Sechster neuer Standort

Weltmarktführer aus Baden-Württemberg baut neues Werk in Deutschland und schafft Arbeitsplätze

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Daimler Truck baut in Süddeutschland ein neues Nutzfahrzeugzentrum für Lkw der Marke Mercedes-Benz und schafft somit Arbeitsplätze.

Leinfelden-Echterdingen - Aufgrund von hohen Kosten und Steuern siedeln Unternehmen aus Baden-Württemberg neue Werke immer mehr im europäischen Ausland an. Das Traditionsunternehmen Stihl baut etwa in Rumänien ein neues Werk und schafft Arbeitsplätze. Der Nutzfahrzeugweltmarktführer Daimler Truck investiert dagegen weiterhin in die deutsche Heimat. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart und Verwaltungssitz in Leinfelden-Echterdingen hat am 12. April den Spatenstich für ein neues Nutzfahrzeugzentrum in Süddeutschland gefeiert.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Konkret handelt es sich bei dem neu entstehenden Zentrum des schwäbischen Fahrzeugherstellers in Aschheim bei München um eines für den Vertrieb und den Service von Lkw und Transportern der Marke Mercedes-Benz, sowie Bussen von Mercedes-Benz und Setra. Wie der Konzern in einer Pressemitteilung erklärt, sollen am neuen Standort ab 2025 rund 100 Mitarbeiter eine individuelle und umfassende Betreuung für die genannten Marken bieten. Auch Porsche baut derzeit einen neuen Standort in Baden-Württemberg.

Neuer Standort von Daimler Truck ist von Beginn an auf Zukunftstechnologien ausgelegt

Das neue Nutzfahrzeugzentrum von Daimler Truck entsteht in der Gemeinde Aschheim, die etwa 9.400 Einwohner hat, auf einem 44.500 Quadratmeter großen Grundstück. Die Gemeinde, nordöstlich der Millionenstadt München und direkt am Autobahnring A99 gelegen, wurde deshalb gewählt, weil sie laut der Mitteilung eine optimale Anbindung an die bereits vorhandene Infrastruktur bietet. Der entstehende Standort wurde den Angaben zufolge von Anfang an auf Nutzfahrzeuge ausgelegt, die von der Batterie- und der Brennstoffzellen-Technologie angetrieben werden. Daimler Truck setzt bei den schweren Nutzfahrzeugen auf eine Doppelstrategie aus Elektro und Wasserstoff.

Name Daimler Truck AG
Gründung 1896 (seit Anfang 2022 wirtschaftlich unabhängig)
Hauptsitz Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
BrancheNutzfahrzeugbau
Produkte Lastkraftwagen, Omnibusse, Transporter, Spezialfahrzeuge
Leitung Martin Daum (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 104.729 (2022)
Umsatz 55,9 Milliarden Euro (2023)

Im neuen Nutzfahrzeugzentrum von Daimler Truck in Aschheim sollen neben rund 100 Arbeitsplätzen im Service und Vertrieb auch spezielle Hochvoltarbeitsplätze für die Arbeit an elektrisch betriebenen Fahrzeugen entstehen. Der Betrieb soll ohnehin mit modernster Technik überzeugen und beispielsweise über einen Dacharbeitsplatz für Busse verfügen. Neben dem Service und dem Vertrieb der genannten Marken des Daimler-Truck-Konzerns soll der neue Standort bei München zudem als Mitstützpunkt für CharterWay-Fahrzeuge dienen.

Daimler Truck hat in den vergangenen Monaten fünf Nutzfahrzeugzentren eröffnet

„Die Weiterentwicklung des konzerneigenen Vertriebsnetzes ist ein wichtiger Baustein unserer Strategie“, erklärte Volker Hüntrup, Leiter Own Retail Europa bei Mercedes-Benz Trucks. In den vergangenen Monaten habe der Konzern fünf weitere Nutzfahrzeugzentren in Betrieb genommen, in Haan bei Wuppertal, in Piacenzia und Brescia in Italien, im tschechischen Velký Týnec und zuletzt am Stammsitz in Stuttgart. „Der Bau beziehungsweise die Modernisierung weiterer Standorte in Hamburg, Würzburg und Koblenz ist in Planung.“ Das Lkw-Geschäft sei grundsätzlich sehr komplex, beratungsintensiv und deshalb durch starke Beziehungen mit den Kunden geprägt, so Hüntrup weiter.

Daimler Truck hatte im März ein neues Nutzfahrzeugzentrum in Stuttgart eröffnet, im April erfolgte der Spatenstich für ein weiteres nahe München.

„Wir sind aus diesem Grund zutiefst davon überzeugt, dass unsere Own Retail Betriebe auch in Zukunft erfolgskritisch für unser Geschäft sind und investieren weiter massiv in die Zukunft unserer Standorte.“ Damit geht der Ende 2022 aus der Daimler AG heraus gespaltene Nutzfahrzeughersteller einen anderen Weg, als der inzwischen ebenfalls wirtschaftlich eigenständige Autobauer mit dem Stern. Mercedes-Benz hatte nämlich angekündigt, alle eigenen Autohäuser verkaufen zu wollen, wovon bundesweit tausende Mitarbeiter betroffen sind.

Rubriklistenbild: © Daimler Truck Global Communications

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