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„Pink moon“: Warum der Vollmond im April nicht rosa leuchtet

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Der April-Vollmond, bekannt als „pink moon“, leuchtet nicht rosa. Sein Name enthüllt eine faszinierende Verbindung zur Natur.

Frankfurt – Es ist ein und derselbe Himmelskörper, doch jeden Tag sieht er etwas anders aus: der Mond. Vor allem bei Vollmond fällt er am Himmel auf, denn dann leuchtet er besonders hell. Jeden Monat hat der Vollmond einen anderen „Spitznamen“ – der April-Vollmond, der am 24. April 2024 am Himmel steht, hat den traditionellen Namen „pink moon“. Der Ostermond fiel in diesem Jahr auf den März.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Wer jedoch davon ausgeht, dass der Name auf das Erscheinungsbild des Vollmonds im April schließen lässt, liegt falsch. Der „pink moon“ im April ist nämlich nicht rosa eingefärbt – der Name hat eine völlig andere Herkunft und steht in keinerlei Zusammenhang mit der Farbe des Mondes.

„Pink moon“ – der Begriff hat nichts mit der Farbe des Vollmonds im April zu tun

Die gängigen „Spitznamen“ der Vollmonde, die noch heute verwendet werden, entstammen der Lebenswelt der Menschen in vergangenen Zeiten. Sie sind oft mit den natürlichen Ereignissen des jeweiligen Monats verbunden (zum Beispiel kündigt der Lenzmond den Frühling an). Auch Bereiche wie die Landwirtschaft (Erntemond) oder die Jagd (Jagdmond) prägen die Bezeichnungen der Vollmonde.

Die Spitznamen des Vollmonds
Vollmond im Januar: Wolfsmond, Hartmond, Eismond, Wintermond
Vollmond im Februar: Schneemond, Sturmmond, Hungermond, Schmelzmond, Taumond
Vollmond im März:Wurmmond, Lenzmond, Fastenmond, Krähenmond, Zuckermond, Sirupmond, Rindenmond, (Ostermond)
Vollmond im April: Ostermond, pink moon, rosa Mond/pinkfarbener Mond, Grasmond, Fischmond
Vollmond im Mai: flower moon, Blumenmond, Wonnemond, Hasenmond, Pflanzmond, Maispflanzmond, Milchmond
Vollmond im Juni: Erdbeermond, Honigmond, Rosenmond
Vollmond im Juli: Heumond, Bockmond, Donnermond, Sonnenmond, Bärenmond
Vollmond im August: Erntemond, Störmond, Getreidemond, Gerstenmond, Ährenmond, Sichelmonat, Fruchtmond
Vollmond im September: Herbstmond, Maismond, Jagdmond, Gerstenmond, Holzmond, Engelmond, (Erntemond)
Vollmond im Oktober: Weinmond, Jägermond, (Erntemond), Reisemond
Vollmond im November: Nebelmond, Bibermond, Schneemond, Frostmond, Eichenmond, Trauermond, Windmond, Schlachtmond
Vollmond im Dezember: Julmond, kalter Mond

Der Vollmond im April hat keine andere Farbe als in anderen Monaten

Neben den alten deutschen Namen gibt es für den Vollmond auch traditionelle Bezeichnungen der Algonquin, einem Stamm der amerikanischen Ureinwohner aus dem Osten Nordamerikas. Der „pink moon“ ist ein Beispiel für die Übernahme dieser Algonquin-Namen in den deutschen Sprachraum. Bei dem „pink moon“, der am 24. April 2024 zu sehen sein wird, beziehen sich die Algonquin nicht auf die Farbe des Mondes, sondern auf die Farbe der im April blühenden pinkfarbenen Flammenblumen (Phlox).

Die Farbe des Mondes im April unterscheidet sich nicht von der in anderen Monaten. Üblicherweise variiert die Farbe des Mondes von hellgrau über weiß bis hin zu gelblich. Manchmal kann auch ein Hauch von Orange oder Rosa hinzukommen – dies hat jedoch nichts mit dem Monat April zu tun, sondern wie alle anderen Farben des Mondes mit der Erdatmosphäre.

Der Vollmond im April heißt „pink moon“ – der Name hat jedoch nichts mit der Farbe des Mondes zu tun. (Archivbild)

Das Licht des Mondes muss durch die Erdatmosphäre – und kann so auch rosa werden

Das Mondlicht muss nämlich durch die Atmosphäre hindurch, bevor es das Auge des Betrachters erreicht. Die Erdatmosphäre streut das Licht des Vollmondes unterschiedlich, abhängig davon, wie hoch oder tief der Mond am Himmel steht oder wie „verschmutzt“ die Atmosphäre ist, beispielsweise durch Dunst in der Luft oder Asche von Vulkanausbrüchen. Dieses Phänomen kommt auch bei farbenprächtigen Sonnenuntergängen zum Tragen.

Grundsätzlich gilt: Je länger der Weg des Mondlichts durch die Atmosphäre, desto eher kann der Mond rosa, orange oder gelb erscheinen. Dies tritt meist auf, wenn der Mond tief am Horizont steht. Ist er höher am Himmel zu sehen, zeigt er in der Regel seine normale grau-weiße Färbung. Es ist also durchaus möglich, dass der „pink moon“ im April rosa leuchtet – dies hat jedoch nichts mit dem Monat April zu tun, sondern ist ein physikalischer Zufall, der mit der Erdatmosphäre zusammenhängt. Ein weiterer physikalischer Zufall ist die Mondtäuschung, die den Vollmond besonders groß erscheinen lässt. (tab)

Rubriklistenbild: © Wassilis Aswestopoulos via www.imago-images.de

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