Effizienz steigern, Kosten senken

Autozulieferer aus Baden-Württemberg will Anzahl der Standorte verringern

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Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle will aus Kostengründen die Anzahl der Standorte verringern. Auch Deutschland ist dabei nicht außen vor.

Stuttgart - Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart befindet sich mitten in der Transformation zur E-Mobilität und muss, wie auch alle anderen Unternehmen der Wirtschaft, die stark gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal stemmen. Angesichts der Transformation hatte Mahle-Chef Arnd Franz bereits erklärt, dass nicht alle deutschen Standorte den Wandel überstehen werden. Ganz vom Verbrenner lösen will sich der schwäbische Kolbenspezialist zwar nicht, Mahle setzt den Fokus dennoch auf Komponenten für E-Autos und auf das Thermomanagement.

Wie auch bei den anderen beiden großen Autozulieferern in Baden-Württemberg, Bosch und ZF, ging bei Mahle angesichts des Wandels die Sorge vor einem massiven Stellenabbau um. Die IG Metall konnte in Absprache mit dem Konzern aber zumindest vorläufig für Sicherheit sorgen, betriebsbedingte Kündigungen sind bei Mahle bis Ende 2025 ausgeschlossen. Aus Kostengründen will der Autozulieferer die Anzahl der Standorte jedoch verringern, wie Arnd Franz der Automobilwoche sagte, davon sind auch die deutschen Werke nicht ausgenommen.

Mahle-Chef trimmt Traditionskonzern auf Effizienz – Anzahl der Standorte soll verringert werden

Der Mahle-Konzern hatte in den vergangenen Jahren massiv zu kämpfen und wechselte unter anderem mehrfach den Vorstandsvorsitzenden aus. Unter Arnd Franz scheint sich das Traditionsunternehmen aus Stuttgart wieder gefasst zu haben, der Manager trimmt das Geschäft aber weiter auf Effizienz. Mahle hat beispielsweise kürzlich das Thermostat-Geschäft verkauft, da es „künftig kein strategisches Mahle-Geschäftsfeld darstellt.“ Wie der CEO der Automobilwoche sagte, soll zudem die Anzahl der weltweiten Standorte reduziert werden. „Derzeit produzieren wir an weltweit 152 Standorten“, erklärte Franz. „Es gibt keine Zielgröße, aber wir werden die Zahl reduzieren.“

Name Mahle GmbH
Gründung 1. Dezember 1920
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Produkte Motorenkomponenten, Filtersysteme, Klimatisierung, Elektrifizierungstechnik, Thermomanagement, Kolbentechnik, Ventilsteuerung, Motorsteuerung, Antriebsstrangtechnik, Prüfsysteme
Leitung Arnd Franz (CEO)
Mitarbeiter 71.947 (2022)
Umsatz 12,4 Milliarden Euro (2022)

Eine Verringerung der Standort-Anzahl bedeutet nicht zwingend auch eine Verringerung beim Personal, die Mitarbeiter des Konzerns müssen sich dennoch auf einschneidende Änderungen gefasst machen. Laut dem Mahle-Chef sollen zur Effizienzsteigerung und zur Kostenreduktion nämlich größere Einheiten im Unternehmen geschaffen werden, demnach könnten Standorte künftig zusammengelegt werden. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen muss dagegen einen deutschen Standort im kommenden Jahr schließen und 200 Stellen abbauen.

Mahle will Zukunftstechnologien nicht zwingend in Osteuropa ansiedeln

Die IG Metall kritisiert seit langem, dass Unternehmen der baden-württembergischen Autoindustrie Zukunftstechnologien aus Kostengründen zunehmend in Osteuropa ansiedeln. Bei Mahle sei das aber nicht unbedingt gesetzt. „Noch entscheidender als die Personalkosten sind effizienter Einkauf, eine hohe Anlagenproduktivität und das Know-how der Belegschaft“, sagte Arnd Franz. Demnach hätten auch Deutschland und Westeuropa Chancen für die Ansiedlung der Produktion von E-Motoren und Leistungselektronik, auch wenn der Standort nicht gesichert sei. „Immerhin hat die Politik erkannt, was notwendig ist, um die Standortbedingungen zu verbessern.“

Mahle will zur Effizienzsteigerung und zur Kostenreduktion die Anzahl der Standorte verringern.

Allerdings seien andere Regionen aktuell in nahezu allen Bereichen wettbewerbsfähiger, machte der Mahle-Chef deutlich. Zudem machte er auch keinen Hehl daraus, dass für die Produktion von E-Motoren und anderen Komponenten für die E-Mobilität in Zukunft deutlich weniger Personal benötigt werde. Mahle hatte kürzlich einen besonders leistungsstarken E-Motor vorgestellt und auf der Automesse IAA in München auch Lösungen für das smarte Laden von E-Autos präsentiert. Der CEO sieht den Konzern trotz weltwirtschaftlicher Herausforderungen auf einem guten Weg. „Unser Ziel ist, dass wir spätestens 2025 wieder zu alter Kraft und Stärke zurückkehren.“

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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