Schwergewichte der Branche

Das sind die sieben größten Autozulieferer aus Baden-Württemberg

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Die starke Autoindustrie in Baden-Württemberg wird nicht nur von den Herstellern, sondern auch von den Zulieferern getragen. Das sind die sieben größten Unternehmen.

Stuttgart - Der Automobilbau hat seinen Ursprung bekanntlich in Baden-Württemberg, und bis heute ist die Autoindustrie im Südwesten ganz besonders stark vertreten. Neben den beiden großen Autoherstellern Mercedes-Benz und Porsche sowie dem großen Produktionsstandort von Audi in Neckarsulm bei Heilbronn, haben im Bundesland auch mehrere global agierende Autozulieferer ihren Hauptsitz.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Die Liste der sieben größten Zulieferer der Automobilindustrie aus Baden-Württemberg basiert auf den aktuellsten Mitarbeiterzahlen. Zur Vollständigkeit werden aber auch die Umsätze der Konzerne angegeben. BW24 hat zudem bereits eine Liste der Weltmarktführer aus Baden-Württemberg erstellt.

Die größten Autozulieferer aus Baden-Württemberg – nach Mitarbeiterzahl

1. Robert Bosch GmbH aus Stuttgart/Gerlingen

Die Robert Bosch GmbH, allgemein schlicht Bosch genannt, ist mit 427.600 Mitarbeitern im Jahr 2023 das größte Industrieunternehmen aus Baden-Württemberg und mit seiner Automotivesparte zudem der größte Autozulieferer der Welt. Seinen Ursprung hat das heutige Weltunternehmen in einer kleinen Hinterhofwerkstatt in Stuttgart, die Gründer und Namensgeber Robert Bosch im Jahr 1886 eröffnete. Eine Erfindung von Bosch aus dem Jahr 1902 verhalf dem Auto zum weltweiten Durchbruch, seitdem hat der Technologiekonzern viele erfolgreiche Patente angemeldet.

Technologie-Konzern Bosch ist mit seiner Automotive-Sparte der größte Automobilzulieferer der Welt.

Die Automobil-Sparte von Bosch macht den Großteil des Konzernumsatzes aus, der im vergangenen Geschäftsjahr 91,6 Milliarden Euro betrug. Derzeit befindet sich der Konzern in der Transformation zur E-Mobilität und produziert auch wichtige Halbleiter-Komponenten. Zudem ist Bosch auch in vielen weiteren Geschäftsfeldern tätig.

Name Robert Bosch GmbH (Bosch)
Gründung 15. November 1886
Hauptsitz Stuttgart, Gerlingen (Hauptverwaltung)
Mitarbeiter 427.600 (2023)
Umsatz 91,6 Milliarden Euro (2023)

2. ZF Friedrichshafen AG aus Friedrichshafen

Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen hat sich von einem Teilbereich des Zeppelin-Konzerns zu einem der größten Autozulieferer der Welt entwickelt. Nach Bosch und Continental aus Hannover war die Zahnradfabrik lange Zeit die Nummer drei in Deutschland, inzwischen ist der Stiftungskonzern aber der zweitgrößte Autozulieferer in Baden-Württemberg und auch in der gesamten Bundesrepublik. Wie Bosch befindet sich die ZF derzeit in der schwierigen Transformation zur E-Mobilität und hat außerdem mit deutlichen Schulden zu kämpfen. Deshalb will der Konzern in den kommenden zwei Jahren sechs Milliarden Euro sparen.

Die ZF Friedrichshafen ist nach Bosch inzwischen der zweitgrößte deutsche Automobilzulieferer.

In Sachen Elektromobilität hat der zweitgrößte Autozulieferer Baden-Württembergs allerdings bereits große Fortschritte gemacht. Die ZF hatte im vergangenen Jahr beispielsweise ein Thermomanagementsystem vorgestellt, das E-Autos auch im Winter zu einer höheren Reichweite verhelfen soll.

Name ZF Friedrichshafen AG
Gründung 20. August 1915
Hauptsitz Friedrichshafen (Bodenseekreis)
Mitarbeiter 164.869 (2022)
Umsatz 43,8 Milliarden Euro (2022)

3. Mahle GmbH aus Stuttgart

Die Mahle GmbH ist der zweite große Automobilzulieferer aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Im Jahr 1920 als kleine Werkstatt für Zweitaktmotoren im heutigen Stadtteil Bad Cannstatt gegründet, war das global agierende Unternehmen lange Zeit vor allem als Kolbenspezialist bekannt. Inzwischen hat Mahle aber auch Felder der E-Mobilität erschlossen und setzt auf das Thermomanagement. Den Verbrenner will der schwäbische Konzern aber ebenfalls noch nicht aufgegeben, und weiterhin „ein zuverlässiger Lieferant“ für die altbewährte Technologie bleiben.

Mahle aus Stuttgart galt lange Zeit als Kolbenspezialist, hat inzwischen aber auch Felder der E-Mobilität erschlossen und setzt auf das Thermomanagement.
Name Mahle GmbH
Gründung 1. Dezember 1920
Hauptsitz Stuttgart
Mitarbeiter 71,947 (2022)
Umsatz 12,4 Milliarden Euro (2022)

4. Freudenberg-Gruppe aus Weinheim

Die Freudenberg-Gruppe mit Hauptsitz in Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis ist eines der größten Familienunternehmen Baden-Württembergs und unter anderem auch als Automobilzulieferer tätig. Zum Geschäftsfeld der Dichtungs- und Schwingungstechnologie gehört beispielsweise der Dichtungshersteller Freudenberg Sealing Technologies oder auch die Vibracoustic SE, die Antivibrationssysteme entwickelt. Zu den bekanntesten Produkten der Unternehmensgruppe zählen allerdings die Reinigungsartikel der Marke Vileda. Die gesamte Gruppe beschäftigte 2022 knapp 51.500 Mitarbeiter.

Die Freudenberg-Gruppe ist in mehreren Branchen aktiv, fungiert mit der Vibracoustic SE und anderen Gesellschaften aber auch als Autozulieferer.
Name Freudenberg-Gruppe
Gründung 1849
Hauptsitz Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Mitarbeiter 51.462 (2022)
Umsatz 11,8 Milliarden Euro (2022)

5. Voith GmbH & Co. KGaA aus Heidenheim an der Brenz

Auch der Technologiekonzern Voith ist kein reiner Automobilzulieferer, sondern wird eigentlich als Maschinenbauer angesehen, der Geschäftsbereich Voith Turbo produziert allerdings Komponenten für die Automobilindustrie und für Nutzfahrzeuge. Im Bereich der hydrodynamischen Getriebe ist das Familienunternehmen mit Stammsitz in Heidenheim an der Brenz sogar Weltmarktführer. Mit knapp 22.500 Mitarbeitern ist Voith eines der größten Technologieunternehmen aus Baden-Württemberg und kann durch die Gründung im Jahr 1867 auf eine lange Firmengeschichte zurückblicken.

Anlagenbauer Voith ist mit dem Geschäftsbereich Turbo auch als Zulieferer für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie tätig.
Name Voith GmbH & Co. KGaA
Gründung 1867
Hauptsitz Heidenheim an der Brenz
Mitarbeiter 22.479 (2022/2023)
Umsatz 5,51 Milliarden Euro (2022/2023)

6. Rheinmetall Automotive AG aus Neckarsulm

Der Rüstungskonzern- und Autozulieferer Rheinmetall hat seinen Hauptsitz zwar in Düsseldorf, das Automobilgeschäft wird allerdings in der Rheinmetall Automotive AG gebündelt, die ihren Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn hat. Das Unternehmen, das im Jahr 1997 aus der Fusion von Kolbenschmidt aus Neckarsulm und Pierburg aus Neuss in Nordrhein-Westfalen entstanden ist, produziert in drei Divisionen Kolben für Pkw und Nutzfahrzeuge, Module und Systeme für verschiedene Anwendungsbereiche und verantwortet unter dem Namen Motorservice auch ein weltweites Ersatzteilgeschäft. Ende 2023 wurde bekannt, dass sich Rheinmetall von dem Geschäftsbereich in Baden-Württemberg trennen will.

Der Automotive-Bereich des Rüstungskonzerns Rheinmetall hat seinen Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn.
Name Rheinmetall Automotive AG
Gründung 1997
Hauptsitz Neckarsulm (Kreis Heilbronn)
Mitarbeiter 11.000
Umsatz 2,736 Milliarden Euro

7. Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG aus Esslingen am Neckar

Die Eberspächer Gruppe mit Konzernsitz in Esslingen am Neckar ist vor allem in den Bereichen Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Klimasysteme tätig und wuchs seit der Gründung im Jahr 1865 durch mehrere Übernahmen anderer Unternehmen zu einem der größten Autozulieferer aus Baden-Württemberg. Ursprünglich wurde Eberspächer in Esslingen als Handwerksbetrieb gegründet, Komponenten für die Automobilindustrie produziert der Konzern seit 1931. Im Jahr 2021 gliederte das Unternehmen die Abgassparte aus, die seither als eigenständiges Unternehmen Purem by Eberspächer fungiert. Der Autozulieferer setzt weiterhin auf Verbrenner-Komponenten und auf Länder abseits von Deutschland.

Autozulieferer Eberspächer aus Esslingen am Neckar ist vor allem in den Bereichen Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Klimasysteme tätig.
Name Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG
Gründung 1865
Hauptsitz Esslingen am Neckar
Mitarbeiter 10.681 (2022)
Umsatz 6,4 Milliarden Euro (2022)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa & Felix Kästle/dpa (Fotomontage: BW24).

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