Liquiditätsprobleme

Technikunternehmen aus Baden-Württemberg meldet Insolvenz an – wie es mit den Mitarbeitern weitergeht

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Der Röntgensystemhersteller Protec aus dem Kreis Ludwigsburg hat Insolvenz angemeldet. So geht es mit dem Betrieb und den Mitarbeitern nun weiter.

Oberstenfeld - Wie aus den Bekanntmachungen der Amtsgerichte Heilbronn und Stuttgart hervorgeht, hat der Röntgensystemhersteller Protec GmbH & Co. KG mit Sitz in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) am 29. August einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens angemeldet, das vom Gericht am 2. September eröffnet wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Steffen Beck von der Ulmer Kanzlei Pluta berufen. Anwälte der Kanzlei hatten im Mai eine Einigung für ein anderes insolventes Unternehmen aus Baden-Württemberg gefunden.

Das Unternehmen Protec wurde im Jahr 1995 gegründet und ist auf die Herstellung von Röntgensystemen für die Medizinindustrie spezialisiert. Wie es in einer Mitteilung von Insolvenzverwalter Beck heißt, sind drohende Liquiditätsschwierigkeiten aufgrund eines starken internationalen Wettbewerbs und des damit einhergehenden zunehmenden Preisdrucks die Gründe für die Insolvenz von Protec. Der Sanierungsexperte aus Stuttgart hat nach eigenen Angaben bereits eine Betriebsversammlung einberufen; doch wie genau geht es für das Unternehmen weiter?

Insolvenz von Protec: So geht es für die Mitarbeiter in Oberstenfeld weiter

Den Auswertungen des Statistischen Landesamtes zufolge ist die Anzahl an Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2024 erneut deutlich gestiegen und aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen ist keine Besserung in Sicht. Bei Protec ist man aber offenbar davon überzeugt, gestärkt aus der Zahlungsunfähigkeit hervorgehen zu können. „Auch wenn die aktuelle Situation herausfordernd ist, bin ich zuversichtlich, dass wir unser Unternehmen erhalten können“, wird der geschäftsführende Gesellschafter Erhard Fichtner in der Pluta-Mitteilung zitiert. „Gemeinsam werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen und den vorläufigen Verwalter und das Team bestmöglich unterstützen.“

Name Protec GmbH & Co. KG
Gründung 1995
Sitz Oberstenfeld, Baden-Württemberg
Branche Medizintechnik
Mitarbeiter rund 30

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat nach eigenen Angaben am vergangenen Freitag eine Betriebsversammlung in Oberstenfeld einberufen, um die Belegschaft über das weitere Vorgehen zu informieren. „Wir haben die Mitarbeiter über den aktuellen Stand informiert“, erklärt Steffen Beck. „Das Team ist motiviert und unterstützt die Betriebsfortführung.“ Der Geschäftsbetrieb von Protec soll nämlich uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Aufträge werden weiter bearbeitet. Die Gehälter der rund 30 Mitarbeiter sind zudem bis einschließlich November durch das Insolvenzgeld gedeckt.

Der Medizintechnikhersteller Protec aus Oberstenfeld hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb soll aber weitergeführt werden.

Insolvenzverwalter will zeitnah M&A-Prozess einleiten – Suche nach Investor

Der Mitteilung zufolge ist Beck gemeinsam mit seinem Team derzeit noch dabei, sich ein umfassendes Bild über die finanzielle Situation des Röntgensystemherstellers aus Baden-Württemberg zu machen. Erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten seien jedoch positiv verlaufen. Als nächstes Ziel soll zeitnah ein sogenannter M&A-Prozess eingeleitet werden. Darunter versteht man eine Fusion oder Verschmelzung mehrerer Unternehmen; konkret sucht das Team also nach einem Investor, der bei Protec einsteigt. Zuletzt hatte die insolvente Modekette Peter Hahn einen Investor gefunden.

Rubriklistenbild: © Protec GmbH & Co. KG

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