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Die Autozulieferer Bosch und ZF Friedrichshafen haben massive Sparmaßnahmen angekündigt und suchen zudem auch deutlich weniger Personal, wie eine Studie ergab.
Stuttgart/Friedrichshafen - Aufgrund der volatilen Markt- und Auftragslage und der kostenintensiven Transformation zur E-Mobilität haben die beiden größten Autozulieferer Baden-Württembergs – die zugleich auch die größten Autozulieferer Deutschlands sind – drastische Sparmaßnahmen verkündet. Bei Bosch soll der geplante Stellenabbau zwar nicht so drastisch werden wie ursprünglich geplant, dennoch fallen in mehreren Sparten tausende Arbeitsplätze weg. Die ZF Friedrichshafen hat dagegen in einer Pressekonferenz den Abbau von 11.000 bis 14.000 Stellen in Deutschland bis Ende 2028 bestätigt.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Neben den Sparmaßnahmen haben die beiden Konzerne aus Baden-Württemberg – und auch die Hannover Continental AG – zudem die Suche nach neuem Personal deutlich heruntergefahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Berliner Personalmarktforschung Index Research. „Es werden nicht nur Stellen abgebaut, in den ersten sieben Monaten des Jahres wurde auch deutlich weniger Personal gesucht“, fasst CEO Jürgen Grenz die Ergebnisse in einer Pressemitteilung zusammen. Bei Bosch und ZF fällt der Rückgang der angebotenen Stellen besonders deutlich aus.
Deutlich weniger Personalinserate bei Bosch und ZF in den ersten sieben Monaten
Das Thema „Fachkräftemangel“ geistert seit Jahren durch die Wirtschaftsberichterstattung. Bei den großen Konzernen herrscht aktuell allerdings eher eine Überkapazität aufgrund einer deutlich zurückgegangen Auftragslage, wogegen mit Maßnahmen wie Kurzarbeit und Stellenabbau gegengesteuert wird. „Natürlich ist hier keiner begeistert“, hatte ZF-Chef Holger Klein bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz zu den geplanten Maßnahmen gesagt. „Wir würden alle lieber wachsen.“ Dass der Stiftungskonzern vom Bodensee deshalb auch die Personalsuche deutlich reduziert hat, leuchtet ein. Laut der Studie von Index Research schrieb die ZF in den ersten sieben Monaten des Jahres 55 Prozent, oder 1.351 Stellen, weniger aus.
| Name | Robert Bosch GmbH | ZF Friedrichshafen AG |
|---|---|---|
| Gründung | 1886 | 1915 |
| Sitz | Stuttgart/Gerlingen, Baden-Württemberg | Friedrichshafen, Baden-Württemberg |
| Mitarbeiterzahl | 429.400 (2023) | 168.738 (2023) |
| Stellen inseriert 2024 (Januar bis Juli) | 5.445 | 1.122 |
| Stellen inseriert 2023 (Januar bis Juli) | 14.913 | 2.473 |
Umgekehrt formuliert hat die ZF in den ersten sieben Monate des Jahres 2024 insgesamt 1.122 Stellen inseriert, wovon mit 233 Stellen die meisten für den Hauptsitz in Friedrichshafen gesucht wurden. Dort sind aufgrund der Auftragslage aktuell allerdings rund 1.500 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Beim weltgrößten Autozulieferer Bosch macht sich die zurückgegangene Personalsuche noch deutlicher bemerkbar, da der Stuttgarter Weltkonzern von Januar bis Juli fast 64 Prozent weniger Stellen ausschrieb, wie im Vorjahreszeitraum. In Zahlen sind das 5.445 Inserate im Vergleich zu 14.913 in den ersten sieben Monaten 2023.
Bosch und ZF suchten von Januar bis Juli vor allem nach Ingenieuren und Konstrukteuren
Neben der Anzahl an inserierten Stellenangeboten bei den größten und umsatzstärksten deutschen Automobilzulieferern hat Index Research auf die Art der Angebote ermittelt. Bei allen drei Zulieferern richtete sich mit Abstand die größte Zahl in Inserten an Fachkräfte wie Ingenieure und Konstrukteure. Bei Bosch waren von Januar bis Juli um die 2.000 Stellen in diesen Bereichen ausgeschrieben, die zweitmeisten Inserate (fast 1.200) richteten sich an IT-Spezialisten. Die ZF Friedrichshafen suchte im gleichen Zeitraum 461 Mitarbeiter in technischen Berufen und inserierte 234 Stellenangebote für Bauarbeiter und Handwerker.
Bei einer weltweiten Mitarbeiterzahl von 429.400 (Bosch) beziehungsweise 168.738 (ZF) sind die Zahlen der Stellenangebote vergleichsweise gering. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es aber Sinn, dass Konzerne, die personelle Einsparungen angekündigt haben, weniger Stelleninserate in Auftrag geben. Eine Studie aus dem Jahr 2022 attestierte der deutschen Automobilindustrie bereits einen deutlichen Beschäftigungsrückgang, von dem vor allem die Zulieferer betroffen waren.
Rubriklistenbild: © ZF Friedrichshafen AG & Franziska Kraufmann/dpa

