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Im April ist es schwierig, Planeten am Himmel zu beobachten. Der Monat hat anderes zu bieten – bei einem Highlight schaut man hierzulande allerdings in die Röhre.
Frankfurt – Der Sternenhimmel im April hat kaum Planeten zu bieten, dafür aber Sternschnuppen und einen seltenen Gast: Komet 12P/Pons-Brooks lässt sich am Himmel blicken. Dort kann man wieder deutlich den Wechsel der Jahreszeiten erkennen: Die Wintersternbilder wie Orion gehen sehr früh unter, die Zwillinge und der Löwe stehen hoch am Himmel. Dort ist auch der Große Wagen positioniert, der eigentlich nur ein kleiner Teil eins viel größeren Sternbilds ist: des Großen Bären. Den kann man im Monat April besonders gut am Himmel erkennen.
Hoch im Südosten kann man derweil einen Stern ausmachen, der auffällig orange-rot strahlt. Es ist Arktur im Sternbild Bärenhüter, der hellste Stern am Nordhimmel. Der Stern Sirius strahlt zwar heller, gehört aber offiziell zum Südhimmel. Arktur ist knapp 37 Lichtjahre von der Erde entfernt und ein roter Riese. Im Gegensatz dazu steht Spica, der hellste Stern im Sternbild Jungfrau und ebenfalls im Südosten zu sehen. Bei ihm handelt es sich um einen Doppelstern, der etwa 250 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.
Sternenhimmel im April: Nova soll in den kommenden Monaten aufleuchten
Spica leuchtet bläulich, die beiden Sterne gehören nämlich zu den heißesten Sternen an unserem Nachthimmel. Eines Tages wird der hellere Stern des Doppelsternsystems in einer Supernova-Explosion enden, genau wie Beteigeuze, der „Schulterstern“ des Sternbilds Orion. Verbindet man die hellen Sterne Arktur, Spica und Regulus im Sternbild Löwen miteinander, erhält man das Frühlingsdreieck, das auffällig am Himmel strahlt. Im Nordosten kann man mit dem Stern Wega in der Leier und Deneb im Sternbild Schwan schon die ersten Boten des Sommers erkennen.
Auch das kleine Sternbild Nördliche Krone (Corona Borealis) ist einen Blick wert. Es geht nach der Abenddämmerung im Osten auf, gemeinsam mit dem Sternbild Herkules. Dort soll sich Fachleuten zufolge in den kommenden Monaten etwas Sehenswertes ereignen. Ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem roten Riesen und einem weißen Zwerg umkreist sich in engem Abstand – und zündet etwa alle 80 Jahre eine Nova. Der Stern T CrB, um den es geht, ist normalerweise nicht mit bloßem Auge sichtbar, wird aber dann für einige Tage zu sehen sein, bevor er wieder für etwa 80 Jahre leuchtschwach wird.
Seltener Gast am Abendhimmel im April: Komet 12P/Pons-Brooks ist zu sehen
In den ersten Tagen des Monats April kann man noch einen seltenen Gast am Abendhimmel erblicken: Der Komet 12P/Pons-Brooks ist bis etwa zum 10. April zu sehen. „Er muss in der Dämmerung beobachtet werden“, weiß der Kometenexperte Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS). Vom 29. März bis zum 2. April hilft der Stern Alpha Arietis (Hamal) beim Aufsuchen des Kometen, danach wird es etwas schwieriger, den Himmelskörper zu entdecken. Die Suche sollte sich allerdings lohnen: Im Fernglas ist der Schweif des Kometen zu sehen.
Mit etwas Glück und gutem Himmel kann man 12P/Pons-Brooks sogar mit bloßem Auge sehen. Nach dem 10. April wird es dann jedoch schwer, den Kometen überhaupt noch am Himmel zu finden, denn er nähert sich der Sonne an und verschwindet bereits hinter dem Horizont, bevor es richtig dunkel ist. Erst in 71 Jahren wird er wieder zurückkehren und am Himmel auftauchen.
Planeten im April: Jupiter geht, Saturn kommt zögerlich
Was die Sichtbarkeit von Planeten angeht, ist der Monat April eine Durststrecke. Während in den vergangenen Monaten einige Planeten gut am Nachthimmel zu sehen waren, ist damit nun erst einmal Schluss. Nachdem der sonnennächste Planet Merkur im März am Abend beobachtet werden konnte, ist er jetzt wieder unsichtbar. Auch die Venus ist mittlerweile vom Morgenhimmel verschwunden und lässt sich erst im August wieder als Abendstern blicken.
Der rote Planet Mars taucht erst Ende Mai im Osten auf. Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, verabschiedet sich im April langsam vom Abendhimmel. Anfang des Monats ist er nach der Abenddämmerung noch tief im Westen am Himmel zu sehen – gegen Ende des Monats geht er unter, bevor der Himmel dunkel genug ist. Auch auf den Ringplaneten Saturn ist im April kein Verlass: Er ist erst ab Ende des Monats in der Morgendämmerung zu sehen – bleibt dann aber bis Ende Dezember am Himmel sichtbar.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel




Sternschnuppen im April: Lyriden und Eta-Aquariiden huschen über den Himmel
Statt Planeten hat der April Sternschnuppen zu bieten. Die Lyriden sind ab dem 16. April unterwegs und erreichen ihr Maximum am Morgen des 23. April. Dann kann man bis zu 20 Meteore pro Stunde über den Himmel huschen sehen. Allerdings stört der Mond die Beobachtungen, denn er ist zu diesem Zeitpunkt bereits recht voll und hell. Vollmond ist am 24. April. Ab dem 19. April kann man auch schon vereinzelte Sternschnuppen der Eta-Aquariiden am Himmel sehen. Sein Maximum erreicht dieser Sternschnuppen-Strom allerdings erst am 5./6. Mai.
Im April findet auch das Himmelshighlight des Jahres statt – doch außerhalb Nordamerikas wird man davon recht wenig sehen. Am 8. April zieht eine totale Sonnenfinsternis in einem schmalen Pfad über Kanada, die USA und Mexiko. Die „Sofi“ könnte besonders spektakulär werden, weil sich die Sonne derzeit auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität befindet. Mit etwas Glück können Beobachtende in den USA während der Totalität auch den Kometen 12P/Pons-Brooks am Taghimmel sehen. (tab)
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