringsystem erahnen, das ihm den Spitznamen „Herr der Ringe“ eingebracht hat.

Die Planeten Uranus und Neptun stehen ebenfalls am Nachthimmel – um sie überhaupt sehen zu können, benötigt man jedoch ein Teleskop. Dann kann man Uranus die ganze Nacht im Sternbild Widder finden, während sich Neptun im Sternbild Fische befindet und nur vor Mitternacht gesehen werden kann.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

November war einst der beste Sternschnuppen-Monat

Man kann es sich heute kaum vorstellen, aber einst galt der November als der beste Sternschnuppen-Monat des Jahres. Der Sternschnuppen-Strom der Leoniden war einst sehr aktiv und auffällig. Doch die Staubwolke, durch die die Erde fliegt und die Meteore auslöst, ist mittlerweile so verstreut im Weltall, dass das Maximum der Leoniden nicht mehr bemerkenswert ist. Die Leoniden seien „etwas für den Morgenhimmel, aber nur maximal 15 pro Stunde“, sagt Melchert und betont: „Darunter kann schon mal ein dicker Klops sein, Hingucken lohnt sich daher.“

Das Maximum der Leoniden fällt auf den 18. November gegen 6 Uhr morgens. Der Radiant, die Region des Himmels, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, steht hoch am Himmel, das Licht des Mondes stört die Beobachtung nicht, da erst am 27. November Vollmond ist. (tab)

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