Kleine Gemeinde, großes Werk

Neues Logistikzentrum für Mercedes-Benz in Baden-Württemberg soll rund 500 Arbeitsplätze schaffen

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Im Kreis Rastatt entsteht für mehr als 200 Millionen Euro ein neues Logistikzentrum für Mercedes-Benz, das rund 500 neue Arbeitsplätze schaffen soll.

Bischweier - Am Donnerstag (25. April) begann in Bischweier (Kreis Rastatt) der Bau für ein neues Logistikzentrum von Autokonzern Mercedes-Benz. Für den Standort unweit des Mercedes-Benz-Werks Rastatt wendet der Hersteller mehr als 200 Millionen Euro auf, gebaut wird das Zentrum vom Projektentwickler Panattoni Deutschland. Das Logistikzentrum, das auf dem ehemaligen Gelände des Spannplattenherstellers Kronospan errichtet wird, soll Mercedes-Benz als zentraler Konsolidierungspunkt dienen und rund 500 Mitarbeiter beschäftigen. Sportwagenbauer Porsche hat dagegen jüngst mit dem Bau eines Qualifizierungszentrums in Baden-Württemberg begonnen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Nach einer ganzen Reihe von Baugenehmigungsverfahren und einer Bürgerabstimmung, die zugunsten des Projektes ausging, soll in den kommenden Monaten in der kleinen Gemeinde Bischweier das hochmoderne International Consolidation Center (ICC) für Mercedes-Benz entstehen. Wie Panattoni Deutschland in einer Mitteilung erklärt, werde beim Bau und beim Transport großer Wert auf den Nachhaltigkeitsanspruch gelegt. Das Logistikzentrum mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 130.000 Quadratmetern soll im zweiten Quartal 2025 in Betrieb gehen.

Mercedes-Benz will mit neuem Logistikzentrum das Werk Rastatt und die Region stärken

Dass ein global agierender Großkonzern wie Mercedes-Benz eine so hohe Summe in den Wirtschaftsstandort Deutschland investiert, ist bei der aktuellen Entwicklung keine Selbstverständlichkeit. Der Befestigungskonzern Fischer hatte 2023 beispielsweise einen Umsatzrekord erzielt, will aber in Zukunft vor allem im Ausland investieren. Mercedes stärkt mit dem neuen Logistikzentrum dagegen gezielt die heimische Region. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Panattoni und in enger Abstimmung mit der Gemeinde und den Bürgerinnen und Bürgern aus Bischweier das ICC als einen signifikanten Meilenstein unserer Transportstrategie zu realisieren“, sagte Klaus Bücheler, Leiter der Logistikplanung von Mercedes-Benz.

Im Kreis Rastatt entsteht ein neues Logistikzentrum für Mercedes-Benz. (Visualisierung)

Das ehemalige Gelände von Kronospan wurde als Standort deshalb ausgesucht, weil es in unmittelbarer Nähe zum Mercedes-Werk Rastatt liegt, dem mit rund 6.100 Mitarbeitern größten Arbeitgeber der Region. Die Wirtschaftsregion Murgtal und das Werk Rastatt will der Autobauer mit dem neuen ICC nachhaltig stärken. „Das neue ICC in Bischweier wird auch für die Menschen und die Region ein Gewinn sein“, erklärte Fred-Markus Bohne, Managing Partner von Panattoni Deutschland. „Es ist für alle Beteiligten ein Leuchtturmprojekt.“ Ein großer Faktor dabei ist die Schaffung von rund 500 neuen Arbeitsplätzen.

Konzeption des neuen Mercedes-Standorts in Abstimmung mit den Bürgern

Zahlreiche industrielle Großprojekte in kleineren Gemeinden treffen auf massiven Widerstand. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide. Im Falle des neuen Logistikwerkes von Mercedes-Benz in Bischweier gab es diesbezüglich aber offenbar keine Probleme. „Wir haben durch die gute Zusammenarbeit mit der Mercedes-Benz AG, Panattoni und Bürgermeister Robert Wein von der Gemeinde Bischweier die erforderlichen Genehmigungsverfahren zügig vorangebracht“, erklärte der Landrat des Kreises Rastatt, Christian Dusch. „Es freut mich besonders, dass das Projekt auch für die gelebte Bürgerbeteiligung steht.“

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat erst vor wenigen Tagen den Spatenstich für ein neues Werk in Deutschland gefeiert, das ebenfalls Arbeitsplätze schaffen soll.

Rubriklistenbild: © Panattoni Deutschland/Pressebild

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